Freitag, 5. März 2021
02.01.2021 11:54
Geflügel

«Achten auf eine optimierte Fütterung»

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Von: Ann Schärer, lid

Jedes Demeter-Huhn ermöglicht einem männlichen Küken das Grosswerden. Die so genannten Bruderhähne wachsen unter biodynamischen Bedingungen mit Auslauf und Demeter-Futter auf. Nach einigen Monaten kommen sie als Junghahnfleisch auf den Markt. Susanne Huber, Co-Geschäftsführerin der Demeter Geschäftsstelle, erzählt mehr über die Bruderhahn-Aufzucht.

Frau Huber, wie sind die Erfahrungen mit der Bruderhahn-Aufzucht?
Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Hähne gut aufziehen lassen, optimieren möchten wir nun noch im Bereich der genutzten Rassen und bei der Fütterung. Die Demeter-Landwirte sind seit 2019 durch die Richtlinien zur Aufzucht der Bruderhähne verpflichtet.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Bruderhahn-Eiern und Junghahnfleisch?
Die Nachfrage nach den Eiern ist sehr gut, der Bedarf kann gerade so gedeckt werden. Neben den Hennen werden aber eben auch Hähne geboren, welche auch ein Recht auf Leben haben. Dieses Bewusstsein muss auf Seite der Konsumenten und Konsumentinnen noch etwas geschärft werden, sodass auch das Junghahnfleisch genügend Absatz findet. Diejenigen, die eine Landwirtschaft mit einem geschlossenen Kreislauf unterstützen, schätzen das Fleisch der Hähne sehr. Wir rechnen damit, dass der Abverkauf der Eier und des Fleisches tendenziell noch zunimmt.

Wie sieht das Ganze vom ökologischen Standpunkt her aus? Die Bruderhahnaufzucht braucht ja mehr Ressourcen wie Flächen und Futter…
Die Flächen und das Futter würden ja nicht ungenutzt bleiben, sie würden einfach in die Aufzucht weiterer Legehennen investiert. Sowohl der Ressourcenverbrauch als auch das Problem des Kükentötens bliebe bestehen. Bei der Bruderhahnaufzucht achten wir auf eine optimierte Fütterung und füttern nur so lange, wie Futteraufnahme und Gewichtszunahme stimmen. Es kommt der Punkt im Leben jedes Hahnes, wo sich gefressenes Futter und Zunahme nicht mehr die Balance halten. Dann ist der Zeitpunkt der Schlachtung gekommen. Je extensiver die Rassen, mit welchen die Betriebe arbeiten, desto extensiver die Fütterung.

Zweinutzungshuhn: Eier und Fleisch

Eine weitere Möglichkeit, das Töten von Küken zu vermeiden ist, in der Zuchtgeschichte einen Schritt zurückzugehen und wieder Zweinutzungsrassen zu züchten. So wie das bei unseren Vorfahren der Fall war. Diese Hühner legen weniger und kleinere Eier, die Zweinutzungshähne sind weniger fleischig und ihr Fleisch wie bei der Bruderhahnaufzucht teurer als das von Mastlinien. Dazu kommt, dass Zweinutzungshennen mehr Futter benötigen um die gleiche Menge Eier zu legen wie Hennen von Legerassen.

Coop hat das Projekt Zweinutzungshuhn 2014 als Pilotbetrieb gestartet und laufend weiter ausgebaut. Inzwischen werden im Rahmen des Projektes auf rund zehn Bio-Betrieben Zweinutzungshühner gehalten. In diesen Bio-Ställen leben insgesamt etwa 10’000 Zweinutzungs-Legehennen. Die männlichen Küken aus demselben Schlupf werden ebenfalls in Bio-Betrieben aufgezogen. «Die Nachfrage nach Eiern von Zweinutzungshühnern nimmt stetig zu», sagt Andrea Luca Ruberti, Mediensprecher von Coop Schweiz. Die Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden seien durchwegs positiv. Die Eier dieser Legehennen sind unter dem Label «Zweinutzungshuhn» in insgesamt rund 150 grösseren Coop-Supermärken erhältlich.

Das Unternehmen Respeggt GmbH mit Sitz in Köln hat eine High-Tech-Methode entwickelt, die es erlaubt, am neunten Bruttag das Geschlecht des Kükens zu bestimmen und so die männlichen Küken gar nicht erst schlüpfen zu lassen. -> Mehr dazu hier

Demeter-Landwirte halten «Junghähne im Glück».
Margrit L.v.Schipholt, Demeter

One Response

  1. Grundsätzlich finde ich die Idee sehr gut und wir haben auch schon „Hahn im Glück“ gekauft. Allerdings ist ein Poulet doppelt so teuer und es ist viel weniger Fleisch dran. So brauche ich zwei Hähne und zahle damit für ein Mittagessen 4 mal so viel wie bei einem normalen Poulet. Daher für uns leider nicht bezahlbar.

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