5.09.2019 09:56
Quelle: schweizerbauer.ch - wpf
Zug
Stierenmarkt: Stucki Publikumsmagnet
Der Zuger Zuchtstieren-Markt brachte würdige Mister hervor. Christian Stucki verabschiedete sich offiziell von seinem Siegerstier Kolin. Heute Donnerstagnachmittag folgt mit der Auktion nochmals ein weiterer Höhepunkt. Mit Video

Insgesamt wurden am diesjährigen Stierenmarkt von den Rassen Brown Swiss (BS) 98 Stiere und vom Original Braunvieh (OB) 129 Stiere aufgeführt. Nachdem am Mittwochmorgen 11 Preisrichter 15 Abteilungen OB- und 13 BS-Abteilungen zu richten hatten, standen am Nachmittag die Präsentationen der Siegerstiere in der Arena an. 

Kolin gehört nun Mändel

Zuvor fand aber noch der letzte Akt um den OB-Stier Kolin - den Siegerpreis des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes von Zug statt. Dabei würdigte Stefan Hodel, Chefexperte bei Braunvieh Schweiz, nochmals die Laufbahn des OB-Stieres.

Dabei verabschiedete sich der Schwingerkönig Christian Stucki unter grossem medialem Interesse von Kolin höchst persönlich. Wie populär der Spitzensportler ist, konnte man einmal mehr am Rummel um den Schwingerkönig sehen. Ein Selfie hier, ein Autogramm dort – einfach jeder wollte etwas vom Schwingerkönig 2019.

Mit dabei waren auch Vertreter der Firmen welche Munisponsoren des ESAF waren. Bekanntlich entschied sich König Stucki für die Siegerprämie statt für den Stier. Alle Beteiligten haben nun zusammen entschieden, dass Kolin zurück zum Betrieb und Züchter Otto Nussbaumer aus Unterägeri geht.

Neuer Besitzer ist nun aber Mändel Nussbaumer, der Bruder von Züchter Otto Nussbaumer. Mändel hat über Jahre den Siegerstier top betreut und gepflegt und hat viel Verdienst am ruhigen Charakter von Kolin.

In der Abteilung belegte Kolin in diesem Jahr den sehr guten zweiten Rang und der Besitzer erhielt nach drei erfolgreichen Teilnahmen am Markt nun die Goldmedaille für Kolin entgegen nehmen. Nach einem Interview mit dem Schwingerkönig (siehe unter den Videos) konnten die Oberpreisrichter Josef Portmann und Stefan Hodel zur Tat schreiten und die einzelnen Mistertitel vergeben.

Eugen Hitz und Hans Portmann haben Junior-Mister

Bei den OB-Jungstieren schafften es folgende drei Stiere in den Final: Wenger Walker von Hans Reif-Probst, Bonstetten, N. Looser’s OB William Harald von Eugen Hitz, Trimbach und Valido Einar von Martin Schrepfer, Wald ZH.

Schliesslich gewann N. Looser’s OB William Harald den Titel Junior-Mister. Züchter des Stieres von Eugen Hitz ist Niklaus Looser, Ulisbach. Der im Dezember zweijährige Stier wurde mit 4-4-4-88 punktiert und wurde Valido Einar wegen der feineren Ausprägung im Sprunggelenk vorgezogen.

Bei den BS-Jungstieren war die Qualität im Vergleich zu den Vorjahren besser. Der Mister Junior BS, Roffler’s Norwin Nino von Hans Portmann, Wiggen, überzeugte das Oberpreisgericht sehr. «Ein Stier mit einer guten oberen Linie und auch etwas besser als der Vize-Mister im Vorderstand», lobte Josef Portmann.

Vize-Mister wurde Iten’s Salomon Mister X von Gian-Andrea Hänni, Tschappina GR und Columbus Camillo von Michael Zurfluh, Richenthal LU. Der 22 Monate alte Stier aus der Zucht von Thomas Roffler, Grüsch GR wurde mit 4-4-4-88 beurteilt.

Den Preis für den Titel Mister Genetik beim OB konnte Franz Schindler, Goldau, für Orelio Aaron entgegennehmen. Der Stier aus der Dauerleistungskuh Rico Alma hat einen Gesamtzuchtwert von 1288. Beim BS wurde Lennox Alex von Martin Preisig, Stein AR Mister Genetik. Alex aus der Zucht von Norbert von Rickenbach hat einen genombasierten (ZW-Label GA) Gesamtzuchtwert von 1345.

William Alex verteidigt Titel

Bei den Misterwahlen BS Senior kamen folgende Stiere in die engere Auswahl: Frauenthal  Maximilian Endo von Anton Schmid, Morschach SZ, Zinal Guido von Jakob Frick, Schachen bei Herisau und Glenn Marc von Josef Kiser-Ettlin, Ennetmoos. Mister BS wurde schliesslich Zinal Guido vor Frauenthal Maximilian Endo. 

Der sehr ausgeglichene Stier Guido aus dem Stall von Jakob Frick wurde wegen dem besseren «Gangwerk» Mister. Josef Portmann sprach von einer engen Entscheidung. Der ziemlich genau vierjährige Stier wurde mit 5-5-5-95 punktiert und von Walter Pfändler, Urnäsch gezüchtet.

Vater Zinal ist ein Sohn des bekannten italienischen Stieres Zaster. Bei den Originalen Stieren war das Niveau sehr hoch. In die engere Auswahl um den Titel des Senior-Misters schafften es Ringo Ronny von Felix Giger, Nesslau, Janka Hubi von Daniel Camenzind-Föhn, Gersau und William Alex von Franz Schindler- Scheiber, Goldau. Auch hier sprachen die Experten von einer engen Entscheidung.

Schliesslich konnte William Alex seinen Mister-Titel verteidigen. «Uns gefällt der Stier mit seiner extremen Flankentiefe, Brustbreite und Brusttiefe. Er ist sehr korrekt in der Beckenneigung und hat ein hervorragendes Fundament», so Josef Portmann.

Er und Stefan Hodel bevorzugten William Alex vor Janka Hubi wegen der tieferen Flanke, breiteren Brust, besseren Beckenneigung und dem korrekteren Fundament. Der erfolgreiche Titelverteidiger ist nun mit 5-5-5-96 punktiert.

Winterbergers im Cup

Beim Betriebscup gab es für die Konkurrenz der Gebrüder Winterberger aus Meiringen BE auch in diesem Jahr kein Vorbeikommen. Die drei Stiere von Winterbergers gewannen klar vor denjenigen von Gian-Andrea Hänni, Tschappina GR und Paul Korrodi, Schönenberg ZH.

Wie der glückliche Gewinner Franz Winterberger zu Protokoll gab, fanden bereits sechs von sieben Stiere einen neuen Besitzer schon am Mittag nach dem ersten Markttag. 

Josef Portmann meinten auch, dass in allen Abteilungen würdige Sieger gefunden worden seien. Sowohl beim Original Braunvieh als auch beim Brown Swiss sei die Breite der Qualität besser gewesen als im Vorjahr.

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