29.03.2017 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Swissherdbook
BVD-Sünder für 13 Monate gesperrt
Die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR) schliesst zwei Betriebe für 13 Monate von allen Ausstellungen aus. Grund ist die Auffuhr einer Kuh aus einem wegen BVD gesperrten Betrieb an der Expo Sarine.

Der ASR-Vorstand schliesst zwei Betriebe, die an der Expo Sarine vom 25. Februar gegen sanitarische Vorschriften verstossen haben, für 13 Monate von allen Ausstellungen aus. Das geht aus einer Mitteilung der ASR von gestern Dienstag hervor. An dieser Ausstellung im Espace Gruyère in Bulle FR wurde eine Kuh im Ring präsentiert, die zuvor in einem vom Kantonstierarzt wegen Boviner Virus-Diarrhoe (BVD) gesperrten Betrieb gestanden hatte.

Falsche TVD-Meldung

Wie Recherchen des «Schweizer Bauer» damals zeigten, hatte dort eine Red-Holstein-Kuh am Wettbewerb unter dem Namen eines Züchters teilgenommen, dessen eigener Betrieb zwar nicht wegen BVD gesperrt war. Gemäss offizieller Tiergeschichte in der TVD stand diese Kuh bis am 13. Oktober 2016 auf einem Betrieb, der in der Zwischenzeit wegen BVD gesperrt ist. Danach war die besagte Kuh aber offiziell nie mehr dort registriert, sondern bei dem Betrieb, unter dessen Namen sie an der Expo Sarine auflief.

Falsche Tiergeschichte

Offenbar war es aber so, dass genau diese Kuh vor der Expo Sarine am 22. Februar auf dem zweiten Betrieb, der wegen BVD gesperrt ist, im Rahmen der monatlichen Milchleistungsprüfung gewogen wurde, obschon sie wie bereits erwähnt gemäss offizieller Tiergeschichte seit dem 13.10.2016 nicht mehr dort stand, sondern wieder in ihrem Ursprungsbetrieb.

Aufgrund dieses Vorfalls hat also nun der ASR-Vorstand gemäss dem ASR-Sanktionsschema gegen beide involvierten Betriebe eine Sperre von 13 Monaten für alle Rindviehausstellungen in der Schweiz ausgesprochen, gültig vom Zeitpunkt der Aufhebung der BVD-Sperre im Betrieb durch den Kantonstierarzt. Laut Reglement können die beiden sanktionierten Landwirte innert 30 Tagen bei der Rekurskommission der ASR Einsprache erheben.  

Schwerer Verstoss

«Das gegenüber ihren Kollegen und dem Organisationskomitee fehlerhafte Verhalten der beiden involvierten Züchter ist ein schwerer Verstoss gegen das revidierte Ausstellungsreglement der ASR», lautet gemäss der Mitteilung die Begründung der ASR.

Das Fehlverhalten der Züchter mit der Auffuhr einer Kuh aus einem gesperrten Betrieb hatte in der Folge noch weiter reichende Konsequenzen: Sowohl die Swiss National Sale, welche am 24. März, und die Expo Bulle, welche am 25. März hätten stattfinden sollen, wurden zwar  wegen der unsicheren Lage bezüglich BVD, aber namentlich ganz konkret auch aufgrund dieses Vorfalls abgesagt.

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