27.04.2019 06:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Michèle Hürner, Bio Suisse
Betriebsführung
Bio: Saisonales Abkalben hat Vorteile
Die saisonalen Schwankungen sind bei Biomilch und Biofleisch besonders ausgeprägt. Per 2020 erwartet Bio Suisse erneut mehr Biomilch. Es wird also eine Rolle spielen, wann ein Teil davon vertränkt werden kann.

Im Rindfleischbereich gab es die letzten Monate ein grosses Angebot, und es braucht Betriebe, die antizyklisch liefern können. Im Sommer fehlte es die vergangenen Jahre an Milch und im Herbst an Kalbfleisch. Entsprechend wurden dann die besten Preise bezahlt. In der zweiten Jahreshälfte könnte der Absatz von Natura-Veal und Natura-Beef im Biobereich noch gesteigert werden. Der Biozuschlag zum Basispreis von Natura-Beef ist zwischen Woche 30 und 41 mit 70 Rappen am besten. Für Natura-Veal gibt es einen Mindestpreis von 17 Franken pro Kilo Schlachtgewicht von Woche 25 bis 43. Durch das saisonale Abkalben würden mehr Tränker für die Kälbermast oder als Zusatzkalb für Mutterkühe zur Verfügung stehen. Die Nachfrage wäre da, die Tränkerpreise beginnen jeweils im frühen März zu steigen.

Wird das Abkalben auf das erste Quartal gelegt, hat dies für den Betrieb viele Vorteile. Durch die positive Korrelation von Laktation und Graswachstum kann das vorhandene Futter besser genutzt werden. Im Mai fällt dann zwar viel Milch an, jedoch ist der Bedarf für die Kälber gross. Im Juli und August kann die meiste Milch abgeliefert werden. Die Abkalbephase ist intensiv, dafür effizient.

Mit Hinblick auf die Kälbergesundheit ist die kälteste Jahreszeit nicht  ideal. In kalten Wintern braucht es viel Stroh und mehr Milch zum Abdecken des zusätzlichen Energiebedarfs. Wenn mehrere Kälber gleichzeitig aufgezogen werden, hat das  positive Effekte: Sie schauen voneinander ab, was das Heufressen anbelangt, und im Sommer kann die Integration von einer Remontengruppe in die Herde einfacher sein.

 

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