Freitag, 7. Oktober 2022
09.09.2022 16:33
Luzern

Emmi nimmt neue Grosskäserei in Betrieb

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Von: blu

In den vergangenen zwei Jahren hat er grösste Schweizer Milchverarbeiter in Emmen LU 50 Millionen Franken in eine neue Käserei investiert. Die moderne Anlage ist auf die langfristigen Wachstumspläne im Bereich Spezialitätenkäse wie Luzerner Rahmkäse ausgerichtet.

Knapp zwei Jahre nach der Baubewilligung und intensiven Planungs-, Ingenieur- und Baumassnahmen wurde am Freitag das Werk eingeweiht. Damit wurde das Gebäude aus dem Jahr 1976 abgelöst.

Die Investition von 50 Millionen Franken in die neue Grosskäserei und die damit verbundene Wertschöpfung in der Heimatregion von Emmi sei ein Bekenntnis zur regionalen Schweizer Käsetradition und dem Standort Emmen, schreibt der Milchverarbeiter. Emmi will sich zudem als attraktiver Arbeitgeber positionieren.

10’000 Tonnen Käse

Trotz der immer mehr fortschreitenden Internationalisierung setzt Emmi auch weiter auf den Heimmarkt. Der Fokus liege auf der Produktion von «Premiumkäse», so Emmi.  Hier strebt der Konzern Wachstum an. Die Chancen stünden gut, dass sich der positive Langfristtrend im Inland wie auch im Export fortsetze. 

«Die neue Käserei schafft entsprechend dieser Perspektiven und den langfristigen Wachstumsplänen von Emmi Zusatzkapazitäten, um die erwarteten Mehrvolumen zu bewältigen», heisst es weiter. Im neuen Werk sollen rund 10’000 Tonnen Käse pro Jahr produziert werden. Bisher waren es 5700 Tonnen. Aktuell werden in Emmen 100 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. In Emmen wird vor allem der Luzerner Rahmkäse hergestellt, dazu kommen zwei Käse für die Höhlenreifung im Luzernischen Kaltbach.

70 Millionen Liter weniger Wasser

Die neue Anlage kann mehr Käse mit weniger Wasserverbrauch produzieren, laut Emmi beträgt die Einsparung 70 Millionen Liter Wasser pro Jahr. In der Bilanz sei man praktisch wasserneutral. Hauptverantwortlich dafür ist die Aufbereitung der Molke über mehrere Filtrationsschritte bis zu Trinkwasserqualität.

Beim neuen Gebäude wurde auch ein Schwerpunkt auf die Energieerzeugung gelegt. «Auf der Basis des unternehmensweiten netZERO 2050 Reduktionspfads setzt Emmi auch bei der neuen Käserei stark auf erneuerbare Energie», heisst es in der Mitteilung. Nebst der bestehenden Holzschnitzel- und Photovoltaikanlage erweitern zusätzliche, auf dem Gebäudedach der neuen Käserei positionierte Photovoltaikmodule die Produktion von erneuerbarer Energie. 

Schweiz verliert an Bedeutung

«Der Tradition in unserer Heimatregion verpflichtet, setzen wir mit der neuen, ressourcenschonenden Käserei in Emmen ein Zeichen, dass wir unsere führende Marktposition im Heimmarkt Schweiz stärken wollen. Mit differenzierten Markenkonzepten wie dem Rahmkäse sehen wir im strategischen Fokussegment Spezialitätenkäse nicht zuletzt auch im Export weiteres Wachstumspotenzial», sagte Marc Heim, Leiter der Division Schweiz.

Emmi vertreibt seine Erzeugnisse nach eigenen Angaben in rund 60 Länder. Produziert wird in über 30 eigenen Produktionsstandorten in neun Ländern. Mit mehr als 9’000 Mitarbeitenden, von denen rund 70 % ausserhalb der Schweiz tätig sind, erwirtschaftete die Emmi Gruppe 2021 einen Umsatz von 3.9 Milliarden Franken. Die Division Schweiz erwirtschaftete noch einen Umsatz von 1’65 Mrd. Fr. (Vorjahr: 1’69 Mrd. Fr.), was einem Rückgang von 2.2 % entspricht. Der Anteil der Division Schweiz am Konzernumsatz betrug 42.2 % (Vorjahr: 45.5 %). Vor wenigen Jahren lag dieser Wert noch bei über 50 Prozent.

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6 Responses

    1. Komisch, dass die Bauern das so über sich ergehen lassen. Ev. könnte es daran liegen, dass sie auf Verarbeiter angewiesen sind, die am Markt erfolgreich operieren. Wie war das doch gleich bei der Aaremilch? Wie erfolgreich war diese „Bauernorganisation“ am Markt? Obschon sie ja sicher kein Milchgeld gestohlen haben, war es für die Bauern nicht so toll und sie sind nun bei einem bösen Grossverteiler gelandet. Zum Glück sind nicht Leute mit Ansichten wie sie der „Demokrat“ hat am Drücker.

  1. „Zusatzkapazitäten, um die erwarteten Mehrvolumen zu bewältigen“ Mehr von was??? Milchmenge wird mit der heutigen Politik schon bald drastisch abnehmen. Aus meiner Sicht wurden Überkapatzitäten geschaffen, welche vermutlich nur mit Schliessungen von Emmentaler-Käsereien irgendwie ausgelastet werden.

    1. Die Emmentaler Käsereien machen ja neu Simmentaler Käse ausserhalb vom Simmental mit Milch von Kühen mit einem geringen Anteil Fremdblut….. die Käse- Formate passen zum besser auslasten der einst so stolzen Emmentaler!

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