27.02.2017 10:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Braunvieh
«Swiss Classic ist stark besetzt»
Walter Rhyner ist der Richter der Swiss Classic, welche am 2. Dezember in der Vianco-Arena stattfinden wird.

«Schweizer Bauer»: Die Swiss Classic gilt als die wohl beste Braunvieh-Ausstellung. Was bedeutet es für Sie, in Brunegg AG richten zu dürfen?
Walter Rhyner: Einerseits eine grosse Ehre, auf der anderen Seite auch eine grosse Herausforderung. Die Swiss Classic ist wohl die Ausstellung, die bis hinten am stärksten besetzt ist. Da es auch ein Wettbewerb für die Züchtergruppen ist, spielt nicht nur die Wahl der Siegertiere, sondern auch die Richtarbeit in den hinteren Rängen eine noch grössere Rolle als sonst. Dies, weil die gesamte Rangierung zur Entscheidung im Wettbewerb um die beste Züchtergruppe beiträgt. Zudem sind die Abteilungen gross.

Grosse Abteilungen, genauestes Rangieren bis in die hintersten Ränge: Das erfordert sehr viel Zeit, oder nicht?
Die Herausforderung ist sicher gross. Vielfach ist der erste Eindruck aber schon der Richtige. Es wird nicht besser, wenn man länger studiert.

Wie sieht es mit Ihrer Erfahrung als Richter an so grossen Ausstellungen aus?
2010 habe ich zusammen mit Angelo Pozzatti die Braunviehschau gerichtet. Im vergangenen Dezember habe ich zudem die Joba in Zug gerichtet.

Wie schätzen Sie die züchterische Entwicklung beim Braunvieh ein?
Die Spitze ist inzwischen extrem stark, aber auch viel breiter geworden ist. Das hat man gerade auch an der letzten Swiss Classic 2015, aber auch an der Betriebsmeisterschaft in Wattwil im Dezember gesehen.

Wie sehen Sie den Einsatz von genomisch getesteten Jungstieren?
Ich bin eher kritisch eingestellt. Als Hilfsmittel ist die Genomik gut, aber meiner Meinung nach bietet die Genomik noch zu wenig Sicherheit.

Sie selber züchten vor allem auf Typ?
Ja, bei mir hat das Exterieur ein hohes Gewicht. Ich habe auf der einen Seite Freude an einer tollen Kuh, auf der anderen Seite sind schöne Kühe auch im Handel besser gefragt. Vor allem gute Euter sind gefragt. Ich setze deshalb vor allem Stiere ein, welche gute Euter vererben. Aber Milch müssen die Kühe natürlich auch geben. 

Zur Person

Walter Rhyner ist 39-jährig und führt zusammen mit seiner Frau und seinem Vater einen Milchwirtschaftsbetrieb in der Bergzone I in Hoffeld SG. Er bewirtschaftet 35 Hektaren Nutzfläche und hält 40 Kühe und etwa gleichviel Jungvieh. Seine Milch liefert er an die Züger AG in Oberbüren. sam



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