Sonntag, 17. Januar 2021
28.01.2012 06:49
Simmental und Swiss Fleckvieh

Jungkuhchampionnat: Brüggers hatten gut lachen

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: Samuel Krähenbühl

An der Nachzuchtschau von Swissgenetics am Mittwoch in Thun waren Töchtergruppen von fünf Simmentaler- und vier Swiss-Fleckvieh-Stieren zu sehen. Beim Jungkuhchampionnat dominierte Gilgian Brügger, Frutigen. Mit Bildergalerie und Videos.

Gilgian Brügger aus Frutigen hatte zusammen mit seinen Söhnen am Jungkuhchampionnat der Simmentalerkühe gut lachen. Im Auszug für die  Misswahlen standen bis auf Nineron Frivole von Steve und Gilbert Christen, Cheseaux-Noréaz, mit Alex Königin, Unic Aloma und Armon Carmen nur Brügger-Kühe. Die Letztgenannte war es denn auch, welche Richter Christian Tschiemer zur Miss bestimmte. Ihre Komplettheit habe Carmen zum Sieg geführt, begründete er. Der Schöneutertitel ging hingegen in eine andere Talschaft: Miss Schöneuter wurde Konrad Astra von  Ueli Bach, Turbach.

Enge Entscheidung

Die Entscheidung bei den Misswahlen der Swiss-Fleckvieh-Kühe war  eng. Im Auszug der besten fünf Kühe standen mit Vinos Bianca von Beatrice Brechbühl, Konolfingen, und Noris Galante, Hans Bohren, Langnau, zwei Kühe, welche es aus den Nachzuchtgruppen und nicht aus den Kategorien des Jungkuhchampionnats in den Final geschafft hatten. Weiter standen Voltaire Bastia von  Fritz Niederhauser, Boltigen, sowie Kevin Tamara von Samuel und Ulrich Küenzi, Blausee-Mitholz, im Schlussgang. Doch den Miss-Titel vergab Richter in einem engen Finale nicht an  die praktisch ebenbürtige Kevin Tamara, sondern an Voltaire Tamina von  Jan und Markus Jungen, Kiental. Miss Schöneuter SF wurde Noris Galante von Hans Bohren, Langnau.

Drei Sämi-Söhne

Bei der Nachzuchtschau waren nicht weniger als drei Töchtergruppen von Sämi-Söhnen zu sehen, wovon zwei (Sascha und  Nestor) aus der Sektion Simmental und eine (Noris) aus der Sektion Swiss Fleckvieh. Bei allen drei schlug Sämis Vererbungsmuster durch: ideale, unter den Vierteln platzierte Ziten, aber auch nicht allzu hohe Hintereuter. Während die Sascha-Töchter zwar viel Eleganz, aber etwas wenig Bemuskelung zeigten, waren die Nestor-Töchter deutlich massiger. Dafür waren deren Becken teilweise etwas flach. Die Töchter von Noris, dem Sämi-Sohn aus der Red-Holstein-Kuh Stadel Nivea, zeigte hingegen eine gute Beckenlage. Bei ihnen waren allerdings die Voreuter nicht allzu lang. Zu bemerken ist zu allen drei Sämi-Gruppen,  dass die Euter der Küher nicht allzu voll waren, was ein Urteil etwas erschwerte.

Vom Simmentaler-Stier Lenz (AlexAldor) waren insgesamt gute Töchter zu sehen, wobei eine gewisse Streuung zwischen mächtigen Einzeltieren auf der einen und Kühen mit eher wenig Flankentiefe auf der anderen Seite festzustellen war. Bei den erstgenannten, stark bemuskelten, liess  sich eindeutig das Vererbungsmuster von Aldor erkennen, was leider teilweise auch bei der Knochenqualität im Bein der Fall war.

Vom Manor-Sohn Unic wurde eine ausgeglichene Gruppe mit eleganten Tieren, mit einer guten oberen Linie und wenig Eutervolumen gezeigt. Man hätte sich bei einigen Tieren allerdings noch gerne etwas mehr Entwicklung gewünscht.

Gute Hintereuter bei Adi

Vom frühen Hugo-Sohn Adi waren nur vier Töchter zu sehen. Doch punkto Hintereuter war es die beste Töchtergruppe eines Simmentaler-Stiers an diesem Tag. Bei nur vier Töchtern war es allerdings schwierig, sich ein abschliessendes Bild zu machen.

Bekannte Blutlinien

Neben Noris waren noch von drei weiteren SF-Stieren-Töchtergruppen zu sehen. Bei zwei von ihnen zeigte sich das Problem, dass trotz einer eigentlich breiten genetischen Ausgangslage aus den zwei Rassen Simmental und Red Holstein die neu begründete Swiss-Fleckvieh-Rasse bereits Probleme einer engen Blutführung hat. So ist Lons (Kata x Pickel) recht stark auf das bei SF bereits sonst stark vertretene Caveman-Blut gezogen. Die gefälligen Töchter zeigten mit ihren drüsigen Eutern diese Abstammung. Im Typ entsprachen sie weitgehend dem SF-Zuchtziel einer mittleren Kuh, wobei man sich hier und da auch aus SF-Sichtweise etwas mehr Flankentiefe erwünscht hätte.

Auch Vinos (Voltaire x Loyd) stammt mit seiner Abstammung aus der Valérie-Familie zum einen und Stadel und Loyd zum anderen aus einem bereits stark genutzten Blut. Die Vinos-Töchter waren teilweise sehr gross und zeigten abgezogene Becken. Sehr positiv fiel auch auf, dass sie eine recht gute Knochenqualität im Bein zeigten, was ein Schwachpunkt von Vater Voltaire war. 

Tonto (Dandolo x Kain) hingegen bringt etwas mehr andere Blutlinien hinein als die beiden vorgenannten SF-Stiere. Die Tonto-Töchter zeigten hohe, festsitzende Euter und kurze, wenn nicht schon fast zu kurze, gut platzierte Zitzen. Weniger überzeugend war die teilweise unruhige obere Linie sowie die etwas mangelnde Flankentiefe.

Zur Bildergalerie…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE