Donnerstag, 22. April 2021
15.03.2021 07:56
Pferdegesundheit

Equines Herpesvirus: Turniere vorläufig abgesagt

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Von: mgt

Vor dem Hintergrund des aktuellen Ausbruchs des Equinen Herpesvirus (EHV-1) an einem Springturnier in Valencia (ESP) hat der Vorstand des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport (SVPS)  beschlossen, die Austragung von nationalen Turnieren in der Schweiz bis am 28. März zu verbieten.

Gleichzeitig rufen Experten dazu auf, Ruhe zu bewahren, denn die Schweiz ist bisher nur von sehr wenigen Fällen betroffen.

Eine Taskforce des SVPS, bestehend aus der Veterinärkommission (VETKO), einer Vertreterin der Meldeplattform für Pferdekrankheiten «Equinella» und den Disziplintierärzten,  besprachen die aktuelle Lage in der Schweiz bezüglich EHV-1 und erarbeitete Massnahmenempfehlungen zuhanden des SVPS-Vorstands. Dieser Massnahmenkatalog wurde nun verabschiedet.

Lage in der Schweiz unter Kontrolle

Die Taskforce informierte, dass in der Schweiz derzeit an nur zwei Standorten eine EHV-1-Infektion im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Valencia nachgewiesen wurde, und zwar in einem Springstall im Kanton Zug, wovon ein Pferd sich im Tierspital Zürich in Behandlung befindet, und bei einem Pferd im Kanton Waadt. Alle betroffenen Pferde – dies sind weniger als zehn – befinden sich in Isolation.

Es kommen nun auch keine Schweizer Pferde mehr von Turnieren auf der iberischen Halbinsel zurück. Es gibt jedoch noch ein paar wenige ausländische Reiter, die in der Schweiz stationiert sind, die zurückkommen. Die Taskforce hat diese Pferde auf dem Radar und steht in Kontakt mit deren Privattierärzten.

Die Situation wird laufend analysiert, und die Empfehlung und Massnahmen werden wenn nötig angepasst.

Keine nationalen Turniere bis Ende März

Gemäss den Empfehlungen des Weltreiterverbandes (FEI) und analog den meisten umliegenden Ländern untersagt der SVPS ab sofort und bis am 28. März die Austragung von nationalen Veranstaltungen in der Schweiz. Damit soll das Ansteckungsrisiko reduziert werden.

Die Durchführung von Kadertrainings bleibt weiterhin erlaubt, da die teilnehmenden Athletinnen und Athleten samt ihren Pferden bekannt sind und die Teilnehmerzahl überschaubar ist. Es werden jedoch in jeder Disziplin individuelle Schutzkonzepte mit Biosicherheitsmassnahmen ausgearbeitet, und an jedem Training wird ein Tierarzt auf Platz sein, um die anwesenden Pferde zu kontrollieren.

Empfehlungen appellieren an Eigenverantwortung

Weitere EmpfehlungenIn allen anderen Bereichen des Pferdesports kann der SVPS lediglich Empfehlungen aussprechen und an die Eigenverantwortung aller Betroffenen appellieren. Nachfolgend die aktuellen Empfehlungen bezüglich EHV-1:

Lokale Trainings und andere Treffen von Kleingruppen können durchgeführt werden (z. B. Trainings eines Reitvereins sowie Kurse mit längerfristiger Anmeldung mit Pferden, deren Herkunft bekannt ist und zurückverfolgt werden kann).

Es liegt in der Verantwortung jedes Pferdebesitzers bzw. jedes Pferdesportlers, die Gesundheit seines Pferdes zu überwachen und nur mit gesunden Pferden an Trainings oder Treffen teilzunehmen.

Dirkete Kontakte vermeiden

Direkte Kontakte unter fremden Pferden sowie die gemeinsame Nutzung von Putzschwämmen, Tränkeeimern usw. ist unbedingt zu vermeiden.Grössere Trainingsveranstaltungen sollten nicht durchgeführt werden, da viele Pferde zusammenkommen, deren Herkunft nicht in jedem Einzelfall bekannt ist.

In den kommenden Tagen wird der SVPS Merkblätter beispielsweise für Pensionsställe und Reitvereine sowie FAQ ausarbeiten, die weitere Empfehlungen zur Biosicherheit im Umgang mit EHV-1 enthalten.

Unkontrollierte Ausbreitung verhindern

Wenn alle Pferdesportlerinnen und -sportler ihre Eigenverantwortung wahrnehmen, kann verhindert werden, dass sich die EHV-1-Infektion in der Schweiz unkontrolliert ausbreitet.

Nach Einschätzung der Experten ist die Ansteckungsgefahr bei Pferden, die keinen Kontakt zu Pferden der betroffenen Springturniere im Ausland hatten, derzeit jedoch nicht höher als sonst.

EHV kursiert immer in der Pferdepopulation, kann mit entsprechenden Biosicherheitsmassnahmen und Impfungen jedoch unter Kontrolle gehalten werden.

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