Mittwoch, 3. März 2021
06.01.2021 15:34
Graubünden

Wolf: «Bafu nimmt Bergbevölkerung nicht ernst»

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: blu

Der Bund hat ein Abschussgesuch des Kantons Graubünden zur befristeten Regulierung von Wölfen abgelehnt. Für den Bündner Bauernverband ist dieser Entscheid inakzeptabel. Der Verband erwartet ein klares Zeichen gegenüber der Berglandwirtschaft und der Bergbevölkerung.

Im Kanton Graubünden gibt es 6 Wolfsrudel. Nach Schätzungen dürften derzeit über 40 Wölfe den Kanton leben. Die Raubtiere halten sich hauptsächlich in der Surselva und in Mittelbünden auf. Die Konflikte mit Nutztierhaltern nehmen laufend zu.

Angriffe neue «Dimension»

So hat das Beverin-Rudel Tiere angegriffen und getötet. Für das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden gaben zwei Ereignisse den Ausschlag für das Abschussgesuch an das Bundesamt für Umwelt (Bafu): einerseits der Riss eines Kalbes auf der Alp Nera am Schamserberg, andererseits die Tötung eines Esels auf der Alp Durnan in Andeer. Diese Angriffe seien eine neue Dimension in der «konfliktbringenden Entwicklung des Wolfsrudels am Beverin», teilte das Amt mit.

Der Kanton weist im Bezug auf den negativen Entscheid darauf hin, dass die mit dem Bafu-Entscheid verbundene Einschränkung von Weidegeburten auf der Alp einer langjährigen Praxis im Berggebiet widerspreche.

Kein grosser Schaden

Das Bundesamt für Umwelt lehnte das Gesuch aber ab. Ein gerissener Esel ist laut Bafu noch kein grosser Schaden. Das Amt bezieht sich dabei auf eidgenössische Jagdgesetzgebung. Das gerissene Kalb wird vom Bundesamt als Weidegeburt beurteilt und deshalb zum Zeitpunkt des Wolfsangriffs als ungeschützt angesehen.

Beurteilung falsch

Der Bündner Bauernverband ist über den Entscheid des Bafu verärgert. Dieser sei nicht nachvollziehbar und inakzeptabel. «Die vom Bafu als einhergehende Einschränkung von Abkalbungen auf der Alp widerspricht der landwirtschaftlichen Praxis im Berggebiet vollends», schreibt der Verband in einer Mitteilung.

«Die Beurteilung des gerissenen Kalbes aufgrund seines Alters als ungeschützt anzusehen ist ebenso falsch wie die Beurteilung, ein gerissener Esel stelle keinen grossen Schaden dar», heisst es weiter. Die jetzige Rechtslage sei für diesen Entscheid noch nicht geklärt worden.

Regeln für Abschuss flexibilisieren

Der Verband kritisiert die Bundebehörden scharf. Diese würden die Realitäten und die Anliegen der Bergbevölkerung nicht ernst nehmen. Regulationsmöglichkeit würden ausgehebelt. Der Bündner Bauernverband erwartet von den Behörden nun ein rasches Vorgehen.

So sollen die offenen Fragen sofort geklärt werden. Das Versprechen, die dringlichen Massnahmen zur Regulierung der Wölfe auf Verordnungsebene einzuleiten, sei einzuhalten. Die Regelung zu Abschüssen von problematischen Wölfen soll umgehend flexibilisiert werden. «Die hohen Angriffszahlen auf Nutztiere in geschützten oder schwierigen Räumen kann nicht mehr akzeptiert werden», macht der Verband klar.

3 Responses

  1. Simonettchen lässt alle wieder auflaufen: Vordergründig nimmt sie alle ernst, aber dann macht sie einfach weiter. Ole, lass sie doch ins Leere laufen, ich befriedige meine Klientel, aber nicht die der SVP. DAS ist ihr Politikverständnis. Ich hab sie so was von gefressen satt. Sie gibt im realen Verhalten – und NUR das zählt! – einen Dreck auf diejenigen, die rauf und runter hagen. Mit ihrem Klappergestell käm sie nicht mal 200 Höhenmeter ohne Weg rauf, geschweige denn mit Schlegel und Pfösten.

  2. Das Bafu ist sich seiner Verantwortung und der Tragweite dieses Urteils nicht bewusst. Man wird die Sache vor Ort wohl selbst in die Hand nehmen müssen.

  3. Dieser Entscheid des Bafu ist für mich Unerhört! solche Entscheide schüren den Hass zwischen Staat und Bevölkerung immer mehr. Anderer seitz verstehe ich nicht, dass sich nicht einmal die Bündner JÄGER einigen konnten, bei der Abstimmung des neuen Jagdgesetzes. Von den Bündner und Walliser Reden wir schon gar nicht. Es hat mir einmal mehr gezeigt, was für Egoisten wir geworden sind. Und was ist Passiert, es haben alle Verloren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE