Sonntag, 26. Juni 2022
10.05.2022 07:02
Österreich

A: Zuchtrinderexporte sanken deutlich

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Von: aiz

Die Rinderzucht Austria ZAR teilt ihre Zahlen mit. Im vergangenen Jahr wurden 23’202 Zuchtrinder exportiert, um 15,4% oder 4’000 Stück weniger als im Jahr zuvor.

Die österreichische Rinder- und Kälberproduktion erreichte laut Zahlen der Statistik Austria für das Jahr 2021 einen Produktionswert von 833  Millionen Euro (873 Millionen CHF) und damit ein Plus von 8,8%. Die Milchproduktion erzielte 1,473 Millionen Euro (1.545 Millionen CHF) (+5,3%). Beide Produktionssparten halten derzeit einen Anteil von 27,3% am gesamten landwirtschaftlichen Produktionswert. Dazu zählt auch der Zuchtviehexport, der seit vielen Jahren ein wichtiges Standbein und zusätzliches Einkommen für die heimischen Rinderzüchter darstellt. Dies teilt die Rinderzucht Austria (ZAR) mit.

Ab-Hof-Preis erhöht

Summiert man den Wert der ins Ausland verkauften Zuchtrinder, so kommt man auf eine Wertschöpfung von rund 43 Millionen Euro (45 Millionen CHF) für die heimischen Betriebe. Der Durchschnittspreis auf den insgesamt 125 durchgeführten Versteigerungen betrug 1.832 Euro (1.92 CHF) ( (netto, ohne Zuchtkälber weiblich). Die Erlöse lagen damit im Schnitt um 2% über jenen von 2020. Die Ab-Hof-Preise erhöhten sich im Schnitt von 1.394 auf 1.417 Euro ( 1.357  auf 1.486 CHF) und legten damit um 1,7% zu.

Im vergangenen Jahr wurden 23’202 Zuchtrinder exportiert, um 15,4% oder 4’000 Stück weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Zuchtrinder gingen in den vorder- und zentralasiatischen Raum, in Summe 10.500 Stück, was einem Anteil von 45% aller exportierten Tiere entspricht. Weitere 9.600 Tiere beziehungsweise 42% wurden direkt von Kunden aus Nachbarländern angekauft und 2.700 Stück (12%) wurden in weitere Mitgliedsländer der EU geliefert. Die Transporte selbst werden nach den strengen gesetzlichen Vorgaben der EU sowie der heimischen Tiertransportverordnung von den Exportfirmen durchgeführt. Oberstes Ziel von Verkäufer und Käufer ist es, dass die Tiere bei bester Gesundheit bei den Zielbetrieben ankommen.

Genetik international geschätzt

«Wurden die Exporte bisher immer über die Zuchtverbände erhoben, so werden seit heuer erstmals die Zahlen direkt aus dem Rinderdatenverbund RDV übernommen. Damit haben wir die Möglichkeit, die Exporte zeitnaher und vor allem noch präziser direkt aus den Abgangsdaten der Zuchtrinder zu ermitteln», informiert ZAR- Geschäftsführer Martin Stegfellner .

Im internationalen Vergleich ist die österreichische Rinderwirtschaft sehr klein strukturiert. Aktuell werden 35 Rinder je Betrieb gehalten, aber genau diese kleinen Strukturen werden von den internationalen Käufern hochgeschätzt. Eine große Vielfalt Genetik steht Kunden zur Verfügung. Im Jahr 2021 beschäftigen sich 20’278 Betriebe intensiv mit der Rinderzucht. Sie hielten in Summe 438’000 Herdebuchkühe und sind auch Mitglied bei einem der elf Zuchtverbände. Diese organisieren in Zusammenarbeit mit den Exportfirmen den Zuchtviehexport. So wurden im Jahr 2021 im Schnitt täglich 66 Rinder, hauptsächlich Zuchtkalbinnen, aus Österreich exportiert.

Nach der erfolgreichen Lieferung der Tiere erhalten die Kunden oftmals Schulungen vor Ort, bei Bedarf auch in Österreich. Als wesentlicher Inhalt steht dabei der Besuch von heimischen Zuchtbetrieben, auf denen die praktische Arbeit mit Schwerpunkt Rinderzucht, Tiergesundheit und betriebli ches Management vermittelt wird. Generell nimmt das Marketing für heimisches Zuchtvieh, nach coronabedingten Ausfällen, wieder Fahrt auf. Wurden in den letzten zwei Jahren aus diesem Grund nahezu alle Messen virtuell durchgeführt, so gibt es bereits jetzt wieder erste internationale Auftritte mit hochwertigen österreichischen Zuchtkalbinnen auf physischen Messeständen.

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