Montag, 28. November 2022
03.10.2022 07:48
Wahlen

Kanton Zug bleibt bürgerlich regiert

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Von: sda

Die Zuger Linke hat am Sonntag die Rückkehr in die Kantonsregierung nach vier Jahren Abstinenz verpasst, der Kanton wird weiter rein bürgerlich regiert, dafür mit einer Frau mehr. Im Parlament gab es nur kleine Verschiebungen.

Laura Dittli konnte konnte für die Mitte souverän den Sitz des zurücktretenden Regierungsrats Beat Villiger verteidigen, alle Bisherigen schafften die Wiederwahl. Mit Dittlis Wahl ändert sich am Kräfteverhältnis in der Zuger Regierung nichts: Die Mitte bleibt mit drei Sitzen die dominierende Partei. SVP und FDP haben auch künftig zwei Sitze.

Dittli mit Glanzresultat

Das beste Resultat erzielte wie bereits vor vier Jahren Gesundheitsdirektor und amtierender Landammann Martin Pfister (Mitte). Er machte 21’894 Stimmen. Ein Glanzresultat erzielte Laura Dittli, welche den Sitz des zurücktretenden Mitte-Sicherheitsdirektors Beat Villiger verteidigen konnte. Sie machte nur gerade 881 Stimmen weniger als Pfister, also 21’013 Stimmen.

Damit überflügelte die Neugewählte Regierungsrätin Laura Dittli fünf der sechs bisherigen Regierungsräte. Sie sei glücklich und erleichtert und empfinde auch eine grosse Dankbarkeit den Wählerinnen und Wählern gegenüber, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA nach ihrer Wahl.

Das Glanzresultat habe sie überrascht, mit einem solchen Resultat habe sie nicht rechnen können. Sie habe einen aufwendigen Wahlkampf betrieben, zusammen auch mit den amtierenden Regierungsmitgliedern der Mitte-Partei.

Beide Schwestern in der Regierung

Mit Laura Dittlis Wahl in die Zuger Exekutive sitzen bereits zwei Mitglieder der Familie Dittli aus Oberägeri in einer Kantonsregierung. Bereits im April hatte ihre jüngere Schwester Valérie Dittli für eine kleine Sensation gesorgt: Die 29-Jährige schaffte – ebenfalls für die Mitte-Partei – den Einzug in die Waadtländer Regierung.

Die Wahl ihrer Schwester habe ihr «sicher nicht geschadet», sagte Dittli mit einem Schmunzeln. Aber letztlich werde eine Wahl nicht in den letzten zwei Monaten entschieden. Sie sei stets mit viel Herzblut dabei und gut vernetzt. Dittli ist die jüngste der fünf Regierungsrätinnen, die der Kanton Zug bisher hatte.

Im Amt bestätigt wurden neben Pfister auch die anderen bisherigen Regierungsmitglieder: Der Vorsteher der Direktion des Innern, Andreas Hostettler (FDP) machte 20’674 Stimmen. FDP-Baudirektor Florian Weber erhielt 20’492 Stimmen, Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut (Mitte) 20’087 Stimmen, SVP-Finanzdirektor Heinz Tännler 19›203 Stimmen und SVP-Bildungsdirektor Stephan Schleiss 18’379 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 12’055 Stimmen, die Wahlbeteiligung bei 44,68 Prozent.

Enttäuschte ALG-Kandidatin

Das beste Resultat der Nichtgewählten machte die ALG-Kantonsrätin Tabea Zimmermann mit 11’739 Stimmen. Sie lag aber deutlich, 6640 Stimmen, hinter dem gewählten Regierungsrat mit den wenigsten Stimmen.

Zimmermann hätte den linken Sitz in der Regierung nach vierjähriger Abstinenz, seit dem Rücktritt der heutigen Nationalrätin Manuela Weichelt, zurückerobern wollen. Dieser Plan ging nicht auf. Entsprechend war ihr ihre Enttäuschung ins Gesichts geschrieben. «Ja, ich bin sehr enttäuscht», sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ihre Nichtwahl bedeute, dass die öko-soziale Stimme vier weitere Jahre nicht in der Regierung vertreten sei.

GLP-Kandidatin ohne Chance

Zimmermann begründete den Ausgang des Wahlresultats mit der Majorzwahl. Sie bedauert es, dass die Idee der Konkordanz nicht umgesetzt werde. Die öko-soziale Sichtweise müsse jetzt halt weiterhin via Parlament eingebracht werden. Der Kanton Zug wählt den Regierungsrat erst seit 2014 im Majorzverfahren, zuvor galt das Proporzverfahren.

Chancenlos war auch die GLP-Kandidatin Tabea Estermann, sie erhielt 11’667 Stimmen. Auf dem letzten Platz landete Adi Hadodo (3636 Stimmen), der für «aufrecht-zug» antritt, eine Bewegung, die sich kritisch gegenüber den Schutzmassnahmen während der Corona-Pandemie positionierte.

Kleiner Rechtsrutsch im Parlament

Nicht nur in der Regierung, auch im Parlament bleibt die Mitte die stärkste Kraft – trotz Sitzverlusts. Sie hält neu noch 19 Sitze (2018: 21 Sitze). Die SVP hat weiterhin 18 Sitze, gleich wie die FDP, welche gegenüber 2018 einen Sitz dazugewinnt. Anfang 2019 hatte die FDP bei der Ergänzungswahl in Walchwil einen Sitz an die SP verloren.

Die ALG kann ihre 11 Sitze im Rat behalten und die SP ist mit neu 8 Sitzen vertreten. Damit verlieren die Sozialdemokraten gegenüber 2018 einen Sitz. Zwei Sitze dazu gewinnen konnte die GLP. Sie verfügt neu über 6 Sitze im Kantonsparlament.

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