Montag, 6. Dezember 2021
23.12.2020 10:48
Luzern

25 Jahre einwandfreie Milchqualität

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Von: Susanne Künsch

25 Jahre lang ununterbrochen einwandfreie Milch zu produzieren, ist eine Leistung. Vier Produzenten wurden dieses Jahr von den Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP ausgezeichnet. Ueli Küng aus Schongau LU ist einer davon.

Leichter Nebel liegt über dem Zelglihof der Familie Küng im luzernischen Schongau, ein typischer Novembertag. «Die Sonne wird sich heute aber sicher noch zeigen, wir sind immerhin auf 800 Meter», versichert mir Jeannette Küng, die Bäuerin des Hauses.

76 Milchkühe

Der junge Schäferhund Jackson wedelt freudig aufgeregt mit dem Schwanz, den Ball in der Schnauze, und hat nur eines im Sinn: spielen. Aber dafür hat Daniel Küng gerade jetzt keine Zeit, denn der jüngste Sohn der Familie und dereinst Nachfolger von Ueli Küng hat sich um einiges zu kümmern, seit er nach der Betriebsleiterschule und abgeschlossener Meisterprüfung auf dem Hof seines Vaters arbeitet.

76 Milchkühe stehen im grosszügigen Laufstall, dazu rund 50 Rinder und Kälber. Auf der Gesamtfläche von 34 Hektaren stehen zudem die Einstellhallen für den Maschinenpark des Lohnunternehmers Ueli Küng, darunter acht Mähdrescher und zwei Ballenpressen. Ackerbau beschränkt sich auf den Anbau von Futtermais. Hinzu kommen rund 9 Hektaren Wald.

Sohn wächst in Führung hinein

«Nachdem die Nachfolge durch meinen Sohn geregelt war, habe ich mich langsam aus der Milchwirtschaft, unserem Hauptstandbein, zurückgezogen, um mich vermehrt auf unser Lohnunternehmen zu konzentrieren.» So habe sein Sohn die Möglichkeit und Chance erhalten, langsam in die Führung des Betriebs hineinzuwachsen, sagt der 60-jährige Ueli Küng.

Wie schafft man es, 25 Jahre lang, ein Vierteljahrhundert, täglich einwandfreie Milch zu produzieren? «Das Allerwichtigste für eine gute Milchqualität ist eine einwandfreie Hygiene, welche sich durch alle Prozesse hindurch zieht, aber genauso wichtig ist die Freude an der täglichen Arbeit», ist Küng überzeugt. Dies fange bereits mit einem geeigneten Reinigungsmittel und guter Reinigung des Melksystems und des Tanks an.

Freude an Technik: Ueli und Daniel Küng
Susanne Künsch

Sauberkeit als Schlüssel

Als nicht unwesentlich beurteilt Küng das schnelle und richtige Herunterkühlen der Milch. Daniel Küng: «In unseren Tanks beträgt die Kühltemperatur durchwegs um die vier Grad herum.» Als weiteren zentralen Punkt bewertet der 24-Jährige zudem den Liegebereich, auch hier sei Sauberkeit das A und O und schlussendlich gelte es, bei der Fütterung auf beste Qualität zu setzten.

«Man muss kontinuierlich dranbleiben, regelmässig kontrollieren und sich nicht nur auf das System verlassen, gerade bei automatischen Einrichtungen und Gerätschaften. Müsse eine Kuh mit Antibiotika behandelt werden, werde die Milch neben der Einhaltung der gesetzlich festgelegten Absetzfristen noch zusätzlich getestet. Dasselbe gelte nach dem Abkalben.

Augenmerk auf Genetik

2013 stellte der Betrieb von Anbindestall auf Laufstall mit Melkroboter um und verdoppelte die Anzahl Kühe auf heute 76. Eine Umstellung, mit der Jeannette Küng anfänglich ihre liebe Mühe hatte. «Es kam mir vor, wie wenn ich die Kühe an den Roboter hätte abgeben müssen.» Erst mit der Zeit habe sie auch die Vorteile der neuen Haltung erkannt und möchte heute, wie sie sagt, nicht mehr zurück.

Im Stall der Küngs stehen schwarz-weisse Holsteiner. Eine langlebige, harmonische Kuh mit guter Leistung, befindet Daniel Küng. «Es ist wichtig, dass die Herde ausgeglichen ist und eine tiefe Zellzahl angestrebt werden kann.» Weitere Kriterien seien gute Fruchtbarkeit und eine schöne Zitzenverteilung, welche dem Melkroboter das Anhängen erleichtere.

Keine halben Sachen

Ueli Küng ist kein Mann von halben Sachen. Was er in die Hand nimmt, das muss genau funktionieren. Nun, da sein Sohn und seine Frau Jeannette sich um die Milchwirtschaft kümmern, bleibt dem Kanada-Fan mehr Zeit, sich um seinen Maschinenpark zu kümmern. «Ich repariere meine Maschinen immer selbst und bin bereits als 16-Jähriger mit Mähdreschern gefahren», hört man deutlich seine Passion für Technik heraus.

Eine Auszeichnung für 25 Jahre einwandfreie Milchqualität habe nicht jeder und habe ihn umso mehr gefreut, sagt Küng. Es sei eine Bestätigung, dass sich Disziplin und genaues Arbeiten bezahlt machen würden, aber man brauche auch Glück, meint er bescheiden.

Kein Mann von halben Sachen: Ueli Küng.
Susanne Künsch
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6 Responses

  1. Da kann man nur gratulieren. Ich wünsche Euch, dass Euerm Fleiss und Können auch das Glück zur Fortsetzung dieser eindrücklichen Serie beisteht. Weiterhin viel Erfolg. Hoffentlich nimmt das auch Euer Milchabnehmer zur Kenntnis und erhöht Euren Milchpreis.

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