24.09.2016 06:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Marcel Wipfli
Viehzucht
Schauen stärker reglementiert
Nach breiter Kritik am Schauwesen überarbeiten die Schweizer Zuchtverbände das ASR-Reglement für Milchviehschauen. Unabhängig davon hat Braunvieh Schweiz für die Bruna 2017 wichtige Entscheide gefällt.

Die Verbände, die in der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) zusammengeschlossen sind, überarbeiten aktuell den Ehrenkodex. Dieses Reglement für das Bereitstellen und die Auffuhr von Tieren an Milchviehausstellungen steht vor einer weiteren Anpassung. Nach der breiten medialen Kritik zu den Milchviehschauen der letzten Schausaison sahen sich die Zuchtverbände gezwungen, das Reglement zu überprüfen und anzupassen.

Grosser Druck von STS

Auch der Schweizer Tierschutz (STS) setzte zum Angriff auf Milchviehschauen an. So wurde vom STS die Schweizer Delegation an der Europaschau in Colmar hart kritisiert. Der STS gelangte dabei schriftlich an diverse Behörden in der ganzen Schweiz. Der STS schrieb unter anderem, dass in Colmar auch Methoden in Einsatz gekommen seien, die «aus Sicht des Tierschutzes untragbar» seien. Für den Tierschutz sei das «fehlbare Verhalten der Betreuerteams, insbesondere des Schweizer Teams, nur gerade 60 Kilometer von der Landesgrenze entfernt, schockierend und schlichtweg inakzeptabel», heisst es im Papier.

Der Entwurf des angepassten Schaureglements wurde nun in der letzten Woche in den Vorständen behandelt. Wie Markus Gerber, Präsident bei Swissherdbook, mitteilt, hat er den Vorschlag auch in Zug dem Vorstand von Braunvieh Schweiz präsentiert. Neben den Zuchtverbänden wurden auch eine Auswahl von Kantonalbehörden oder Kuhfittern um eine Stellungnahme gebeten.

Original-Züchter handeln

Wie inzwischen zu vernehmen ist, sind bei den Verbänden noch leichte Differenzen zu den einzelnen Artikeln feststellbar. Gerade das Ablassen von Milch während der Ausstellung sorgt unter den Verbänden für Differenzen. Nach einer Bereinigung bei der ASR Anfang Oktober wird wohl das verschärfte Reglement schon für die neue Schausaison in Kraft treten. Der Vorstand von Braunvieh Schweiz beschloss für die eigene Verbandsausstellung eine Kursänderung. An der Bruna 2017 vom 4. bis 9. April in Zug sollen die Kühe nach ihrem Laktationsstadium in die Kategorien eingeteilt werden und auch kategorienweise unter Aufsicht bei vorgegebenen Zwischenmelkzeiten gemolken werden.

Noch viel härter gegen das gängige Styling geht der Original-Braunvieh-Zuchtverband vor. Zur Joba im Dezember wurde ein Reglement aufgestellt, das viele gängige Stylingmethoden ganz verbietet. Das Füttern und das Melken aller Ausstellungstiere erfolgt durch ein vom OK bestimmtes Stallteam.

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