18.10.2016 18:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Viehschau
Viehschau: Sperren bis 25 Monate
Die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR) hat gestern die Einführung eines neuen Ausstellungsreglements beschlossen. Darin sind Sperren von 13 Monaten – im Wiederholungsfall bis 25 Monate – vorgesehen. Wie beurteilen Sie das Vorgehen der ASR? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR) hat an ihrer Vorstandsitzung von Dienstag ein neues ASR-Ausstellungsreglement verabschiedet. «Nach detaillierter Vorarbeit und einem breiten Konsultationsverfahren», wie die ASR in einer Mitteilung schreibt.

Verbindliches Reglement


Entgegen dem heute bereits bestehenden Ehrenkodex der ASR handelt es sich bei der neuen Regelung um ein Reglement, das für alle ASR-Mitgliedsverbände verbindlich ist, heisst es weiter. Das Reglement ersetzt den bisherigen Ehrenkodex und tritt per 1. Januar 2017 in Kraft.

«Rindviehausstellungen sind ein wichtiger Eckpunkt der Schweizer Viehzucht. Die ASR und ihre Mitgliedorganisationen sind überzeugt, mit dem ausgearbeiteten Ausstellungsreglement das Tierwohl ins Zentrum zu stellen», heisst es weiter.

Drei Bereiche

Die neuen Regelungen beinhalten gemäss der Mitteilung Folgendes: «Die klare Reglementierung der erlaubten sowie der verbotenen Hilfsmittel; die Kontrolle der Euterfülle durch eine Kommission vor dem Betreten des Schaurings; ein Sanktionsschema mit klaren Vorgaben zum Ausschluss eines Tieres vor der Rangierung und bei schweren Vergehen einer Sperre des Ausstellers an sämtlichen Ausstellungen für die Dauer von 13 bis maximal 25 Monaten.»

Was bedeutet dies punkto Einsatz von Hilfsmitteln? «Wir stützen uns auf die Tierschutzgesetzgebung, die Tierschutzverordnung und die Verordnung über die Tierarzneimittel. Hier gibt es also keine Änderung gegenüber dem bisherigen Ehrenkodex», präzisiert Swissherdbook-Präsident Markus Gerber auf Anfrage. Die geltenden gesetzlichen Bestimmungen seien jederzeit einzuhalten. Die Verantwortung liege in erster Linie beim Züchter oder Aussteller und im zumutbaren Masse auch beim Organisator der Ausstellung, so etwa für das Bereitstellen einer Tränke.

Kontrolle vor dem Ring


Die Kontrollen beim Eingang in den Ring könnten zur Konsequenz haben, dass das Tier ausgeschlossen werde. «Das führt zu einem Ausschluss des betreffenden Tieres von der Ausstellung, nicht aber zu einer Sperre des Ausstellers», so Gerber.  

Es gebe aber gewisse Vergehen im Sanktionsschema, die mit Ausschluss des Tiers plus einer dreizehnmonatigen Ausstellungssperre geahndet würden: «Dazu gehören unter anderem das Widersetzen gegen die Weisungen der Kontrollkommission, der Einsatz von verbotenen Hilfsmitteln sowie sonstige verbotene Handlungen.»

Sperre gilt national

Eine noch längere Sperre von 25 Monaten sei dann vorgesehen, wenn ein Aussteller binnen drei Jahren erneut gesperrt werde. Entgegen dem heutigen System, bei dem eine Sperre für die entsprechende Ausstellung, nicht aber für andere Ausstellungen des gleichen Verbandes oder sogar eines anderen Verbandes galt, greifen Sperren heute viel weiter. «Bei einer Sperre darf man schweizweit an keiner Ausstellung mehr teilnehmen, welche von der ASR oder einer ihrer Mitgliedorganisationen — sprich den Zuchtverbänden — unterstützt wird», so Gerber. Das seien momentan alle grossen Ausstellungen.

Styler nicht betroffen

Häufig sind es nicht die Aussteller selber, sondern professionelle Styler, welche die Tiere für die Ausstellungen präparieren. Sieht das neue Reglement für sie auch Konsequenzen vor? «Nein. Im Moment sind für die Styler keine Massnahmen vorgesehen. Die Verantwortung für das Tier liegt beim Aussteller. Es ist auch schwierig abzuklären, welcher Styler für welches Tier und welche Handlung zuständig ist. Kontrollen können aber natürlich trotzdem durchgeführt werden», begründet er.

Kontroverse

Über die Einführung und namentlich über den Zeitpunkt der Einführung des neuen ASR-Reglementes gab es in den letzten Wochen eine Kontroverse in der Viehzuchtszene. Namentlich Vertreter aus der Westschweiz um Swiss-Expo-Präsident Jacques Rey plädierten dafür, ein neues Reglement erst in einem Jahr einzuführen, wenn Resultate der Studie von Professor Adrian Steiner vom Tierspital Bern vorlägen. Diese Studie wurde unter anderem von der ASR selber in Auftrag gegeben. sam

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