Dienstag, 2. März 2021
07.12.2020 07:17
Milchvieh

Deutschland: Jedes zehnte Kalb stirbt

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Von: hal

Eine Studie untersuchte die Gesundheit der Milchkühe auf deutschen Milchviehbetrieben. Das Ergebnis: Es gibt viel Verbesserungsbedarf.

Wie gut geht es den Milchkühen in Deutschland? Auf diese Frage soll die Studie PraeRi Auskunft geben, die Ende November veröffentlicht wurde. 

In drei Regionen Deutschlands mit intensiver Milchviehhaltung hat ein Forschungsteam auf 765 Betrieben die Tiergesundheit, Tierhaltung, Hygiene, Fütterung und Biosicherheit bei Milchkühen, Jungtieren und Kälbern untersucht. Insgesamt wurden über 100’000 Kühe und Kälber untersucht. Die Studie offenbart grosse Unterschiede zwischen den untersuchten Betrieben.

Unterkonditionierte Tiere

Insgesamt gebe es viele gut wirtschaftende Betriebe, aber leider auch einen beträchtlichen Anteil an Betrieben, in denen die verschiedenen Aspekte einer guten landwirtschaftlichen Praxis nicht eingehalten wurde mit Konsequenzen für die Tiergesundheit, lauten die Ergebnisse. Und: «Weiterhin war ein Verständnis für Biosicherheit kaum vorhanden und die Dokumentation war oft nicht ausreichend oder wurde nicht entsprechend genutzt», heisst es weiter.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Ketoserisiko mit etwa 30 Prozent in den Betrieben recht hoch ist. Mit 40 bis 50 Prozent noch höher sei das Risiko für eine ungenügende Rohfaserversorgung, also Pansenazidose, wird Studienleiterin Martina Hoedemaker von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (D) von «Agrarheute» zitiert. Es ist offenbar für viele Betriebe schwierig, die Tiere leistungs- und gleichzeitig wiederkäuergerecht zu füttern. Das zeige sich auch darin, dass man bei der Bestimmung der Körperkondition, insbesondere bei den Frühlaktierenden, viele unterkonditionierte Tiere festgestellt habe, so Hoedemaker. 

Mangelhafte Fütterung

Lahmheiten seien bei 20 bis 40 Prozent der Tiere festgestellt worden, sagt die Wissenschaftlerin. Ausserdem seien viele Veränderungen an den Sprunggelenken und viele Tiere mit Verschmutzungen ausgemacht worden. „Teilweise war es auf den Betrieben so, dass wir die Sprunggelenksläsionen nicht beurteilen konnten, weil die Tiere so dreckig waren», so Hoedemaker.

Bei den Kälbern stellten die Wissenschaftler eine hohe Mortalität von durchschnittlich 10 Prozent fest. Die Biestmilchversorgung sei ein nicht endendes Thema auf den Betrieben, sagt Hoedemaker. Diese war oft nicht ausreichend. Hinzu kommt, dass das Tränkemanagement auf vielen Betrieben nicht den neueren Erkenntnissen entspreche. „Auf vielen Betrieben wird immer noch eine rationierte Tränke eingesetzt, statt auf eine ad libitum Tränke zu setzen. Damit werden das Wachstum und die Entwicklung der Kälber nicht optimal gefördert“, erklärt Hoedemaker gegenüber «Agrarheute».

Ein weiterer Aspekt war die Qualität der Silagen. Bei der mikrobiologischen Untersuchung der angeschnittenen Silagen zeigte sich auf jedem dritten Betrieb Verderb.

20 Responses

  1. Und, wie ist es bei uns in der Schweiz? Sicher viel, viel besser!!
    Immer mehr Tiere im Stall, die sich selbst überlassen werden! Hauptsache sie produzieren.
    Gottseidank haben wir den Wolf!
    .

    1. In der Schweiz sind es etwas weniger. Allerdings darf man nicht vergessen, dass rund die Hälfte dieser Kälber tot geboren werden und das ohne äussere Einwirkung. Ja die Realität und die Natur sind nicht so rosa, für wie sie viele halten.
      Gottseidank kommt der Wolf den Stadtregionen immer näher. Endlich haben auch die endlich die Chance die Natur live und nicht aus dem Bilderbuch und dem Googlestream kennen zu lernen.

