27.07.2018 15:02
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Südtirol
Attackiertes Kalb notgeschlachtet
Ein grauenhaftes Video kursierte in den vergangenen Tagen in der Schweiz. Es zeigt ein Kalb, dessen Hinterbein von einem Wolf übelst zugerichtet wurde. Das Tier wurde nun notgeschlachtet. Südtiroler Bauern fordern Massnahmen. -> Mit Video

Der Wolf sorgt nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Südtirol für hitzige Debatten. Der jüngste Fall betrifft ein attackiertes Kalb. Auf einem Video ist völlig verängstigtes Tier zu sehen, dessen linkes Hinterbein völlig zerfetzt ist. Fell und Fleisch sind freigelegt, der Hüftknochen wackelt. Das Hinterbein hat ein grosses Loch. Das Tier muss höllische Schmerzen durchgemacht haben.

Zuerst kursierten Gerüchte, dass das Kalb in der Schweiz angegriffen worden sei. Doch dies ist nicht der Fall. Es handelt sich um ein Tier, dass in Moena im Fassatal von einem Raubtier attackiert wurde. «Beim betroffenen Tier handelt es sich um Grauvieh. Das ist typisch für das Südtirol. Bei uns ist diese Rasse eher selten», sagt Martin Keller, Präsident von der Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und ländlichem Lebensraum der Kantone Glarus, St. Gallen und beider Appenzell (VWL), zu «20 Minuten». Keller vermutet, dass es ein Wolf gewesen ist. «Wäre es ein Bär gewesen, würde man vermutlich Kratzspuren sehen», erklärt er. 

Das Kalb wurde nun notgeschlachtet, wie Rai Südtirol via Twitter mitteilt. Das Tier gehörte Landwirt Franz Schwarz aus Mölten. Das junge Tier befand sich auf einer Weide. Trotz Herdenschutzzaun wurde das Kalb vom Wolf angegriffen. 

Am vergangenen Wochenende wurden im Gemeindegebiet von Tiers zwei gerissene Schafe aufgefunden, von zwei weiteren Schafen fehlt jede Spur, berichtet Südtirol News. Eine Woche zuvor wurden in Ulten zwei tote Schafe auf einer Alp gefunden. Für die Bauern ist das nun genug. Sie fordern den Abschuss des Wolfes.

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