6.03.2016 10:37
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tierschutz
Fairplayregeln bei überladenen Eutern
Eine Studie zeigt, dass verlängerte Zwischenmelkzeiten das Wohlbefinden von Kühen beeinträchtigen. Nun sollen Kriterien für die objektive Beurteilung des Euterdrucks erarbeitet und erprobt werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR)  und das   Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) wollen  die Thematik «Zwischenmelkzeiten an Milchviehausstellungen» in einem gemeinsamen Projekt weiter bearbeiten. 

Objektive Kriterien

Seitens der ASR werden Markus Gerber, Philippe Gruet und Pascal Monteleone in der Arbeitsgruppe mitwirken, wie Braunvieh Schweiz chreibt. Noch in diesem Jahr sollen geeignete Kriterien für die objektive Beurteilung des Euterdruckes erarbeitet werden. An den wichtigsten nationalen Ausstellungen werden diese dann erprobt. Zudem sollen Fairplayregeln diskutiert werden. Je nach Erkenntnissen muss der ASR-Ehrenkodex weiterentwickelt werden.

Breiter Gang

Im November 2015 haben das BLV  und die Vetsuisse-Fakultät Bern eine Studie vorgestellt zum Einfluss  verlängerter Zwischenmelkzeiten auf   Wohlbefinden und  Gesundheit von Milchkühen.  Dabei zeigte sich, dass Kühe, die während 24 Stunden nicht gemolken werden,  in den letzten sechs Stunden vor dem Melken weniger fressen. Sie  haben ein festeres Euter   und gehen und stehen breitbeinig.  Dies  rührt daher, dass die Kuh versucht, das Euter zu entlasten. Nach 24 Stunden lief bei allen Kühen Milch aus, oft bildeten sich Wasseransammlungen im Euter. Zudem stiegen die Zellzahlen an.

In der Studie wurden Zwischenmelkzeiten von 24 Stunden     untersucht.  Je nach Laktationsphase sind aber auch   Melkintervalle zwischen 12 und 24 Stunden – wie sie an Ausstellungen bemängelt werden –    problematisch.

Euterdruck messen

Bei der Vorstellung der Studie  plante das BLV,  den Füllzustand  der Euter an  Ausstellungen  zu messen.  Vetsuisse Bern schlug  als Merkmale die Euterfestigkeit und die Wasseransammlungen im Euter   sowie die anteilige Belastung der Hinterbeine der Kuh   vor. Diese drei Merkmale   wurden bereits in der Studie erhoben. Ödeme werden  mit Ultraschall festgestellt.

Verboten

Seit 2014 verbietet die Tierschutzverordnung übermässig lange Zwischenmelkzeiten an Viehausstellungen. Sie lehnt sich  an den Ehrenkodex der ASR  an.

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