22.11.2017 18:19
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Suisse Tier
Smart Farming bei Kühen erleben
An der Suisse Tier wird gezeigt, welche Möglichkeiten Smart Farming in der Milchviehhaltung bietet. 20 Kühe von Ernst und Markus Knüsel aus Küssnacht am Rigi sind vor Ort – ausgestattet mit Hightech-Transpondern.

Markus Knüsel muss nicht im Stall sein, um die Kühe jederzeit im Blick zu haben. Das Smartphone schlägt Alarm, wenn eine Kuh brünstig ist oder nicht frisst. Will er mehr wissen, kann er sich mit wenigen Klicks auf dem PC im Stallbüro informieren. «Diese Kuh zum Beispiel war letzte Woche zu besamen, der Aktivitätsmesser am Halsband hat uns über die Brunst informiert», zeigt er auf die gezackte Linie auf dem Bildschirm (siehe Foto). «Und dieses Tier hatte Magenverstimmung mit Durchfall. Fress- und Wiederkäuzeiten sanken ab, das Programm schlug Alarm.»

Antenne an der Stallwand

Markus Knüsel, der letztes Jahr die Meisterprüfung absolviert hat, testet die Möglichkeiten des Smart Farmings seit Mitte Oktober. Seither tragen die 28 Kühe im Stall in Küssnacht am Rigi SZ die Halsbänder mit Transponder zur Messung der Aktivität, der Fress- und Wiederkäutätigkeit, und seither hängt an der Stallwand eine Antenne von GEA.

Betriebsspiegel

- Grünlandbetrieb mit Hochstamm-Obstbau (Brennkirschen)
- 4000 Freiland-Mastpoulets
- Braunvieh-Zuchtherde mit 28 Kühen (Milchleistung im Schnitt 8300kg mit 4,07 Prozent Fett und 3,54 Prozent Eiweiss, Zellzahl 71000), 10 Aufzuchtrindern auf dem Betrieb und 7 im Aufzuchtvertrag. sum

Grund ist die Suisse Tier, die vom 24. bis 26. November in Luzern stattfindet. Sie widmet eine Sonderschau dem Thema Smart Farming, und 20 Kühe von Vater Ernst – dem Betriebsleiter – und Sohn Markus Knüsel werden in der Messehalle 1 in einem temporären Laufstall gefüttert und gemolken. An ihnen wird live demonstriert, was das Smart Farming im Milchviehstall für Optionen bietet. 

Erfolgreiche Viehzüchter

Die Technologie stammt an der diesjährigen Suisse Tier von GEA. Von GEA wurden Ernst und Markus Knüsel denn auch angefragt, ob sie bereit wären, ihre Kühe nach Luzern zu bringen. Für die leidenschaftliche und erfolgreiche Viehzüchterfamilie – der Intermediate Champion und Vize-Champion der letztjährigen Bruna, Blooming Brooke, stammt aus ihrem Stall – ist das eine gute Gelegenheit, die Herde zu präsentieren.

«Der Aufwand ist gross», betonen Ernst und Markus Knüsel. Schon am Mittwoch werden die Kühe verladen und in die Luzerner Allmend gefahren, damit sie sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnen können. Vorher müssen alle gewaschen und geschoren werden, und während der Messe ist Markus Knüsel mit seiner Freundin und einem Kollegen vor Ort, um die 20 Kühe zu betreuen und auch, um über seine Erfahrungen mit  Smart Farming und seinen Betrieb Auskunft zu geben.

Die Technik von GEA Live an der Sonderschau

DairyPlan DP C21: Das Herdenmanagementprogramm ist die Basis, um CowScout und DairyNet nutzen zu können.

CowScout: Halsband- oder Fussband-Label, das die Aktivität der Tiere mittels einer Antenne (Stall und/oder Weide) kontinuierlich überwacht. Steigt die Aktivität an (Brunst), kommen die Tiere während 36 Stunden auf eine Alarmliste. Die  Infos sind auf jedem mobilen Endgerät verfügbar. Zusatzfunktionen:
Hals: Aktivität, Fresszeiten, Wiederkäuzeiten
Fuss: Aktivität, Liegezeiten

GEA DairyNet: Cloudlösung, bei der der Tierhalter von jedem mobilen Endgerät Zugriff aufs Herdenmanagementprogramm hat. Er kann Daten abfragen und Eingaben tätigen.

CowView (Agrovet Strickhof, Lindau): Kühe können auf 20cm genau geortet werden. Der Stall wird in Bereiche eingeteilt (Liege-, Fress-, Steh-, Tränkebereich). Weicht eine Kuh von ihrem Verhaltensmuster ab, kommt sie auf eine Alarmliste. Es kann das Verhaltensmuster der Kuh wie auch ihre Positionierung im Stall ausgewertet werden. sum


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