    2. Au wieder sona Genie eifach öpis plappara kei Ahnig vu Landwirtschaft aber därig Seich schrieba gohsch amol go luaga aber säb isch wohrschynli nid dies Ding könntisch noch Stall schmeckt (stinka) und de muasch amol dVorschrifta aluaga wo dia superintalligenta ussagend all 2Monat wenns guat goht wird an andri Vorschrift ussageh do wörsch ganz Johr nu am andara.l kaufa amol liaber zFleisch vur Schwyz as vu Dütschland oder au Frankreich und Süditalia.

    3. Was für ein respektloser kommentar…überlegen sie mal wie viele hart arbeitende viehalter sie gerade beleidigen. Hirnloses unbedarftes rumgeprolle, mann….

    4. Hallo Katarina, komm doch bitte eine Woche zu uns auf den Hof. Ich zeige Dir gerne meinen Alltag, damit Du vielleicht Deine Einstellung den Landwirten und Bäuerinnen gegenüber änderst. Ab MO, 21.12 um 5.30 Uhr dann siehst Du, dass die Tiere auch an Feiertagen Ihre Bedürfnisse haben und bei uns im Mittelpunkt stehen, bevor wir als Familie Weihnachten feiern.

      1. Cha ig numä sägä Yes !!!!
        Diä wo da immer gross über d’schwizer Buurä abä tuä hei ja gar keh Ahnig.
        We bi üs äs Chäubli schlächt z’wäg isch versuächt mä z’müglachstä dränkt mängisch mit äm Schoppä au drü Stung, wüu jedä Rappä zeut. U änäter Gränzä wärdä setägi erschossä wūu der Ufwand z’gross isch.
        Auso hörät einisch uf über Schwizer Buurä abä z’tuä

        1. Die Buure würdet d Chälbli gschider bi de Muetter Chue lo trinke, denn hättets alls wos bruched on d wördet ned chrank. Muetter schreit den ned nach em Chälbli ond s Chälbli ned nach de Muetter.
          Das esch en trurigi Gschicht.

    5. Dieser Kommentar ist so respektlos und zeugt von totaler Unkenntnis. Ich kann dir versichern wie sehr die CH Bauern um die Gesundheit ihrer Tiere besorgt sind. Ich weiss in der EU wird man ausgelacht wenn man Nachts noch aufsteht und beim Kalben einer Kuh dabei ist,in der Schweiz ist das aber normal. Ich weiss was alles unternommen wird wenn mal ein Kalb erkrankt,vielfach wird das dann zur Aufgabe der Bäuerin. Also Katarina informiere dich bei Bauern und nicht bei Vegan Sekten

    6. Sehr geehrte Frau Staub,

      Ich schliesse mich dem Angebot an und lade sie sehr gerne zu uns auf den Hof ein. Wie andere geschrieben haben können wir nicht einfach Wochenende und Ferien machen denn wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Tieren – wenn es einem Tier nicht gut geht – auch einem unserer Mastrinder – dann leiden wir mit und kümmern uns um jedes Einzelne denn DASS hat etwas mit Respekt und Berufsstolz zu tun. Trotzdem eine besinnliche Weihnachtszeit.

    7. Was für ein dummer Kommentar, selbsverszänich wie immer von jemandem der von Milchviehhaltung und Landwirtschaft keinen blassen Schimmer hat.
      Der Beweis wird ja im letzten Satz gleich selber bachgeliefert.

  2. Hallo katarina wahrscheinlich bist du ne grüne oder linke so wie du schreibst hast du gar keine ahnung von der landwirtschaft!das ist ne beleidigung für alle hart arbeitenten landwirte hier in der schweiz!vielleicht solltest du zuerst einmal unsere tierschutz gesetze studieren bevor du so nen scheiss schreibst oder mal ne woche um 5uhr aufstehen und im stall arbeiten gehen damit du siehst wie es läuft!aber eben es ist einfach zu urteilen wen man nicht die kleinste ahnung hat!wünsche dir schöne v

    1. Genau ?. Alles richtig gesagt.
      Möchte nur ergänzen, jedes Tier ist ein Individium und braucht von Geburt an eine eigene Pflege. Die Pflege muss je nach Entwicklung angepasst werden und Veränderungen müssen rechtzeitig entdeckt werden zum reagieren. Man will ja möglichst keine Medikamente mehr einsetzen.
      All dies kann nicht am Bürotisch am Computer per Knöpfli drücken erledigt werden. Tiere versorgen braucht ein gutes Auge und Gespür für die Tiere und das 24 Stunden, 365 Tage.

