4.11.2016 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Ausstellungen
Topline maximal 4 Zentimeter
Das neue «Ausstellungsreglement für das Bereitstellen und die Auffuhr von Tieren an Milchviehausstellungen in der Schweiz» liegt nun im Wortlaut vor. Das Reglement der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) tritt am 1. Januar 2017 in Kraft.

Das neue Ausstellungsreglement der ASR hatte im Vorfeld für erhebliche Diskussionen gesorgt. Namentlich der Zeitpunkt der Reform wurde aus Viehzuchtkreisen kritisiert, da die Resultate der Studie der Tierklinik Bern erst im nächsten Jahr vorliegen werden.

Eine der entscheidendsten Änderungen gegenüber dem bisher gültigen Ehrenkodex ist die höhere Verbindlichkeit. Das Ausstellungsreglement ist verbindlich für alle Milchviehausstellungen in der Schweiz. «Die ASR (Absatzförderung) und ihre Mitgliedsorganisationen unterstützen nur Ausstellungen, an welchen das ASR-Ausstellungsreglement korrekt angewendet wird», heisst es in Artikel 9, b.

Verhalten im Visier

Die Zielsetzung des Reglements beinhaltet nicht nur die Beachtung des Tierwohls, sondern auch das Verhalten der verschiedenen Akteure unter einander: «Die Tierbesitzer, die Tiervorbereiter, die Tiervorführer, die Organisatoren und die Besucher verhalten sich jederzeit korrekt gegenüber den Kollegen, den Richtern, den Kontrollinstanzen und den Organisationskomitees.»

Das äusserliche Versiegeln der Zitzen ist mit zugelassenen Produkten erlaubt, solange das Wohlbefinden der Kuh nicht negativ beeinflusst wird. Auch das teilweise Milchablassen unter tierärztlicher Aufsicht soll möglich bleiben.

Medikamentöse Behandlungen dürfen nur vom Ausstellungstierarzt gemacht werden. Der Einsatz des Hormons Oxytocin ist nur für das Melken erlaubt, wobei die Zitzen nicht verklebt sind und die Kuh unmittelbar nach der Verabreichung gemolken wird.

Keine Topline von über 4 Zentimeter

Eine ganze Reihe von Massnahmen ist jedoch verboten. Als verbotene Handlungen gelten:
a) Die Anwendung oder Verabreichung von Substanzen, die das natürliche Temperament, das Verhalten und die Körperhaltung des Tieres verändern, insbesondere Periduralanästhesie;
b) das Einsetzen von Fremdkörpern irgendwelcher Art und das Verabreichen von Substanzen in den Pansen mittels Sonde (Drenching);
c) das Verwenden von abgeschnittenen oder künstlichen Haaren zur künstlichen Verbesserung der oberen Linie (Topline) sowie eine Topline über 4 cm;
d) das enge Einbinden der Sprunggelenke sowie der Entzug von Gewebeflüssigkeit im Bereich der Sprunggelenke;
e) jegliche Veränderung der Zitzenform und -stellung;
f) jegliche Versiegelung der Zitzen ausser mit Produkten, die im Anhang aufgeführt sind;
g) die Verwendung von Eis oder anderen kühlenden Substanzen zur Kühlung des Euters;
h) das Verlängern der Zwischenmelkzeiten in einem Mass, welches das Wohlbefinden des Tieres beeinträchtigt;
i) Jeglicher direkte oder indirekte Eingriff zur Veränderung der natürlichen Form des Euters. Dazu gehören auch das Verabreichen von Oxytoxin und anderen Präparaten per Injektion oder auf anderem Weg;
j) das überlange Fixieren der Tiere in einer unnatürlichen Körperhaltung.
Sehr viel konkreter und auch schärfer als heute sind die Sanktionen, welche gegen fehlbare Aussteller getroffen werden können.

Sperren bis zu 25 Monaten möglich

Je nach Verstoss werden folgende Massnahmen getroffen: Ausschluss der Kuh aus dem Wettbewerb, Verwarnung des Ausstellers, Ausstellungssperre des Ausstellers für 13 Monate. Welche Massnahme für welchen Verstoss gilt, wird im Artikel 8 (Sanktionsschema nach Verstössen) dieses Reglements beschrieben. Drei Verwarnungen innerhalb 3 Jahren verursachen die Sperre des Ausstellers für 13 Monate. Eine zweite Sperre innerhalb von 3 Jahren führt zu einer neuen 25-monatigen Sperre.

Ausstellungssperren gelten für alle Milchviehausstellungen in der Schweiz, sowie von der ASR und ihren Mitgliedsorganisationen unterstützte Ausstellungen im Ausland.

Das neue ASR-Ausstellungsreglement

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE