28.04.2016 15:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Zürich
Facebook-Post von toter Kuh schlägt hohe Wellen
Nach dem Tod einer Kuh sorgt ein Eintrag auf Facebook für Schlagzeilen. Er wurde schon über 22000-mal geteilt.

Eine Meldung, ein sogenannter Post, sorgte letzte Woche auf Facebook für Schlagzeilen. «Hallo, mein Name ist Lara. Mein Mami Agnes ist heute gestorben, weil jemand seinen Abfall nicht entsorgt hat.»

Tafeln ohne Wirkung

Lara ist ein vier Monate altes Hereford-Kalb. Gepostet haben die Nachricht seine Besitzer Daniela und Thomas Rinderknecht. Sie bewirtschaften in Wallisellen, in der Agglomeration Zürich, einen Hereford-Zuchtbetrieb. Und sie haben immer wieder mit achtlos weggeworfenem Abfall im Futter zu kämpfen. Sei es auf der Weide oder in Heu und Silage. 

Dieser wurde auch Agnes zum Verhängnis. «Sie frass wohl auf der Weide einen Fremdkörper», mutmasst Thomas Rinderknecht. «Als es ihr immer schlechter ging, riefen wir den Tierarzt. Er stellte Flüssigkeit im Bauch fest.»  Thomas Rinderknecht hat auch die Feldrandtafeln aus der Anti-Litterung-Kampagne des Bauernverbandes auf seinem Land aufgestellt. Doch sei deren Wirkung bescheiden, bilanziert er. «Deshalb wollen wir den Leuten über Social-Media-Kanäle wie Facebook erklären, was passiert, wenn sie Aludosen, Chipspackungen und dergleichen achtlos liegenlassen.»

Vom Traktor steigen

Vom Erfolg dieser Aktion wurden er und Daniela richtiggehend überrumpelt. Über 22000-mal wurde der Post bislang geteilt. «Viele Facebook-User kommentierten ihn wohlwollend oder haben uns mitgeteilt, dass sie die Feldrandtafeln gar nie bemerkt hätten und sich nicht bewusst waren, was Littering verursachen kann.»

Thomas Rinderknecht erlebt auf seinem Land die Wegwerf-Mentalität der Bevölkerung tagtäglich. «Jeden Frühling säubern wir die Wiesen. Während der Vegetation fehlt uns aber oft die Zeit dafür, und auch beim Heuen kann man nicht wegen jedes Plastikfötzels vom Traktor steigen. Grundsätzlich lese ich aber Aludosen und Glasflaschen immer zusammen, wenn ich sie sehe.»

Doch sei nicht nur der Abfall ein Ärgernis, fährt der Mutterkuhhalter fort: «Das Gras ist oft so zertreten, dass man es kaum mehr mähen kann, und Kinder tollen hemmungslos im Heugras herum.» Auch bei diesem Problem zählt Rinderknecht auf Social Media und hofft, mit Hinweisen auf Facebook künftig Gegensteuer geben zu können. 

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