Freitag, 5. März 2021
24.12.2020 12:16
Wolf

Wolf: Bauernverband will besseren Schutz

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Von: sda/blu

Der Kanton Bern soll weitere Massnahmen zum Schutz der Nutztiere vor dem Wolf ergreifen. Das fordert der Berner Bauernverband.

In der Gantrischregion ist seit Wochen ein Wolf unterwegs. In der Nacht auf den 11. Oktober riss der Wolf erstmals vier Schafe. Seither hat dieser bereits über 20 Tiere gerissen. Der Kanton hat in der Folge beschlossen, das Raubtier zu vergrämen. 

Eine DNA-Analyse hat ergeben, dass es sich Raubtier um eine Wölfin handelt. F78, wie das Tier genannt wird, sei alleine unterwegs und für die Risse der vergangenen Wochen verantwortlich, sagte das Berner Jagdinspektorat Mitte Dezember gegenüber der «Freiburger Nachrichten».

Der Berner Bauernverband (BEBV) ist über die Anwesenheit der Wölfin wenig erfreut. Vor allem in der Region Naturpark Gantrisch gebe es immer wieder Risse und Schäden an Schafen und Lämmern, schreibt der BEBV in einem Communiqué vom Donnerstag.

Vergrämung wirkt nicht

Darin wird die Forderung nach besserem Schutz von Nutztieren vor dem Wolf laut. Die vom Jagdinspektorat verordneten Massnahmen zum Vergrämen der Grossraubtiere hätten offenkundig nicht die gewünschte Wirkung erzielt.

«Wir fordern den Kanton Bern dringend dazu auf, weitere Massnahmen zum Schutz der Nutztiere vor dem Wolf zu ergreifen und nicht abzuwarten, bis die Anzahl von 35 getöteten Schafen erreicht ist», heisst es in der Mitteilung weiter.

Wolfskonzept überarbeiten

Nach den Festtagen solle das Wolfskonzept im Kanton Bern überarbeitet werden, fordert der Bauernverband. Gegen Grossraubtiere, die ein unnatürliches Verhalten zeigten, solle künftig «schneller und effizienter» vorgegangen werden. BEBV-Präsident Hans Jörg Rüegsegger schlägt bei der «Problemwölfin» vor, diese einzufangen und in einem anderen Gebiet auszusetzen. «Es wäre doch klüger, ihn im östlichen Berner Oberland freizulassen, wo es eine massive Überpopulation von Hirschen hat», sagte er zu den «Freiburger Nachrichten».

Aus Sicht des Berner Bauernverbands sind auch die Tierhalter gefordert. Umzäunungen müssten überprüft und bei Bedarf in Stand gestellt werden, inklusive Viehhüter und Erdung. 

Sofortige Vergrämungsmassnahmen gefordert

So fordert es auch Grossrat Ernst Wandfluh (SVP/Kandergrund) in einer kürzlich eingereichten Motion. Tauche ein «Problemtier» auf, müsse das Jagdinspektorat sofort Vergrämungsmassnahmen treffen können oder die Möglichkeit haben, innert maximal zwei Tagen «die Entfernung von verhaltensauffälligen Grossraubtieren zu verfügen».

Der Kanton Bern hatte Anfang November beschlossen, den Wolf zu vergrämen. Der Wolf zeige offenbar wenig Scheu vor Menschen, stelle für diesen aber keine Gefahr dar. Mit der Vergrämung habe beispielsweise der Kanton Graubünden gute Erfahrungen gemacht, teilte das kantonale Jagdinspektorat mit.

Es wurde auch ein Abschuss des Wolfs gefordert. Diesem Aufruf kam der Kanton nicht nach. «Damit eine Abschussbewilligung für einen Wolf erteilt werden kann, muss ein einzelner Wolf erhebliche Schäden an Nutztieren anrichten. Konkret bedeutet dies 25 Nutztiere in einem Monat, wobei nur ausreichend geschützte Tiere angerechnet werden», lautete die Begründung des Kantons.

4 Responses

  1. Wie wäre es, wenn die Nutztierhalter ihre Eigenverantwortung wahrnehmen würden und die Tiere während der Nacht in einem für Wölfe nicht zugänglichen Gehege oder Stall unterbringen würde?
    Der Bauernverband macht, was er immer macht: nach dem Staat rufen!!

  2. Vielleicht eine abgewanderte Junge vom Calanda Clan ? Schafe über Nacht einstallen und hoffen, dass die Wölfin weiterzieht, dahin, wo es zuviele Hirsche hat. Und gut ist.

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