24.01.2014 06:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Swissgenetics
Jungkuhchampionnat - Ondosa und Vreni waren ganz Schöni
Wie an der Swiss Expo dominierte bei den SF-Kühen Merino Ondosa, Jakob und Michael Berger, Milken am Jungkuhchampionnat in Thun. Bei den Simmentalern gewann Amarone Vreni von Toni und Ueli Schärz, Aeschi.

Auf den Tag genau eine Woche nach der Swiss Fleckvieh-Ausstellung an der Swiss Expo in Lausanne kam es am Jungkuhchampionnat von Swissgenetics am Donnerstag in Thun zu einem Déjà-vu: Wie in Lausanne gewann Merino Ondosa von Jakob und Michael Berger, Milken, den Miss-Titel. «Eine sehr ausgeglichene Kuh mit viel Chic» begründete Richter Roland Abbühl. Und damit nicht genug: Mit Renato Kate der BG Jungen, Kiental, gewann auch die haargenau gleiche Kuh wie in Lausanne den Schöneutertitel. Richter Abbühl lobte in seinem Kommentar den hohen Euterboden und das starke Zentralband von Kate.

Dieses Mal jubeln Schärzes

Bei der Rasse Simmental war dann allerdings fertig mit den Parallelen. Während Toni und Ueli Schärz in Lausanne mit Kuh Nineron Akalei um den Vize-Miss-Titel gebracht wurden, indem die zweitrangierte Kuh in der von ihnen gewonnenen Kategorie im Championnat vorgezogen wurden, hatten sie nun in Thun gut lachen. Richter Beat Hänni machte ihre Amarone Vreni zur Miss Simmental. «Wenn man sie gehen sieht, bekommt man Hühnerhaut. An dieser Kuh sieht man keinen Fehler», lautete Hännis Begründung. Den Schöneutertitel sprach er Dario Melitta von Hans Maurer, Wichtrach, zu. «Es ist eine junge Kuh, deren Euter eine starke Beaderung und gut gestellte Zitzen hat», erklärte er.

Swissgenetics zeigte auch je vier Nachzuchten von Stieren der Rassen Simmental und Swiss-Fleckvieh.

Uneinheitliche Ristos

Die vier gezeigten Töchter von Simmentaler-Stier Risto (NineronXAlik) waren uneinheitlich. Eine Kuh war stark, eine gut und die beiden anderen fielen etwas ab. Diese  Kühe waren überstellt und im Beckenbereich nicht ganz überzeugend.
Die Gruppe der Wirtuos-Töchter (Uran X Beat) waren viel einheitlicher im typ. Die gefälligen Kühe waren alle mittelgross mit insgesamt guten Eutern. Punkto Hintereuter vermochten die Kühe mit ihrer Grossmutter Beat Wolta, der Mutter von Wirtuos, nicht mitzuhalten.

Auch die Gruppe der Atlantik-Töchter (Hugo X Beat) war recht einheitlich. Die Voreuter waren wesentlich besser, als es vom linearen Beschrieb zu erwarten wäre. Auf der anderen Seite hatten die Kühe etwas viel Schwung in den Hinterbeinen.
Die Fabbio-Töchter (Fleuron X Magnum) waren mittelgross mit viel Ausdruck und mit drüsigen Eutern. Die ebenen Becken entsprachen dem Beschrieb.

Viele weiche Fesseln

Die vier Swiss-Fleckvieh-Gruppen zeigten viel mehr Einheitlichkeit als bei früheren Nachzuchtschauen. Das beweist, dass die neu gegründete Rasse auf dem Weg der Festigung ist. Aber alle Gruppen zeigten leider auch ähnliche Schwächen  im Fundament mit weichen Fesseln und viel Schwung in den Hinterbeinen.

Die Saiko-Töchter (BjoernXStadel)  zeigten einheitlichen SF-Typ mit guten, festsitzenden Eutern und starken Zentralbändern. Sie zeigten aber weichere Fesseln und vereinzelt ebene Becken.

Die Cool-Kühe (VillotXStadel)  standen im SF-Typ, wenn auch mit eher wenig Substanz für SF. Und auch hier waren die Fesseln teilweise sehr weich.

Bei den Cynar-Kühen  (StenXMerkur)  schlug teilweise der Sten-Einfluss durch. So waren die  Kühe recht gross und typstark.  Aber auch hier vermochten die Fundamente mit etwas viel Winkel nicht restlos zu überzeugen.

Die Astronom-Kühe (BlitzXPickel) zeigten den besseren Typ, als man vom Beschrieb hätte erwarten können. Die drüsigen Eutern schlugen positiv zu Buche. Aber auch Astronom scheint weiche Fesseln zu vererben.

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