Samstag, 28. Mai 2022
22.12.2021 16:45
Wallis

Wallis: Wölfe reissen 340 Nutztiere

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Im Wallis sind in diesem Jahr 22 Wölfe nachgewiesen worden. Darunter befinden sich vier Rudel mit Nachwuchs. Laut dem Wolfsmonitoring des Kantons wurden zwischen Januar und Dezember rund 340 Nutztiere durch Wolfsangriffe getötet.

Der von den Wölfen angerichtete Schaden an Nutztieren wird vom Kanton Wallis auf 123’895 Franken beziffert. Das sind rund 10’000 Franken mehr als 2020. Der Bund beteiligt sich jeweils mit 80 Prozent am Umfang des ausbezahlten Schadens.

Mehr Tiere im Oberwallis betroffen

Total wurden im Kanton 336 Nutztiere durch Wolfsangriffe getötet, wie die Walliser Dienstelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere am Mittwoch mitteilte. Dabei entfielen 207 Risse auf das Oberwallis, davon 194 auf den Alpen und 13 auf den Frühjahrs- und Herbstweiden.

Im Mittel- und Unterwallis wurden 129 Nutztiere gerissen. Hier waren es 105 Tiere auf den Alpen und 24 auf den Frühjahrs- und Herbstweiden. Bei den Wildtieren wurden vor allem Rot- und Rehwild sowie Gämsen gerissen. Die Zahl der 151 gefundenen Kadaver ist in dieser Kategorie nicht abschliessend, da ein Grossteil des gerissenen Wildes wegen unzugänglicher Gebiete oder Aasfressern unentdeckt bleibt, wie der Kanton schreibt.

«Von den 336 getöteten Nutztieren konnten nur 79 in geschützter Situation getötete Nutztiere für einen Abschuss angerechnet werden (64 Nutztiere im Val d’Hérens und 15 im Goms)», schreibt der Kanton. 

Wolfspräsenz im Kanton

Im Kanton Wallis wurden im Jahre 2021 mittels der DNA-Analysen formell 22 verschiedene Wölfe nachgewiesen. Zu den bereits früher bekannten und verzeichneten Wölfen (F24, F71, F75, M73, M88, M134, M146, M155, M186) kommen neu vier Wölfinnen (F85, F92, F95, F97) sowie neun Wolfsrüden (M164, M165, M174, M175, M181, M183, M189, M190, M192) hinzu.

Vier Rudel mit Nachwuchs

Mittels DNA-Analysen wurden formell 22 verschiedene Wölfe, darunter 13 neue Individuen, identifiziert. Das sind trotz eines Abschusses und vier tot aufgefundener Tiere gleich viele wie im Vorjahr. Zu den bereits früher bekannten Wölfen kamen neu vier Wölfinnen sowie neun Wolfsrüden hinzu. Ein neues Rudel mit mindestens zwei Wolfswelpen wurde im Augstbord-Gebiet beobachtet.

Im Wallis leben vier Wolfsrudel.
zvg

Ausserdem wurden zwei weitere Rudel mit mindestens je fünf Jungtieren im Zentralwallis bestätigt. Zusammen mit dem Rudel im Chablais, welches in diesem Jahr mindestens vier Jungwölfe zur Welt brachte, befinden sich nun vier bestätigte Wolfsrudel mit Reproduktion im Kanton Wallis. Hinzu kommen je ein Wolfspaar im Val Ferret-Entremont und im Val de Bagnes.

Vier Wölfe tot aufgefunden

Im Zuge einer Abschussverfügung wurde im Goms im August ein Wolf erlegt, der für Risse auf den Alpen in der Region mitverantwortlich war. Zudem bewilligte der Bund ein Regulierungsgesuch des Kantons für das Rudel im Val d’Hérens. Dieses kann laut der Mitteilung bis Ende März 2022 umgesetzt werden.

Vier Wölfe wurden 2021 tot aufgefunden. Je ein Tier wurde im Pfynwald und im Val d’Hérens entdeckt. Wildfrefel oder Vergiftung wurden vom Tierspital in Bern bei der Untersuchung der Todesursache ausgeschlossen. Wahrscheinlicher ist, dass die Tiere von Autos angefahren wurden.

2500 Arbeitsstunden für Herdenschutz

Die Mitarbeiter des Kantons wendeten für das Wolfsmanagement rund 8100 Arbeitsstunden auf (1. Dezember 2020 bis 12. Dezember 2021). Die Stunden verteilen sich zu mehr als der Hälfte auf das Monitoring, die Überwachung von speziellen Situationen und die Aufnahme der Rissereignisse. Der Rest entfällt auf die Erstellung von Dokumenten, die für die Erteilung der Abschussbewilligungen und für die Rissentschädigung erforderlich waren, sowie auf die Beantwortung politischer Vorstösse, verschiedene Koordinationssitzungen und die Medieninformation.

Die Mittarbeiter der kantonalen Herdenschutzberatung haben die Alpbewirtschafter und Nutztierhalter im Kanton über die anwendbaren Herdenschutzmassnahmen beraten und die Umsetzung der gemeinsam definierten Massnahmen betreut. Nach Angriffen auf Nutztierherden wurde die jeweilige Herdenschutzsituation beurteilt und erfasst. Für diese Arbeit leisteten die Mitarbeiter 2500 Arbeitsstunden.

Mehr zum Thema
Regionen

Karina Cubillo Ein Traktorfahrer ist am späten Montagnachmittag in Bercher im Kanton Waadt tödlich verunglückt.  In einer Rechtskurve hat der Mann die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. In der Folge…

Regionen

Als die Feuerwehrleute vor Ort eintrafen, stand der Stall in Vollbrand. - Kapo FR In der Freiburger Gemeinde Albeuve ist ein Stall am Samstag in Vollbrand geraten und zerstört worden.…

Regionen

Der Wolf wurde Ende Januar bei Pfyn geschossen. - Kanton Wallis Die Wildhut hat am Freitag im Oberwallis einen Wolf erlegt. Wolfsbefürworter kritisieren den Abschuss scharf. Der Kanton spricht derweil…

Regionen

Der Wolf hat in der Region mehrmals Nutztiere angegriffen. - Kanton Wallis In den Gemeinden Ergisch und Unterbäch im Kanton Wallis hat ein Wolf 28 Nutztiere getötet. Der Kanton am Montag…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE