27.08.2019 16:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Nidwalden
Bannalp: Erneute Kuh-Attacke
Am vergangenen Samstag wurden zwei Wandergruppen auf der Bannalp von einer Kuhherde angegriffen. Zwei Personen wurden verletzt. Bereits im Juli kam es in diesem Gebiet zu einer Attacke.

Wie die Gemeinde Wolfenschiessen am Dienstag mitteilt, wurden bei der Attacke zwei Personen verletzt. Sie wurden mit mittelschweren Verletzungen ins Spital geflogen. Bereits am Sonntag konnten sie das Krankenhaus wieder verlassen.

Wanderere sollen sich nicht korrekt verhalten haben

Die Gemeinde hat aus Sicherheitsgründen den Wanderweg von der Bannalp zur Bannalper Schonegg gesperrt. Die Kuhherde wird auf eine andere Weide, die sich nicht in der Nähe des Wanderwegs befindet, gebracht und anschliessend abgealpt. Der Wanderweg soll am kommenden Wochenende wieder freigegeben werden. Ebenfalls wird das Hundeverbot aufgehoben.

Die Wanderer, die aus einem anderen Kanton stammten, haben sich gemäss dem Wolfenschiesser Gemeindepräsident Wendelin Odermatt nach korrekt verhalten. Es sei ihm ein Rätsel, wieso diese Kühe erneut aggressiv reagiert hätten, sagte er zur Nachrichtenagentur SDA. Die Gemeinde sei nach dem ersten Vorfall mit Fachleuten in die Herde hineingegangen, um deren Verhalten zu testen. Weil sich dabei keine Gefährdung gezeigt habe, erliess die Gemeinde zwar ein Hundeverbot auf dem Weg, öffnete diesen aber wieder.

Im Juli wurde ein Hund getötet

Im Juli kam im demselben Gebiet zu einem Angriff durch eine Mutterkuhherde. Eine vierköpfige Wandergruppe mit zwei angeleinten Hunden zwischen Bannalp und Schonegg oberhalb von Wolfenschiessen unterwegs, als sich ihr die Herde bedrohlich näherte.

In der Folge beschlossen die Wanderer, die Hunde von der Leine zu nehmen. Einer der Halter konnte jedoch die Leine nicht rechtzeitig lösen und kam samt Hund unter die Herde. Der Mann konnte sich befreien und fliehen. Er erlitt Verletzungen am ganzen Körper. Der Hund überlebte den Angriff nicht. Die Gemeinde Wolfenschiessen sperrte den Wanderweg aus Sicherheitsgründen. Später wurde dieser wieder freigegeben, es wurde jedoch ein Hundeverbot ausgesprochen. 

Nach dem Angriff im Juli wurde diskutiert, ob durch die Anwesenheit des Wolfs die Kühe anders reagieren. «Die Meinungen gehen auseinander. Wir gehen aber davon aus, dass die Anwesenheit von grossen Beutegreifern in einer Region das Verhalten der Kühe beeinflusst», sagte Heinz Feldmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (Bul). 

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