19.12.2013 13:58
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Fleisch
Fleisch: Zu hohe Dioxin-Werte bei zwei Mutterkuh-Betrieben
Das Bundesamt für Gesundheit hat bei Rind- und Kalbfleischproben von mehreren naturnahen Bauernhöfen in zwei Fällen zu hohe Dioxin-Werte entdeckt. In einem Fall lag die Dioxinbelastung um 300 Prozent über dem erlaubten Toleranzwert.

Wie die "Berner Zeitung" schreibt, darf der Bauer das Fleisch nicht mehr verkaufen. Diese wurde vernichtet. Er darf seine Produkte erst wieder verkaufen, wenn "das Problem gelöst ist". Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigte am Donnerstag die Meldung der "Berner Zeitung".

Untersuchungen 2012 durchgeführt


Dabei entdeckte das BAG noch in einem zweiten Betrieb Fleisch mit einer erhöhten Konzentration von dioxinähnlichen Stoffen. In diesem Fall wurde der Toleranzwert um 40 Prozent überschritten. Betroffen ist ein Hof im Kanton Luzern. Der Bauer darf sein Fleisch weiterhin verkaufen, muss aber innerhalb einer bestimmten Frist Massnahmen ergreifen.

Die Messungen führte das Bundesamt bereits im Jahr 2012 durch. Unter die Lupe genommen wurden 60 Rind- und Kalbfleischproben. Die zwei dioxionbelastenden Betriebe machen rund 3,3 Prozent der untersuchten Höfe aus. Die Zeitung rechnet ferner hoch, dass wenn diese Prozentzahl repräsentativ wäre, rund 160 der insgesamt über 5000 Betriebe mit tierfreundlicher Haltung "dioxinverseuchtes" Fleisch hätten. Die Studie sei aber "nur teilweise repräsentativ". Zwei weitere Proben liegen nur knapp unter den Grenzwerten. Das BAG teilt gegenüber der "Berner Zeitung" mit, dass Hochrechnungen dieser Art falsch seien, «solange die Quelle der erhöhten Werte nicht identifiziert» sei.

Quelle unklar


In beiden Fällen handelt es sich um Kleinbetriebe, wie das BAG auf Anfrage mitteilte. Gemäss dem Bundesamt ist bislang noch unklar, wie die krebserregenden Umweltschadstoffe in das Fleisch gelangt sind. Um die Quellen möglichst schnell zu finden, seien auch Experten der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt EMPA beigezogen worden.

Die Schadstoffe könnten gemäss BAG unter anderem aus dem Boden, von Stalltüren, aus dem Futter oder von Maschinenölen stammen.

Gutes Gesamtbild


Das Gesamtbild der Proben sei gut, hielt das Bundesamt für Gesundheit am Donnerstag weiter mit. Es bestehe kein Anlass, die Ernährungsempfehlungen für die Konsumenten anzupassen. Allerdings müssten die Anstrengungen fortgesetzt werden, um die Belastung der Bevölkerung mit Dioxinen und dioxinähnlichen Stoffen zu vermindern.

In den vergangenen Jahren hat das BAG neben Fleisch auch Milchprodukte, Käse, Fische und Meeresfrüchte sowie pflanzliche Öle und Fette auf Dioxin-Rückstände untersucht. Die regelmässigen Proben würden auch im kommenden Jahr fortgesetzt, teilte das BAG mit.

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