  3. Offebar viele Bauern die hier schreiben. Leider ist oft Profitdenken vor dem Tierwohl… Gesetzte werden erlassen weil es DOCH nicht nur den netten schweizer Bauern von nebenan gibt…. Dennoch allen hier eine frohe Weihnacht!

    1. Hallo Seppli
      Wenn wir Bauern nur Profitdenken hätten, müssten wir die Landwirtschaft aufgeben und einen 8 – 17 Uhr Job annehmen. Wir haben nicht einen Beruf wie soviele – sondern eine Berufung. Leider werden die Gesetze so erlassen, dass es immer schwieriger wird, diese Berufung zu leben und dann auch noch DAVON zu leben. Aber, wer im warmen Büro Salatblättli knappert kann sich das kaum vorstellen…schöne Vorweihnachtszeit an alle

  4. In einer deutschen Agrarzeitschrift habe ich folgenden Leserbrief über diese Studie gefunden gefunden. 1. Teil:
    Geht den Wissenschaftlern am Ende selbst noch ein Lichtlein auf für die eventuellen Ursachen? Erfolg ist der beste Treiber für Verbesserungen. Das wird doch jedem klar sein. Wenn Bauern resignieren, finanziell unter Druck stehen, Rechnungen nicht begleichen können und dann auch noch angefeindet werden, wie sollen solche Betriebsleiter noch an den eigenen Erfolg glauben können.

  5. 2. Teil: Wie soll da etwas besser werden. Erfolg, vor allem auch finanzieller Erfolg ist überlebenswichtig. Nur so werden Ställe verbessert. Nur so kann verhindert werden dass sich Betriebe sinnlos todwachsen, sich Betriebsleiter übernehmen. Ihr Wissenschaftler ward es doch die das Mantra von Wachsen und Weichen in den Schulen, in den Universitäten gelehrt habt. Jetzt kommt ihr daher und wollt den Bauern die Verantwortung für eine schlechte Behandlung der Tiere unterstellen?

  6. 2. Teil: Ihr wollt eine Verbesserung? Sorgt dafür dass mehr Geld auf die Höfe kommt. Sorgt dafür dass dieser elende Preiskampf auf dem Rücken der Bauern aufhört und die Verbesserungen stellen sich von selbst ein. So einfach geht das, aber nicht anders!
    Ich hoffe, der Verfasser wird mir es nicht übel nehmen, dass ich seinen Kommentar kopiert habe. Für mich stimmen hat er einfach recht…

  7. Der Preiskampf ist das eine, das verstehe ich nicht ganz. Die Bauernlobby im Bundeshaus ist sehr stark, da will es mir nicht in den Kopf warum die nicht besser verhandeln können bei den Grossverteilern. Viele Konsumenten bezahlen gern 20 oder 30 Rappen mehr für 1l Milch oder auch andere Erzeugnisse. Ein Ei aus guter, artgerechter Haltung darf ruhig 80, 90 Rappen kosten. Diejenigen, welche 15 Eier für 3.15 kaufen sollen sich schämen. Und es soll mir keiner sagen, das kann ich mir nicht leisten.

    1. Die Frage ist, was ist mit den Eiern in den Guetzlis?
      Meist eben nicht das teure 90Rp Ei..
      So oder so tietische Produkte sind früher oder später mit der massivsten Gewalt der Menschheit verbunden: Mord und das ist Fakt, egal ob wir es uns schön reden und sagen, dass wir die Tiere in der massiv zu kurzen Lebensdauer gut behandeln; die Tiere leiden qualvoll in den Transportern und den Schlachthöfen.
      Nun ist nur noch die Frage: Will man die eigene Gewohnheit für diese Qualen aufgeben oder nicht?

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