Donnerstag, 8. Dezember 2022
30.09.2022 16:20
Luzern

Schleppschlauch-Pflicht: 400 Betriebe befreit

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Von: mgt/blu

Das Luzerner Umweltdepartement hat in Absprache mit dem Regierungsrat eine Übergangsregelung bei der Umsetzung des Schleppschlauchobligatoriums festgelegt. Für 400 Landwirtschaftsbetriebe sind im Rahmen einer Übergangsregelung 2023 vom Obligatorium befreit.

Im Kanton Luzern gilt seit dem 1. Januar 2022 die Pflicht, Gülle und flüssige Vergärungsprodukte auf Flächen mit Hangneigungen bis 18 Prozent durch geeignete Verfahren möglichst emissionsarm auszubringen. Auf diesen Flächen wird daher die Verwendung des Schleppschlauches oder eines vergleichbaren geeigneten Verfahrens zur emissionsarmen Ausbringung vorgeschrieben (Schleppschlauchobligatorium).

«Der Kanton Luzern hat im schweizweiten Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Nutztierdichte. Dies führt zu entsprechend hohen Ammoniakemissionen. Mit dem Massnahmenplan II Luftreinhaltung (Teilplan Ammoniak) will der Kanton Luzern die Ammoniakemissionen bis 2030 um 20 Prozent reduzieren», teilt die Dienststelle Landwirtschaft und Wald am Freitag mit.

Da die Einführung der revidierten Luftreinhalteverordnung durch den Bundesrat um zwei Jahre auf 2024 verschoben wurde, hat das zuständige Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement in Absprache mit dem Regierungsrat sowie nach Gesprächen mit der Branche und den Umweltverbänden eine Übergangsregelung festgelegt. Das kantonale Schleppschlauch-Obligatorium mit Übergansregelung trat per 1. Januar 2022 in Kraft.

Von den insgesamt 4’250 Luzerner Betrieben sind 3’000 Betriebe von der Pflicht betroffen. Bei Nichteinhalten der Anforderungen wird eine Einzelverfügung mit Bussandrohung erstellt. Im Rahmen der Übergangsregelung werden bis Ende 2023 rund 400 Betriebe (2022: 500 Betriebe) davon befreit. Dies sind Betriebe mit maximal 12 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche und maximal 15 GVE (Grossvieheinheiten) pro Betrieb sowie Betriebsleitende mit Jahrgang 1958 oder älter.

Von der Pflicht befreit:

  • Betriebe mit maximal 12 ha LN (Iandwirtschaftlicher Nutzfläche) und maximal 15 GVE (Grossvieheinheiten) pro Betrieb.
  • Betriebe mit Betriebsleiter/Betriebsleiterin mit Jahrgang 1958 oder älter.
  • Betriebe mit einer total düngbaren Fläche von weniger als drei Hektaren mit Hangneigung bis 18 Prozent (nach Abzug der nach Ziffer 3 ausgenommenen Flächen).

Folgenden Flächen mit Hangneigung bis 18 Prozent werden von Pflicht ausgenommen:

  • Wenig intensiv genutzte Wiesen.
  • Flächen von Obstgärten mit Hochstammfeldobstbäumen Q Il.
  • Gemüse, Beeren- und Gewürzkulturen.
  • Heuwiesen im Sömmerungsgebiet.
  • Dauerkulturen.
  • Kulturen in ganzjährig geschütztem Anbau.
  • Flächen ausserhalb LN.

Weitere Ausnahmen

  • Einzelflächen von weniger als 25 Aren.
  • Flächen mit Hochstammbäumen: auf diesen Flächen können im Portal Agate pro Hochstammobstbaum 1 Are abgezogen werden. Davon ausgenommen sind Hochstammobstbäume mit Q Il, da diese Flächen schon abgezogen wurden.
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3 Responses

  1. Von der Pflicht befreit: Betriebe mit Betriebsleiter/Betriebsleiterin mit Jahrgang 1958 oder älter.
    Schadet der Natur aber sichert Arbeitsplätze für Ältere.
    Der tägliche Wahnsinn in der Schweizer Landwirtschaft!

  2. Vergorene Gülle mit aufbereiter genügend verdünnt mit Wasser ist mit Prallteller grosstropfig viel besser als ein Schleppschlauch verteilte Gülle. Was nützt das wenn die Gülle in Form von mähdli Tageweise oberflächlich herumliegt und Amoniak verdunstet. Die Gülle muss möglichst dünn mit Wasser versetzt in den Boden.

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