20.12.2018 16:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Freiburg
Tiergeschichte nicht gefälscht
Die Expo Bulle 2017 wurde abgesagt. Dies deshalb, weil die Züchter wegen BVD-Risiken ihre Tiere nicht ausstellen wollten. Der Vorwurf an zwei Züchter, sie hätten die Tiergeschichte gefälscht, hat sich als unwahr erwiesen. Die Expo Bulle und der Präsident von Holstein Saane entschuldigen sich.

Anfang 2017 wurden auf mehreren Betrieben im Kanton Freiburg die Krankheit Bovine Virus-Diarrhoe (BVD) nachgewiesen. Insgesamt 55 Betriebe wurden wegen der viral bedingten Durchfallerkrankung gesperrt. 

Die BVD-Fälle wirkten sich auf das Schauwesen aus. Die Expo Bulle und die Expo Gruyère wurden abgesagt. So hat am 3. März 2017 das Organisationskomitee der Expo Bulle 2017 die Absage mit dem mangelnden Vertrauen der Aussteller begründet. Der Grund für diesen Vertrauensbruch lag darin, dass eine Kuh an der Expo Holstein Saane vom 25. Februar 2017 im Espace Gruyère teilgenommen hat, obwohl sie 3 Tage zuvor auf einem wegen BVD gesperrten Betrieb war. Die Kuh wurde dort anlässlich der monatlichen Milchleistungsprüfung gewogen. Der Betrieb des Züchters war aber nicht wegen BVD gesperrt.

In der Pressemitteilung wurde festgehalten, dass «Zwei Züchter …. Die Tiergeschichte der TVD einer Kuh gefälscht haben ….». Der Präsident von Holstein Saane hat anschliessend diese Anschuldigung in seinen Aussagen gegenüber der Presse übernommen. «Nachdem Anfang Woche aufgrund eines Vorfalls an der EXPO Holstein Sarine bekannt wurde, dass gewisse Züchter nicht davor zurückschrecken, mit offenbar unrichtigen Angaben BVD-bedingte Betriebssperren zu umgehen und damit in völlig unakzeptabler und unverantwortlicher Art andere Bestände gefährden, ist das Vertrauen vieler Aussteller nachhaltig gestört», hiess es in einer Mitteilung.

Die zwei Züchter setzten sich gegen die Aussage zur Wehr. Gemäss den betroffenen Züchtern hätten diese eine unkorrekte Information des Helpdesk der Tierverkehrsdatenbank TVD erhalten und deshalb den Kurzaufenthalt nicht in die Tiergeschichte eingetragen, obwohl sie dies hätten tun müssen. Die Rückverfolgbarkeit der Bewegungen war so nicht mehr garantiert. «Glücklicherweise ergab die Untersuchung, dass die Kuh nicht infiziert war», schreibt am Donnerstag Holstein Switzerland in einem Communiqué.

Das Organisationskomitee der Expo Bulle und der Präsident von Holstein Saane entschuldigen sich nun öffentlich bei den beiden Züchtern. «Das OK und der Präsident räumen ein, dass sie zu Unrecht den Ausdruck "Tiergeschichte der TVD gefälscht" verwendet haben und bedauern dies. Die Zivil- und Strafverfahren haben beide Parteien sehr geschadet und sind damit beendet», heisst es in der Mitteilung.

BVD

BVD (Bovine Virus-Diarrhoe) ist eine viral bedingte Durchfallerkrankung. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen, die mit infizierten Rindern in Kontakt kommen, können erkranken. Kälber, die sich im Mutterleib mit BVD-Viren anstecken, können persistent infizierte, sogenannte PI-Tiere werden. Sie streuen lebenslang BVD-Viren und stellen daher die Hauptansteckungsquelle dar. Unter besonderen Bedigungen erkranken die Tiere an der tödlichen Schleimhautform der BVD, der songenannten Mucosal Desease (MD). blu

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