13.12.2018 14:34
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Agrarpolitik
«Bauern nicht bestrafen»
Mutterkuh Schweiz nimmt Stellung zur geplanten Agrarpolitik 22+. Die Organisation verlangt, dass Bauern für gesellschaftlich erwünschtes Verhalten nicht bestraft werden.

Mit der Vorlage bestehe die Gefahr, dass Betriebe für geringere Verbesserungen auf tiefem Niveau stärker belohnt würden als wenn sie sich schon länger auf hohem Niveau bewegen würden, schreibt Mutterkuh Schweiz in einer Medienmitteilung. 

Als Beispiel nennt die Organisation die Tiergesundheitsbeiträge. Die geplante Umsetzung der grundsätzlich sinnvollen Beiträge sei ungünstig. So sollen Betriebe, die eine intensive tierärztliche Betreuung brauchen, ab 2022 unterstützt werden. Betriebe mit vorbildlichem Gesundheitsstatus erst "voraussichtlich ab 2024" im Rahmen einer zweiten Stufe. 

Weil die neu geschaffenen Massnahmen durch Kürzungen der bisherigen finanziert werden, erhalten Betriebe ab 2022 weniger Direktzahlungen, wenn sie nicht bei neuen Programmen mitmachen. Die besseren Betriebe würden dadurch bestraft, so das Fazit von Mutterkuh Schweiz. Es sei angezeigt, dass die Agrarpolitik erwünschtes Verhalten belohne und fördere. 

Die Organisation richtet sich nach eigenen Angaben den Bedürfnissen der Konsumenten aus. Studien zeigten zudem, dass bei der Mutterkuhhaltung die Tiergesundheit auf hohen Niveau sei und deshalb nur selten Antibiotika eingesetzt werde. «Diese Anstrengungen sollten nicht bestraft werden. Im Gegenteil wäre eigentlich angezeigt, dass die Agrarpolitik erwünschtes Verhalten belohnt und fördert», betont Mutterkuh Schweiz.

Der Vorstand stellt folgende Forderungen:

  • Die Tierwohlprogramme sollen mit der AP 22+ beibehalten und mit mehr Mitteln ausgestattet werden. Das Tierwohl ist der Bevölkerung wichtig. Innerhalb der Tierwohlprogramme ist die Weide, wie mit der Motion Bourgeois (17.4075) gefordert, zu stärken, fordert Mutterkuh Schweiz.
  • Die neuen Tiergesundheitsbeiträge sollen so ausgestaltet werden, dass Betriebe mit einem vorbildlichen Tiergesundheitsstatus mindestens gleich stark gefördert werden wie Betriebe, die wegen ungünstiger Voraussetzungen für die Tiergesundheit besonders viel veterinärmedizinische Betreuung und Unterstützung benötigen. Deshalb fordert Mutterkuh Schweiz, dass Betriebe ab 2022 bei der zweiten Stufe mitmachen können.
  • Das GMF-Programm soll weitergeführt und mit einer glaubwürdigen, starken zweiten Stufe ergänzt werden.
Der Verein Mutterkuh Schweiz führt die Markenprogramme Natura-Veal und Natura-Beef für Fleisch aus Mutterkuhhaltung und das Herdebuch für Fleischrinderrassen mit zurzeit 34 Rassen von A wie Angus bis Z wie Zebu. Die 5‘700 Mitglieder von Mutterkuh Schweiz halten rund 80 Prozent der Mutterkühe in der Schweiz. Im Verein sind die Mutterkuhhalter und Fleischrinderzüchter organisiert.

 

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