Mittwoch, 3. März 2021
20.12.2020 08:58
Weihnachten

«Zum Advent gehören Krippen»

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Von: Martin Brunner

Schon immer hatte die Adventszeit für Elisabeth Müller mit vielen Krippen und Figuren einen hohen Stellenwert. Dieses Jahr allerdings musste sie sich etwas Spezielles einfallen lassen.

Wie jedes Jahr seit 2006 machte sich Elisabeth Müller vom Rütteli in Kaltbrunn SG im November an die Arbeit, um in ihrem Stall die Krippen und Figuren für die Adventszeit herzurichten.

Krippenlandschaft mit zwei Teilen

Das Arrangement besteht jeweils aus einer Krippenlandschaft mit zwei Teilen. Der eine ist dem biblischen Geschehen gewidmet, im anderen zeigt die Bäuerin weltliche Ereignisse. Es geht also zum Beispiel um ein Königreich, den Palast des Herodes, die Wüste, die Herberge in Bethlehem und natürlich um den Unterschlupf für Maria, Josef und das Jesuskind.

Im anderen Bereich kommen vor allem die Landschaft mit Menschen und Tieren in ihrer Umgebung, Alpen, Weiden, Bächlein und vieles mehr zum Zug. Es ist ein Kunstwerk, das sie jedes Jahr wieder auffrischt, zum Beispiel indem sie neues Moos einlegt, das einen feinen Duft verströmt.

Eine nächtliche Idee

«Viele Leute nutzten jeweils die Gelegenheit, kamen in den Stall und bestaunten meine wunderbare Krippenwelt», erzählt Elisabeth Müller. «Etwas zum Trinken und für den kleinen Hunger gabs auch. So erlebten wir jeweils gemütlich und friedvolle Stunden.» Nicht so dieses Jahr. Ihr wurde damals schnell klar, dass die Enge im Stall und das Zusammensitzen in gemütlicher Runde mit der gegenwärtigen Situation nicht möglich sein werden.

Nicht in Frage kam aber, dass sie die Adventszeit einfach so vorbeigehen lassen würde. Also musste etwas Neues entstehen. Doch was? «Irgendwann in einer Nacht hatte ich die Idee, in unserer Umgebung einen Krippenweg zu gestalten. Meine Tochter und die zwei Söhne mit ihren jeweiligen Familien reagierten positiv und sagten mir ihre Unterstützung zu.» Solche kam auch von ihren Nachbarn Evelyn und Franz von Aarburg, Ursi und Ruedi Hager sowie Elsbeth und Markus Steiner, die am Rundweg wohnen und ihre eigenen Beträge leisteten.

Krippenweg kommt an

So wurde es möglich, dass nun an 22 Stationen immer wieder etwas Advent zu erleben ist. Maria, Josef und das Jesuskind platzierten Elisabeth Müller und ihr Team in einem kleinen Unterstand ausserhalb des Kuhstalls. Ein geschmückter Christbaum steht auf der anderen Seite des Stalls. Hier öffnet sich der Blick ins Glarnerland und zum Zürichsee.

Ein kunstvoller Engel schwebt neben dem Wohnhaus, wo auch ein Hirte mit seinen Schafen sowie der Samichlaus stehen. Etwas weiter oben geniessen die drei Könige in abstrakter Form die Aussicht. Überall hängen zudem Christbaumkugeln, Weihnachtssterne, scheinbar fliegende Engel und vieles mehr. «Wir haben offenbar eine gute Möglichkeit gefunden, denn die Reaktionen auf den Weg sind schön. Viele freuen sich und sind froh, dass die Tradition weitergeht.»

Kinder gestalteten Advent

Die Geschichte dieses Krippenweges hat ihren Ursprung in der Kindheit von Elisabeth Müller. Denn schon für ihre Eltern hatte die Adventszeit besondere Bedeutung. Damals also entstand ihre Begeisterung für Krippen und Figuren. Diese wollte sie ihren drei Kindern weitergeben.

«Ich gab ihnen Platz in unserer Stube, wo sie jeden Tag etwas ergänzen durften. Jedes Jahr wurde die Krippenlandschaft grösser. Im Kindergarten erzählten meine Kinder davon und schon bald besuchten uns die ersten Klassen. Erwachsene kamen dazu und das Interesse unseren Krippenlandschaften nahm ständig zu. Bis im Jahr 2005 rund 300 Personen zu Besuch kamen.» Was dann im Jahr 2006 der Startpunkt war für die neue Idee mit dem Stall.

Lächeln im Gesicht

Für Elisabeth Müller ist der Advent nicht nur wichtig, weil sie gerne aktiv ist, etwas bewegt und umsetzt. «Klar ist das Einrichten und Organisieren anstrengend», erklärt sie. «Aber auf der anderen Seite auch wieder nicht. Ich freue mich, wenn ich bei Kindern und Erwachsenen ein Lächeln im Gesicht sehe, wenn sie an meinen Ideen Freude haben. Das gibt mir Kraft und Zufriedenheit.» Umso glücklicher ist sie, dass sie auch im Jahr 2020 einen Weg gefunden hat, um genau solche Momente zu ermöglichen.

 

Hof mit Milchkühen

Ab 1967 und bis 1970 führten Toni und Elisabeth Müller den Hof im Rütteli mit neun bis zehn Milchkühen, neun Rindern und sieben Hektaren Land. Dann gabs einen Unterbruch, während dem sie das Land verpachteten. Doch als Toni Müller 50 Jahre alt war, kehrten die beiden zur Landwirtschaft zurück. «Mein Mann besorgte zur Hauptsache den Hof und ich arbeitete im Elektrofachgeschäft», sagt die ehemalige Bäuerin. «2005 kam die Pension. Gleich danach entstand die Idee mit der Krippenlandschaft im Stall.» mab

 

 

 

 

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