Freitag, 30. September 2022
14.06.2021 16:02
Basel-Land

Er macht Viehschauen auf Instagram

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Von: ral

Social Media bieten vielfältige Möglichkeiten. Der künftige Junglandwirt Adrian Annen aus dem Oberbaselbiet lässt wie an einer Fussball-Meisterschaft Kühe gegeneinander antreten. Das kommt bei den Usern an. 

Schweizer Bauer: Du bist 15 und hast mit «swisstiere_schweiz» Brown Swiss Shows auf Instagram eine Initiative ergriffen, die durch die Decke ging. Wie kam es zur Idee?
Adrian Annen: Ich habe zuerst nur für Swissgenetics Stiere vorgestellt. Meine Seite hiess zuerst auch swissgenetics_schweiz. Aus rechtlichen Gründen musste ich den Namen ändern. Die Namensänderung hatte dann auch gewisse Vorteile: Ich konnte jetzt auch «Events» machen, die nichts mit Swissgenetics zu tun haben. Zum einen kam mir später die Idee, Brown-Swiss-Shows zu machen. Denn wegen den fehlenden Schauen versuchte ich die gute Gelegenheit zu nutzen. Bereits nach einem Jahr hast du über 5000 Follower.

Ist dies eine Folge der fehlenden Schauen wegen Corona oder ein Bedürfnis?
Ich denke, auch ohne Corona wäre es eine ähnliche Zahl an Abonnenten. In der heutigen Zeit läuft sehr vieles digital. Aber natürlich gab es während der Coronazeit auch weniger Viehschauen und Veranstaltungen, darum hielten sich viele junge und viehzuchtbegeisterte Leute eher auf den sozialen Medien auf als eventuell sonst. Dass mein Kanal für Interesse sorgt, zeigt mir, dass nebst der IGBS (Interessengemeinschaft Brown Swiss) jetzt schon die zweite Zeitschrift ein Interview mit mir führen möchte.

Wie funktioniert dein Prinzip des Wettbewerbs?
Ich veranstalte verschiedene Wettbewerbe, z.B. «Schau in der Story» Follower können ihre Kühe und Rinder einsenden. Ich stelle sie in meine Story und schon können alle Abonnenten, die wollen, über den Sieger abstimmen. Dies funktioniert ähnlich wie an einer Fussball-Weltmeisterschaft. Die Siegerin kommt eine Runde weiter bis ins Finale, wo wiederum über die Endsiegerin abgestimmt wird.

Gibt es noch andere Formate?
Ein anderer Wettbewerb ist die «Betriebsmeisterschaft», dort können die Abonnenten drei Kühe vom eigenen Betrieb einsenden. Ich stelle die Kühe in einem Video mit Musik auf meiner Seite online. Wieder können die Abonnenten über den Sieger abstimmen.

Adrian Annen beginnt im Sommer die Lehre als Landwirt.
Robert Alder

Weisst du, wen du damit erreichst, woher die Teilnehmer, die abstimmen, kommen?
Knapp die Hälfte kommt aus der Schweiz, der Rest ist aufgeteilt in Deutschland, Italien, Österreich und die Türkei.

Wo kann ich sehen, wer wann gewonnen hat?
In meiner Story ist der Sieger 24 Std. zu sehen, danach noch in meinen Highlights unter der Biografie.

Auch wenn du die Bilder bekommst, gibt das eine Menge zu tun. Wie viel Zeit verbringst Du dafür am Handy?
Gut 30 Minuten am Tag. Ich versuche mit möglichst wenig Zeit am Handy möglichst viel herauszuholen.

Du hast drei Sponsoren, die dich unterstützen. Wie kam es zu dieser speziellen Idee und was ist der Zielgedanke dahinter? Der Instakanal kostet ja sozusagen nichts.
Das stimmt, er kostet eigentlich nichts. Aber nicht nur ich kann davon profitieren, auch meine Sponsoren profitieren davon, weil ich Werbung für sie mache.

Gibt es Favoriten oder Trends, die sich aus den Wettbewerben ableiten lassen?
Ich versuche immer wieder was Neues. Gewisse Sachen behalte ich auch bei. Man sieht schon, welche Ideen eher gut ankommen oder welche eher nicht. Im Normalfall kommen neue «Events» immer gut an.

Zur Person

Adrian Annen schliesst demnächst die obligatorische Schullaufbahn ab und nimmt die Lehre zum Landwirt EFZ in Angriff. Seine Eltern bewirtschaften das Hofgut Ramstein in Bretzwil BL und sind engagierte Braunviehzüchter. Sein Instagram-Kanal wird gesponsert von Swissgenetics (Preise für Gewinnspiele), von Viehhandel Scherrer, Trübbach SG, sowie vom Landwirtschafts-Onlinehändler faie.ch. ral

Hast du schon Pläne, wie du die Plattform erweitern möchtest?
Nein, nicht konkret, diesbezüglich bin ich sehr spontan.

Offensichtlich bist du ein grosser Braunviehfan. Wer hat dir diese Begeisterung vermittelt?
Mein Vater Franz Annen hat mich schon von klein an immer zu den Kühen mitgenommen und alle Dinge über die Zucht erklärt.

Du beschränkst dich auf Brown Swiss. Sind andere Rassen ein mögliches Thema?
Nein. Ich wohne auf einem Brown-Swiss-Betrieb und wenn ich alle Rassen auch noch dazunehmen würde, dann würde ich noch viel mehr Zeit mit Instagram verbringen. So wie jetzt ist für mich genau richtig.

Wie sehen deine beruflichen Zukunftspläne aus?
Ich beginne im Sommer die Lehre als Landwirt. Später möchte ich Meisterlandwirt werden und meine eigenen Kühe selbst besamen können. Die ersten Jahre werde ich vielleicht neben der Landwirtschaft auch noch irgendwo anders arbeiten. Adrian Annen macht Viehschauen auf Instagram

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