16.02.2018 16:41
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Niederlande
Flucht von «Star»-Kuh beendet
Während mehreren Wochen lebte das Limousin-Rind «Hermien» in einem Wald bei Lettele (NL). Sie flüchtete zuvor von einem Bauernhof. Nun hat die Flucht der Kuh mit einem Happy End ein Ende genommen. -> Mit Video

Wäre alles nach Plan verlaufen, würde Hermien nicht mehr Leben. Denn im Dezember sollte sie ins Schlachthaus gefahren werden. Doch beim Verladen in den Lastwagen gelang der Limousin-Kuh die Flucht vom Hof von Landwirt Herman Jansen.

50'000 Euro gesammelt

Hermien suchte sofort Schutz in einem Wald. Nur nachts verliess sie ihr Versteck. Das Einfangen der Kuh misslang mehrmals. Sowohl der Tierarzt mit seinen Betäubungspfeilen als auch ein beauftragter Jäger scheiterten bei dem Versuch, Hermien zu treffen. Zu Beginn kehrte Hermien jeweils in die Nähe ihres Heimathofs zurück um zu fressen. Landwirt Jansen fügte dem Futter ein Beruhigungsmittel zu. Doch die Kuh bemerkte dies und liess das Futter nach einem Biss liegen. Der Landwirt Jansen verkündete nach einigen Wochen, dass die Retter Hermien kostenlos mitnehmen dürfen.

Wegen der Flucht wurde Hermien in den Niederlanden ein Star. Es wurde eifrig darüber diskutiert, der Überlebenswille wurde bewundert. Unter dem Hashtag #jesuishermien finden sich hunderte Einträge. Tierschützer sammelten Geld, um der Kuh einen Platz in einem Gnadenhof zu ermöglichen. Insgesamt kamen 50'000 Euro zusammen. Und unter dem Slogan «Make Hermien fat again» (Macht Hermien wieder fett) werben Fans auf T-Shirts und Baseballkappen für ihre Rettung.

Lebt nun auf Gnadenhof

In dieser Woche fand nun die Flucht der Limousin-Kuh ein Ende, wie krone.at berichtet. Sie wurde in einem Gnadenhof untergebracht. Zusammen mit «Zus», die gemeinsam mit Hermien Reissaus nahm. Zus wurde aber nach wenigen Stunden wieder eingefangen.

«Hermien ist nun endlich daheim angekommen, nach einem langen, einsamen und stressigen Weg in die Freiheit», teilt die Tierschutzorganisation, die der Kuh ihr neues Zuhause verschafft hat, mit. Sie werde aber immer von Menschen Angst haben. Der Tierschutzverein möchte verhindern, dass Schaulustige die Kuh auf dem Gnadenhof besuchen.

Hermien sieht jedenfalls auf dem Foto zufrieden aus. Das gute Futter und das Zusammenleben mit Artgenossinnen sagen der Ausreisserin zu. 

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