11.01.2015 06:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Beat Thuner
Swiss Expo 2015
An vieles denken, bevor es nach Lausanne geht
Für Dino Balestra aus Savognin GR hat die Swiss Expo einen hohen Stellenwert. Die Vorbereitung der Tiere ist zeitaufwendig. Dann gibt es noch viel anderes im Zusammenhang mit der Viehausstellung zu organisieren.

An der diesjährigen Swiss Expo in Lausanne wird Dino Balestra aus Savognin GR zum vierten Mal mit einem Teil seiner Tiere teilnehmen. Der «Schweizer Bauer» durfte ihm bei den Vorbereitungen zu diesem Anlass  über die Schultern schauen. «Durch die spezielle Atmosphäre und das Ambiente hat die Swiss Expo einen hohen Stellenwert für mich. Zudem sind Leute aus aller Welt anwesend», schwärmt Dino.

Viehzuchtvirus

Dino Balestra wächst in Savognin auf, dort besitzt sein Vater einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb. Das erstaunliche ist, dass der Vater zu Hause Ziegen und keine Kühe hält. Schon als kleiner Junge geht Dino deshalb jeweils zum Nachbarn, der Milchkühe hält. Auf diesem Betrieb wird er mit dem Viehzuchtvirus befallen. Mit Vieh von Nachbarn oder Kollegen geht er schon sehr früh als Jungzüchter an Viehschauen oder Ausstellungen.

Nach der Ausbildung zum Landwirt trat Dino vor rund sieben Jahren eine Stelle beim LBBZ Plantahof in Landquart GR an. Im Sommer führt er auf der Alp des Plantahofs in Parpan GR Vieh-, Feld- und Waldarbeiten aus. Im Winter ist er im neuen Stall des Plantahofs als Melker und Betreuer fürs Vieh zuständig. Bei Ausstellungen und Viehschauen ist er zudem verantwortlich für die Vorbereitung der Kühe des LBBZ.

Kauf der ersten Kuh

«Irgendwann, kurz nach der Lehre, habe ich an einer Auktion mein erstes Rind gekauft», so Balestra weiter. Das erste Rind war eines der Rasse Holstein, ansonsten liegt der Fokus aber auf der Rasse Braunvieh. Da er aber keinen eigenen Betrieb besitzt, stellt er seine Kühe jeweils bei zwei oder drei Kollegen ein. Ein Ziel von Balestra wäre es, bei der Zucht selber ein gutes Tier herauszubringen. Bislang ist ihm dies aus verschiedenen Gründen noch nicht gelungen.

Intensive Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für die Swiss Expo sind umfangreich und zeitaufwendig. Bereits lange vor der Ausstellung wird als Erstes die Fütterung der Tiere für die Schau entsprechend angepasst und umgestellt. Rund einmal pro Monat wird den Tieren das Fell geschoren. Damit das Fell möglichst fein ist, wird das Tier einen Monat sowie ein bis zwei Tage vor der Ausstellung nochmals geschoren. Ein Monat im Voraus beginnt das intensive Waschen der Tiere. «Mindestens alle zehn Tage werden die Tiere gewaschen. Damit wird verhindert, dass das Fell verschmutzt», erklärt Balestra das Vorgehen.

Für den grossen Auftritt in der Arena muss natürlich auch geprobt werden. Etwa zwei Monate vor der Ausstellung wird begonnen, mit den Tieren am Halfter zu laufen. Dies wird gegen den Zeitpunkt der Schau hin intensiviert.

Am Tag der Ausstellung werden die Tiere extra gestylt und für den Ring bereit gemacht. Diese Aufgaben übernimmt Dino Balestra in der Regel selbst. In Lausanne jedoch hat er einen Profi-Styler engagiert, um seine Tiere herauszuputzen. Dies auch aus dem Grund, weil er für die Vorbereitung der drei Tiere des LBBZ Plantahof verantwortlich ist.

Selbstkritisch sein

Auswahl und Anmeldung der Tiere finden etwa eineinhalb Monate vorher definitiv statt. «Für mich ist es wichtig, dass die Tiere für eine gute Werbung an der Schau sorgen. Deshalb bin ich bei der Auswahl  sehr selbstkritisch», sagt Dino Balestra zur Auswahl seiner Tiere. Für die diesjährige Expo hat er zwei Braunviehtiere und eine Holsteinkuh, die ihm zur Hälfte gehört, angemeldet. Die Vorbereitungsarbeiten  am Tier selber für den grossen Auftritt sind das eine, die übrigen Vorbereitungen rund um die Ausstellung ein weiterer wichtiger Punkt.

Für die Züchter und die Betreuer müssen Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe der Ausstellung gefunden und gebucht werden. Ebenso gilt es, den Transport der Tiere nach Lausanne vorzubereiten und zu organisieren. An der Swiss Expo werden nur Platz, Stroh und Sägemehl zu Verfügung gestellt. So müssen neben dem Futter auch Werkzeuge wie Gabel, Karette und so weiter bereitgestellt werden.

Küche kommt mit

Sogar eine kleine Küche und das Essen werden mitgenommen. «Ein Viehanhänger wird nur für den Transport des Materials verwendet», macht Balestra deutlich. Gemeinsam mit Kollegen  betreut er  rund neunzehn Tiere. Die Vorbereitungsarbeiten für eine nationale Schau sind sehr zeitaufwendig. «Ein Hobby nimmt Zeit und kostet, es ist vergleichbar mit  Spitzensport, sofern man vorne mit dabei sein will», meint Balestra abschliessend.

Auf Reise dabei

Wenn Dino Balestras Tiere nächste Woche nach Lausanne an die Swiss Expo reisen, wird auch der «Schweizer Bauer» den Transport begleiten. Wie es auf dem langen Transport vom Osten der Schweiz in den Westen zugeht, können Sie nächsten Mittwoch in unserer Zeitung sowie auf schweizerbauer.ch lesen.

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