Donnerstag, 28. Oktober 2021
04.09.2021 17:34
Uri

Sie wollen gegen Neophyten kämpfen

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Am Praxiskurs wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine neue und umweltverträgliche Methode zur Neophytenbekämpfung demonstriert. Seit vergangenem Jahr laufen in Uri Versuche mit Wasserdampf.
zvg

Über 90 Berufsleute bilden sich an der Bauernschule Uri weiter. Auf dem Stundenplan steht ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt: Neophyten, exotische und invasive Pflanzenarten. Das Amt für Umweltschutz hat einen Praxiskurs organisiert, der Innerschweizer Fachleute aus den Bereichen Forst, Strassenunterhalt und Landwirtschaft nach Seedorf gebracht hat.

Regierungsrat Christian Arnold begrüsste die Berufsleute aus allen Kantonen der Innerschweiz in der Bauernschule Uri. «Der Kanton Uri befasst sich seit Längerem mit den Neophyten und versucht, die invasive Ausbreitung in den Griff zu bekommen», sagt Arnold,  der als Landwirt mit dem Thema vertraut ist.

Kanton hat klare Strategie

Immer mehr neue Pflanzen- und Tierarten aus verschiedenen Regionen der Welt besiedeln die Schweiz. Sie werden bewusst oder unbewusst eingeschleppt, beispielsweise durch den wachsenden internationalen Güter- und Personenverkehr.

Uri verfolge eine klare Strategie, ist auf der Internetseite de Kantons Uri nachzulesen.  Dazu gehört die Information der Bevölkerung, die Bekämpfung der Neophyten nach Dringlichkeit, die Erfolgskontrolle und die bereits erwähnte Koordination. Werden die Kräfte gebündelt, kann die Ausbreitung der Invasoren gestoppt werden. Das konnte in Uri zwischen den Jahren 2005 und 2020 eindrücklich nachgewiesen werden.

Landwirtschaft leistet ihren Beitrag

Jost Gisler, Lehrer an der Bauernschule Uri, zeigte auf, dass die Neophyten auch der Landwirtschaft Probleme bereiten. Der Bärenklau etwa kann, wenn er nicht erkannt und fachgerecht entfernt wird, beim Menschen zu schweren Verätzungen der Haut führen.

Riesenbärenklau ist ein Invasiver Neophyt, der Hautausschläge verursachen kann.
Erwin Jörg

Gefährlich für das Vieh ist das Schmalblättrige Greiskraut. Die Pflanze ist giftig und wird auf der Weide von den Tieren gemieden. Wird es jedoch nicht erkannt und gelangt getrocknet ins Heufutter der Tiere, wird es gefressen – was den Tieren schaden kann.

Es gibt noch weitere Beispiele, wie Neophyten den Bauern das Leben schwer machen. Für Ambrosia ist die Bekämpfung zwingend, aber auch das einjährige Berufskraut, das Schmalblättriges Greiskraut und das Erdmandelgras sollten bekämpft werden.

Viele Bauern investieren demensprechend Zeit in die Neophytenbekämpfung. Der Aufwand ist gross. Wie Jost Gisler ausführt, ist diversen Neophyten mit Herbiziden nicht beizukommen. Da bleibt nichts anderes, als die Invasoren von Hand auszureissen. «Wichtig ist die Entsorgung», sagt Gisler. Neophyten gehören nicht ins Grüngut, sondern in die Kehrichtverbrennungsanlage.

Wasserdampf statt Gift

Am Praxiskurs wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine neue und umweltverträgliche Methode zur Neophytenbekämpfung demonstriert. Seit vergangenem Jahr laufen in Uri Versuche mit Wasserdampf. Dabei wird fast kochendes Wasser genau auf die Pflanze gesprüht. Wird das richtig gemacht, «verbrennt» sie bis ins Wurzelwerk. Das Heisswasser kann sehr genau gerichtet und dosiert werden, sodass die Vegetation rundherum keine Schäden nimmt.



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