28.03.2013 19:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans-Peter Widmer
Mutterkuh Schweiz
Fleisch am Knochen: Mutterkuhhalter weiter im Aufwind
An der Vereinsversammlung von Mutterkuh Schweiz gab es durchwegs gute Nachrichten: Die Mitglieder- und die Zahl vermarkteter Tiere erreichten neue Rekordwerte. Natura-Beef ist am Markt gefragt.

Der CEO von Coop Schweiz, Joos Sutter, dürfte sich Dankesworte an bäuerlichen Veranstaltungen kaum gewohnt gewesen sein. Bei der Vereinigung Mutterkuh Schweiz wurde ihm von Präsident Corsin Farrér und aus den Reihen der 300-köpfigen Versammlung Anerkennung gezollt. Auch Sutter sparte gegenüber den Mutterkuhhaltern nicht mit Komplimenten. Er lobte die 20-jährige Zusammenarbeit, die ein eindrückliches Beispiel sei, wie man in Partnerschaft eine Idee zum Erfolg bringen könne. In der Tat sind zwei Drittel des Rindfleisches, das bei Coop verkauft wird, inzwischen Natura-Beef.

Applaus für Coop-CEO

Der Vorsitzende der Coop-Geschäftsleitung nützte die Gelegenheit, dem bäuerlichen Publikum zunächst einen Einblick in den inländischen Detailhandel mit aktuellen Druckstellen, wie dem Einkaufstourismus, zu geben. Im Sortiment eines Grossverteilers nehme das Fleischangebot eine zentrale Rolle ein, betonte Sutter. Labels wie Natura-Beef, SwissPrimBeef und Natura-Veal seien Image-Perlen und hilfreiche Türöffner zu den Kunden. Die naturgerechte, graslandbasierte Fleischproduktion und tierfreundliche Haltung spreche die Konsumenten an – hier sei noch enormes Potenzial vorhanden.

Sutter sprach den Mutterkuhhaltern aus dem Herzen mit der Absicht, Lebensmittel nicht zu reiner Massen- und Discountware werden zu lassen, sondern weiter auf regionale Vielfalt zu achten. Zum Schluss meinte er, es gehe nicht um einen Kampf zwischen Bauern und Detailhändlern, sondern darum, sich am Markt gemeinsam zu behaupten.

Eine Erfolgsgeschichte

Im Gegensatz etwa zu den Milchbauern sieht die Vereinigung der Mutterkuhhalter wenig Grund zum Klagen. Im letzten Jahr wurden erstmals 50 261Tiere aus Mutterkuhhaltung vermarktet. 13 Prozent des in der Schweiz produzierten Rindfleischs stammen inzwischen aus den Markenprogrammen von Mutterkuh Schweiz. Die Mitgliederzahl stieg auf 5 291. Bald jeder zehnte Bauernhof betreibt Mutterkuhhaltung. Jetzt verlangt Mutterkuh Schweiz mit Nachdruck, dass für Milch- und Mutterkühe der gleiche GVE-Ansatz eingeführt wird.

Die Mitgliederversammlung genehmigte eine Statutenrevision mit vorwiegend formalen Änderungen. Sie bestätigte den Gesamtvorstand mit Corsin Farrér an der Spitze für weitere vier Jahre, und sie hiess die von Geschäftsführer Urs Vogt vorgelegten Jahresberichte und Rechnung mit 36‘000 Franken Gewinn einhellig gut. 

 

 

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