13.02.2017 16:35
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fleischrinder
Bio-Ochsenmast im Aufbau
Bio Suisse und das FiBL wollen den Mangel an Verarbeitungsrindfleisch beheben – bevor das Fleisch importiert werden muss. Dazu lancieren sie die Ochsenmast. Bell nimmt im Rahmen des Projektes 50 Ochsen ab.

Biorindfleisch ist gesucht. Insbesondere Verarbeitungsfleisch ist Mangelware. Und die Situation spitzt sich zu. Eric Meili vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) redet Klartext: «Ich befürchte, dass bald auch Bioverarbeitungsfleisch importiert wird. Beim konventionellen Verarbeitungsfleisch  kommt heute schon ein Viertel aus dem Ausland.»

Drei Fliegen mit einer Klappe

Eine solche Situation will Meili im Biobereich vermeiden. Deshalb haben das FiBL und Bio Suisse ein Projekt gestartet: die Mast von 350 bis 400kg schweren Ochsen. Meili: «Das ist eine Chance für die Biobauern. Mit schweren Ochsen sind gleichwertige Erträge wie in der Vertragsaufzucht möglich.» Eigentlich möchte das FiBL in erster Linie die Kuhmast fördern. Doch laut Meili geht der grösste Teil der Bioschlachtkühe in den konventionellen Kanal, und noch dazu werden die Kühe abgemolken und nicht in gemästetem Zustand geschlachtet.

Deshalb müsse man andere Wege suchen, um die Nachfrage nach Verarbeitungsfleisch befriedigen zu können. «Mit der Ochsenmast werden drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Es gibt erstens einen Verwendungszweck für die männlichen Bio-Milchrassentränker, von denen es pro Jahr schätzungsweise 23000 gibt. Zweitens wird der Antibiotikaeinsatz reduziert, da die Tränker auf dem Geburtsbetrieb abgetränkt werden. Und drittens wird eben der Mangel an Verarbeitungsfleisch verkleinert, wenn auch nicht behoben.»

Abnahmegarantie von 50 Bioochsen

Die Remonten werden nach dem Abtränken auf einen Weidemastbetrieb verstellt. Die Fütterung erfolgt unter den Vorgaben der graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF) ohne Kraftfutter, aber mit etwas Mais. «Die Ochsen wachsen wunderbar mit dieser Fütterung», beteuert Meili. Er ist sicher, dass ihr Fleisch noch weiteres Absatzpotenzial hat: «Wir wollen es auch im Bankfleischkanal als normales Biorindfleisch vermarkten.»

Abnehmer der Bioochsen in der Testphase ist Bell. Fabian Vetsch von Bell bestätigt: «Wir unterstützen das Projekt des FiBL mit einer Abnahmegarantie von 50 Bioochsen.» Zum weiteren Vorgehen will er sich nicht äussern: «Da sich das Projekt  noch im Anfangsstadium befindet, kann im Moment noch nicht abgeschätzt werden, wie gross das mögliche Absatzpotenzial ist.»

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