2.12.2012 20:23
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Simmentaler
Simmentaler-Eliteschau: Starke Simmentaler aus dem Emmental
Die Emmentaler konnten an der Eliteschau der Simmentaler-Kühe auftrumpfen. So gewann Lenz Melina von Andreas Hadorn-Gerber, Eggiwil, den Titel einer Miss Senior. Ueli Aeschlimann hatte einen emotionalen Moment.

«Eine wird jetzt Miss - verdient hätte es jede!» Mit diesen Worten leitete Richter Samuel Schmied den Höhepunkt des Tages, die Bekanntgabe des Miss Senior-Titels ein.  Im Ring standen noch drei Kühe, zwei davon aus dem Emmental: Erich Rihanna von Albrecht und Stefan Gerber, Schangnau BE sowie Lenz Melina von Andreas Hadorn-Gerber, Eggiwil BE. Doch einem Sieg der Emmentaler stand noch eine sehr gefährliche Rivalin im Wege: David Nymphe von Familie Schmied, Guggisberg BE, die Miss der Bernischen Eliteschau dieses Jahres. Schmied machte auch keinen Hehl daraus, das er Nymphe sehr wohl kannte. Doch er ging dann trotzdem an ihr vorbei und machte Lenz Melina zur Miss Senior Eliteschau SVS. «Eine sehr, sehr starke Typkuh mit einem abnormal starken Hintereuter», kommentierte er die Miss.

Emotionaler Moment

Einer hatte an der Eliteschau einen besonders berührenden Moment. Ueli Aeschlimann, der Präsident der Schweizerischen Vereinigung zur Erhaltung und Förderung der reinen Simmentaler (SVS). Den ganzen Tag hatte er sachlich und kompetent kommentiert. Doch als die Richter Samuel Schmied die Entscheidung bei der Miss Schöneuter Senior bekannt gab, da war Aeschlimann einen Moment lang sprachlos. Seine Tosio Elke, vorgeführt von Sohn Michael, der den Betrieb anfang Jahr übernommen hatte, holte den Titel einer Miss Schöneuter der älteren Kühe. «Ich muss mich sammeln», meinte er schluchzend, bevor er mit dem Kommentar weiter fahren konnte. «Das ist ein Höhepunkt für mich - und das noch kurz vor meinem Rücktritt als SVS-Präsident.

Straffes Euter

Dabei waren es durchaus sachliche und nicht etwa emotionale Gründe, welche für die beiden Richter Schmied und Hermann Kaufmann ausschlaggebend waren. «Wir haben uns entschieden für die Kuh, welche ein sehr straffes, breites Euter mit einem starken Zentralband hat», begründete Schmied.  Im Auszug der besten drei Euterkühe standen zudem die Miss Senior Melina sowie Konrad Astra von Ueli Bach, Turbach. 

Zweinutzungsziel

Die Misstitel der jüngeren Kühe gab Hermann Kaufmann bekannt: «Wir haben drei ganz starke junge Kühe im Ring, welche das Zweinutzungszuchtziel gut verkörpern.» Es waren dies die Siegerinnen der Kategorie 1, Volfleur Pinia von Walter Mani, Latterbach BE, der Kategorie 2, Nadir Annouk von Beat Hänni, Couvet NE, sowie die Siegerin der Kategorie 3, Nineron Akalei von Toni und Ueli Schärz, Aeschi BE. Doch zum Schluss behielt die jüngste im Ring, Volfleur Pinia die Oberhand und wurde von Kaufmann zur Miss Junior bestimmt.

Wieder ins Emmental

Ebenfalls einen emotionalen Tag dürfte Rudolf Jost-Käser, Wasen BE, erlebt haben. Seine Simmentalerh Appollo Whitney belegte in der Kategorie 2 nur den dritten Rang. Richter Kaufmann hatte vor allem eine starke Bemuskelung gesucht, dabei bewusst etwas mehr Knochensubstanz im Bein in Kauf genommen, und deshalb Nadir Annouk sowie Heli Luana von seinem Mitrichter Samuel Schmied vor Whitney gesetzt. Doch dank ihren Qualitäten im Euter rettete sich Whitney dann noch in das Finale der Euterchampionwahlen der jungen Kühe. Und hier marschierte sie gleich durch und gewann den Miss Schöneuter-Junior-Titel vor den Kategoriensiegerinnen Volfleur Pinia und Nineron Akalei, welche mit ihr im Auszug der besten drei standen. Damit ging also auch dieser Titel ins Emmental.

Rindermiss Edelweiss

Auch die Jungzüchter konnten ihre schönsten Rinder mit Code 60 präsentieren. Diesen Wettbewerb richtete Hansueli Brügger aus Frutigen. Und der Titel blieb dann gleichsam im Dorf. Er ernannte nämlich Hugo Edelweiss von Alexandra, Denise und Hans Jungen aus Frutigen zur Rindermiss.

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