14.02.2017 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
BVD
Expo Gruyère wegen BVD abgesagt
Trotz millionenteurer Bekämpfung sind momentan 55 Betriebe im Kanton Freiburg wegen BVD gesperrt. Die Expo Gruyère vom Samstag wurde wegen BVD abgesagt. Die Durchführung der Expo Bulle ist in der Schwebe.

Zurzeit sind im Kanton Freiburg 24 Betriebe wegen BVD gesperrt, wie der stellvertretende Kantonstierarzt Michel Schmitt auf Anfrage bestätigt. Weitere 31 Betriebe stehen bis zum Abkalben und Vorliegen des BVD-negativen Testresultats des Kalbes von einzelnen trächtigen und verdächtigen Kontakttieren ebenfalls unter einer Verstellsperre. Schmitt bestätigt, dass die BVD-Fälle im Kanton Freiburg zugenommen haben. «Es ist aber zu berücksichtigen, dass die Resultate der Tankmilchuntersuchungen ebenfalls im Januar eingegangen sind», schiebt er nach.

Auch in Bern neuer Fall

Auch im Kanton Bern wurde kürzlich ein Betrieb wegen BVD gesperrt. Drei Betriebe haben gemäss dem Berner Kantonstierarzt Reto Wyss trächtige Tiere, die bis zur Abkalbung mit einer Verbringungssperre belegt sind: «Bei einem weiteren Betrieb steht ein trächtiges Rind unter Verbringungssperre, das aus Frankreich importiert wurde und Antikörper gegen BVD aufweist.»

Die vielen BVD-Fälle im Kanton Freiburg haben nun Folgen: Die Expo Gruyère der Rassen Red Holstein und Holstein vom kommenden Samstag wurde abgesagt. «Auch viele BVD-freie Betriebe wollen nicht kommen. Sie befürchten, sonst ihre Tiere im Sommer nicht sömmern zu dürfen», sagt OK-Präsident Cédric Pharisa. Zudem habe der Freiburger Kantonstierarzt empfohlen, die Ausstellung abzusagen.

Behörden geben Entwarnung

Noch offen ist, ob die Expo Bulle vom 25. März durchgeführt wird. «Unsere Anmeldefrist läuft bis am 20. Februar. Das OK hat noch keinen Entscheid gefällt. Wir werden die Situation von Tag zu Tag neu beurteilen», sagt Geschäftsführer Adrian Haldimann. Er betont allerdings, dass ohnehin sämtliche aufgeführten Tiere innerhalb von 30 Tagen vor dem Aufführen an der Ausstellung negativ auf das BVD-Virus getestet worden sein müssen. «Sanitarisch gesehen tun wir also das Möglichste», fügt er an.

Während die Freiburger Behörden für alle Viehausstellungen BVD-Tests verlangen, werden die Tiere, welche nächste Woche aus der ganzen Schweiz an die Tier&Technik in St. Gallen anreisen, nicht auf BVD getestet. Laut den St.Galler Behörden besteht kein Grund zur Beunruhigung. «Es dürfen nur Tiere der Rindergattung aufgeführt werden, die keiner Sperre unterliegen und aus einem anerkannt BVD-freien Betrieb stammen und in diesem mindestens seit 30 Tagen stehen», sagt Kantonstierarztadjunkt Eugen Fauquex.

BVD

BVD (Bovine Virus-Diarrhoe) ist eine viral bedingte Durchfallerkrankung. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen, die mit infizierten Rindern in Kontakt kommen, können erkranken. Kälber, die sich im Mutterleib mit BVD-Viren anstecken, können persistent infizierte, sogenannte PI-Tiere werden. Sie streuen lebenslang BVD-Viren und stellen daher die Hauptansteckungsquelle dar. Unter besonderen Bedigungen erkranken die Tiere an der tödlichen Schleimhautform der BVD, der songenannten Mucosal Desease (MD). blu

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