27.08.2018 19:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleischmarkt
Angus: Mit- statt Gegeneinander
Fleisch von Angusrindern ist sehr begehrt, das Angebot entsprechend knapp. IP-Suisse und Mutterkuh Schweiz verkaufen die Rasse über spezifische Programme. Nun wollen die beiden Organisationen zusammenarbeiten.

Fleisch von Angus-Rindern ist bei den Konsumenten gefragt. So sehr, dass sich Mutterkuh Schweiz und IP-Suisse in die Haare gerieten. 

Mutterkuh Schweiz ist seit 1996 mit einem Angus-Programm am Markt. Die IP-Suisse lancierte ihr Label «Swiss Black Angus» erst 20 Jahre später. Die sorgte für Störungen zwischen den beiden Organisationen. «Auslöser war, dass die IP-Suisse ihre Label ohne uns lanciere, obwohl wir bereits seit 1996 mit Swiss-Prim-Angus und seit letztem Jahr mit Transgourmet-Premium-Angus selber in diesem Segment aktiv sind. Das führte dazu, dass Angus-Tiere auf dem Markt sehr knapp sind», sagte Mathias Gerber, Präsident von Mutterkuh Schweiz, zur «BauernZeitung».

Zuvor berichtete der «Schweizer Bauer» über die neue Marke «A+ Swiss Black Angus», die der Migros-Genossenschaft-Bund eintragen liess. Das Fleisch, das die Migros Aare unter dem Label «A+ Swiss Black Angus Finest Beef» verkaufen wird, wird aus dem Programm «Swiss Black Angus» stammen, das die IP-Suisse entwickelt hat. Dies löste auf schweizerbauer.ch eine ausgiebige Diskussion aus. 

Zur Sprache kam auch der Sommerzuschlag von 50 Franken, den die IP-Suisse ausrichtet. Daniel Niklaus von IP-Suisse sagte, dass Swiss Black Angus nicht ein Programm gegen Natura Beef sei. «Es ist ein anderes Produkt für neue Märkte. Natura Beef ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Diesem Programm verdanken wir die sehr guten Preise aller Rindfleischlabels in der Schweiz», so Niklaus. «Der Schulterschluss von IP-Suisse und Mutterkuh Schweiz wird gelingen, für die Sache aller Mutterkuhhalter», zeigte er sich optimistisch.

Und Niklaus sollte recht behalten. Am Montagabend kündigten Mutterkuh Schweiz, SwissAngus und IP-Suisse eine Optimierung der Zusammenarbeit im Bereich Swiss Black Angus an. «Das Programm Swiss Black Angus (SBA) hat grosses Wachstumspotenzial und ist somit eine Chance für die Schweizer Mutterkuhhalter», heisst es im Communiqué.  Deshalb empfehlen beide Organisationen eine Doppelmitgliedschaft, da sie für  den einzelnen Angus-Produzenten diverse Vorteile und weitere Optionen mit sich bringt.

Der Bezug von Daten aus dem Fleischrinderherdebuch von Mutterkuh Schweiz für  die Abstammungskontrolle der SBA Tiere wurde diskutiert. Ebenfalls sollen die  Kontrollen der SBA Mutterkuhhalter abgeglichen werden.

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