Dienstag, 27. Juli 2021
21.05.2021 09:25
Handel

Argentinien: Exportverbot für Rindfleisch

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Von: aiz

Argentinien erlässt ein Exportverbot für Rindfleisch, das vorerst 30 Tage gelten soll. Dies teilte Präsident Alberto Fernández am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit. Das Verbot sei notwendig, um den deutlichen Anstieg der Preise für Lebensmittel – insbesondere jener für Rindfleisch – zu bremsen, so der Präsident.

Argentinien kämpft derzeit mit zweistelligen Inflationsraten – angefeuert auch durch das Anwerfen der Notenpresse, um die hohe Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

Die Rinderproduzenten des Landes kritisieren das Exportverbot, die Fleischindustrie kündigte an, sie werde aus Protest eine Woche lang kein Rind- und Kalbfleisch mehr verkaufen, berichtet Dow Jones News. Die an der Terminbörse CME gehandelten Futures für Lebendrinder haben auf die Ankündigung des Exportverbots bereits mit einem Kursanstieg reagiert.

«Fleischproblem ist ausser Kontrolle geraten»

Fernández sagte im Radio, die Regierung könne den Preisanstieg für Rindfleisch nicht hinnehmen – das Land leide bereits unter drei Jahren Rezession und den Folgen der Corona-Einschränkungen. «Das Fleischproblem ist ausser Kontrolle geraten», sagte Fernández, der Preis steige jeden Monat «ohne Grund».

Argentinien hat aktuell eine der höchsten Inflationsraten der Welt, die Preise stiegen im April im Vorjahresvergleich um 46%. Der Preis für Rindfleisch legte laut Branchenangaben sogar um 65% im Vergleich zum April 2020 zu.

Die Argentinier sind Rindfleisch-Liebhaber: Ihr Konsum lag 2019 laut OECD bei 38 kg pro Kopf und Jahr. Damit waren sie an erster Stelle weltweit, weit vor den US-Bürgern mit 26 kg pro Kopf. Gleichzeitig ist das Land einer der grössten Exporteure von Rindfleisch. Im vergangenen Jahr führte Argentinien Rindfleisch und Rindsleder im Wert von umgerechnet 2,8 Mrd. Euro aus, vor allem nach China, Deutschland und Israel.

Ängste geschürt

Wie berichtet, hatte Argentinien Ende April wieder ein Registrierungssystem für den Fleischexport eingeführt und damit unter den Rinderzüchtern Ängste vor möglichen Exportbeschränkungen geschürt. Das Registrierungssystem für Auslandsverkäufe sei notwendig, um «mögliche Ungleichgewichte auf dem heimischen Fleischmarkt in Bezug auf Angebot, Preis und Qualität zu vermeiden», begründete die Regierung diesen Schritt.

Zuvor hatten bereits frühere peronistische Regierungen erfolglos versucht, die inländische Inflation bei Lebensmitteln zu drosseln, indem sie deren Ausfuhren einschränkten. Anfang dieses Jahres wollte die Regierung im Rahmen ihres Anti-Inflationsprogramms den Export von Weizen und Mais begrenzen, liess aber später nach heftigem Widerstand von Landwirten und Exportunternehmen von diesem Vorhaben ab.

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11 Responses

    1. Lieber herr hug, falls sie noch nie in Argentinien waren würde es sich sehr lohnen. Wenn sie dann noch die landestypische küche essen würden, wüssten sie das nose to tail in Argentinien viel verbreiterter ist wie hier zu lande. Dazu kommt wenn die ganze Menschheit einen ändlichen fleischkonsum hätte wie ein durchschnittlicher Schweizer gäbe es weltweit massiv zu wenig fleisch. Und von der tiernahrung sprechen wir besser nicht mal.

    2. Ja richtig. Aber wer hier in der Schweiz etwas auf sich hat, isst weder Servelat noch Voressen, geschweige ganz von Siedfleisch.

  1. Endlich Import Fleisch sollte schon längst verboten werden. Kauft Schweizer Fleisch aber nicht aus Massentierhaltung sondern von wirklich Tiergerechter Haltung. Das wäre gesünder dafür nicht soviel Fleisch essen. Und den Tieren wäre es wohler auf der Weide anstatt eingepfercht im Stall.

    1. Wenn wir von wirklich tiergerechter Haltung sprechen, dann müsste man argentinisches Fleisch essen. Die Tiere verbringen ihr ganzes Leben auf der Weide mit vielfältigem Naturgras, nicht auf einfältig eingesäten Kunstwiesen oder gar im Stall wie in der Schweiz, mit Mais gemästet oder anderem Futter, das aus dem Ausland stammt. Die wenigen Rinder, welche in Feedlots die letzten Monate verbringen sind prozentual zur gesamten Rinderhaltung verschwindend gering.

      1. dumme Fragen: erfolgen kastrieren und enthornen auch unter Narkose?, ist das Getreide im Feedlot gentechfrei? ist die Ration wiederkäuergerecht? und die wichtigste: hast du verlässliche Quellen für den geringen Anteil von Feedlotausmast?

    1. Bei der Intensivmast von Muni eher nein, aber das geht ja oft in den Gastrokanal, bei den Labels schon eher, aber die tiefen Schlachtgewichte erfordern eine intensive Ausmast mit Geschmacksverlust! Leider.
      Mache für unseren Haushalt halt so Vergleiche mit eigenen Schlachttieren.

  2. Von den Fleischgfegnern hätte ich gerne gewusst, wie wir unsere Alpen, Wiesen und Weiden bewirtschaften sollen. Was machen wir mit all dem Gras, wer bezahlt die Pflege???

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