15.10.2017 11:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
St. Gallen
25 Tonnen Stroh für die Olma-Tiere
Bis an der Olma Kühe auf dick eingestreuten Lägern bewundert werden können und Rennschweine ihre Runden drehen, ist viel Arbeit nötig. Die Fäden in der Hand hat Christian Manser, Präsident der Olma-Tierschauen.

Christian Manser ist Lehrer und Berater bei der Fachstelle Rindvieh am Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen. Immer im Oktober ist er allerdings anderweitig beschäftigt. Manser ist nämlich Präsident der Olma-Tierschauen und so mitverantwortlich für die Tierausstellung und das Arena-Programm an der Olma. Es ist dieses Jahr schon seine 17. Messe – trotz dem grossen Aufwand. «Die Vorbereitung läuft das ganze Jahr über», erzählt er. «Sie entspricht knapp einem 20-Prozent-Pensum. Die Hauptarbeit fällt   im September und Oktober an.»

Jersey nicht verstecken

Die Tierauswahl läuft über die Zuchtverbände und den Gastkanton. «Wir machen die Stalleinteilung und legen fest, wo welche Kuh steht», umreisst Manser seine Aufgabe. «Dabei muss das Gesamtbild stimmen. Behornte Kühe sollte man von vorne sehen können. Jersey-Kühe darf man nicht verstecken zwischen den grossen Rassen. 

Bei der grossen Anzahl Tiere entspricht die Halleneinteilung einem Puzzlespiel. 56 Elitekühe, 36 Milchvieh-Auktionstiere und eine Lebensleistungskuh sind bei der Eröffnung aufgestallt. Nach der Milchvieh-Auktion am Dienstag werden die Stallungen aufgefüllt mit 24 Elitekühen, sechs Kühen aus einer Zuchtfamilie  und sechs 100000er-Kühen.

Vielfalt an Tieren

Dazu kommen sechs Mutterkühe mit Kalb und ein Stier, vier Stuten mit Fohlen, je zehn Schafe und Ziegen, zwei Muttersauen mit Ferkeln, ein Eber, eine Jagergruppe, Geflügel und –  wichtig – 15 Rennschweine. Diese stammen laut Manser immer vom gleichen Betrieb: «Dieses Jahr findet an der Olma zum 21. Mal das Schweinerennen statt, und die Rennschweine wurden wieder von  Hans und Susanne Milz aus Amlikon-Bisegg TG trainiert. Sie bringen die Jager, die   vier bis fünf Monate  alt sind, sowie sämtliche Infrastruktur fürs Rennen.  An diesem haben die Leute Freude, solange das so ist, führen wir es durch.»

Volles Olma-Gelände

Während die Schweinerennen   seit Jahren ein beliebter Event an der Olma sind, haben andere Ideen das Nachsehen. «Es gäbe viel, was wir gern noch zeigen oder vorführen würden», erklärt Manser. «Leider gibt es zu wenig Platz. Das Olma-Gelände ist voll, und wenn man die Kuh-Elite würdig präsentieren will, darf man nicht viele Tierplätze verlieren.

Wir haben auch schon Wasserbüffel und Strausse ausgestellt und letztes Jahr den Laufstall mit Melkroboter aufgebaut. Eine solche Infrastruktur ist aber nicht jedes Jahr möglich – sei es aus finanziellen Gründen, oder weil eine andere Sonderschau die Fläche beansprucht.» Heuer wird Manser dafür zwei 30-minütige Vorführungen zu den Kuhsignalen bestreiten.

Stroh  kam  am Montag

Wenn Manser also in der Arena steht und die Kuhsignale erklärt, haben er und sein Team schon viel geleistet. Die Tiere wurden schon am Dienstag eingestallt – zuerst alle Milchkühe, dann Mutterkühe, Schafe, Ziegen Pferde etc. Seit Montag schon ist das Stallteam – bestehend aus 22 Personen – am Werk.

Am Montag wurden Heu, Stroh und Futter angeliefert – und das nicht zu knapp. Manser: «Pro Olma verbrauchen wir 25 Tonnen Stroh, die wir zur besseren Saugfähigkeit mit  12 Tonnen Strohwürfeln mischen, und 25 Tonnen Heu. Das Kraftfutter liefert die UFA als Sponsor, wir ergänzen es mit Maiswürfeln,  Zuckerrübenschnitzeln  und Luzerne.»

25000 kg Milch 

Für die Melktechnik ist DeLaval zuständig. Der grösste  Teil der Kühe wird mit einer Rohrmelkanlage gemolken, auf einem Läger kommt eine Eimermelkanlage zum Einsatz. So kommen während der Messe 25000kg Milch zusammen, Bio und ÖLN gemischt. «Abnehmerin ist die Züger Frischkäse AG, die daraus Olma-Mozarella-Herzli herstellt, die im Olma-Stall verkauft werden.

Laut Manser in einer Nacht-Aktion: «Am Mittwochabend vor der Eröffnung wird die erste Milch geholt, am Donnerstagmorgen werden die frischen Mozzarella-Herzli angeliefert.» Die Olma brauche kein Lieferrecht. Die Bauern, die Kühe ausstellen, werden mit einem Landi-Gutschein entschädigt. Ihnen entstehen sonst keine Kosten: Die Versicherung – jede Kuh ist für 10000 Franken versichert – Futter und Pflege übernimmt die  Olma.

600 m3 Mist

Sie sorgt auch dafür, dass die anfallenden  600m3 Mist  abgeführt  und zum Teil kompostiert werden. «Wir müssen dick einstreuen, sonst gibts sofort eine Sauerei», meint Manser dazu. Und eine Sauerei wollen weder die Zuschauer noch das Stallteam. Denn nach Messeschluss müsse es schnell gehen, betont Manser: «Am Sonntag, 22. Oktober, schliesst die  Olma ihre Tore, am Montag um 9 Uhr sind alle Tiere weg, bis am selben Abend ist die Halle leer und gewaschen.»

Dann gehts los mit der Vorbreitung für die Olma 2018. Die Fête des vignerons ist Ehrengast. Die Kühe werden aus dem Raum Ostschweiz stammen. Und auch das Schweinerennen ist wieder geplant.

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