3.02.2016 14:56
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Mutterkuh
GMF wird für Natura-Veal und Natura-Beef obligatorisch
Das Programm für graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) wird für Produzenten der Marken Natura-Veal und Natura-Beef ab dem 1. Januar 2017 obligatorisch. Die Anzahl vermarkteter Tiere stieg 2015 an.

Fleisch aus naturnaher und tierfreundlicher Haltung lässt sich gut absetzen. Dies geht jedenfalls aus einer Mitteilung von Mutterkuh Schweiz von Mittwoch hervor. Die Organisation konnte in ihren Programmen 2015 insgesamt 56‘000 Tiere vermarkten. Damit habe der Absatz zugenommen. Mit Natura-Veal, Natura-Beef und SwissPrimBeef würden die Vorzüge der Mutterkuhhaltung und die Arbeit der Bauern in Wert gesetzt, schreibt Mutterkuh Schweiz weiter.

Die Anstrengungen sollen aber hoch gehalten werden. Deshalb hat der Vorstand von Mutterkuh Schweiz beschlossen, dass in den Markenprogrammen Natura-Veal und Natura-Beef ab 1. Januar 2017 alle Betriebe die GMF-Anforderungen des Bundes erfüllen müssen. Mit dem GMF-Programm werde die inländische Futterproduktion gefördert. Gemäss Angaben des Bauernverbandes liegt der Inlandanteil bei Wiesen- und Weidefutter bei 97,7 Prozent.

Mutterkuh Schweiz betont, dass Mutterkühe und ihre Kälber fast ausschliesslich Wiesen- und Weidenfutter verzehren. Die durchschnittliche Ration einer Kuh mit Kalb besteht zu 92 Prozent aus Gras, Heu/Emd und Grassilage, zu 7 Prozent aus übrigem Grundfutter wie Mais oder Stroh und nur zu 1 Prozent aus Kraftfutter. „Für die Markenprogramme Natura-Veal und Natura-Beef ist die Fütterung von Soja verboten“, hält Mutterkuh Schweiz fest.

Mit dem Beitrag für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion soll eine Produktion gefördert werden, die dem betriebsspezifischen Standortpotenzial angepasst ist. Von diesem Beitrag profitieren Betriebe, die den Futterbedarf vorwiegend durch Gras, Heu, Emd und Grassilage decken, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) auf seiner Website.

Die Jahresration zu folgenden Mindestanteilen aus frischem, siliertem oder getrockneten Wiesen- und Weidefutter bestehen:
• im Talgebiet: 75 % der TS;
• im Berggebiet: 85 % der TS.

Die Jahresration (Trockensubstanzaufnahme eines Tieres innerhalb eines Jahres) aller auf dem Betrieb gehaltener Raufutter verzehrenden Nutztiere besteht mindestens zu 90 % aus Grundfutter (Trockensubstanz, TS).

Wiesen- und Weidefutter: Weiden, Natur- und Kunstwiesen, Zwischenfutter (max. 25 dt TS pro ha) Auch zugekauftes Wiesenfutter wird in der Futterbilanz als Wiesen- und Weidefutter angerechnet.

Definition Grund- und Kraftfutter

Zum Grundfutter zählen Gras (frisch, siliert, getrocknet), Ganzpflanzenmais (frisch, siliert, getrocknet), CCM (nur in der Rindviehmast), Futter- und Zuckerrüben, Zuckerrübenschnitzel (frisch, siliert, getrocknet), Rübenblätter, Chicorée-Wurzeln, Kartoffeln, Abgang aus der Obst- und Gemüseverwertung, Biertreber (frisch) oder verfüttertes Stroh. Alle nicht als Grundfutter geltenden Futtermittel fallen in die Kategorie Kraftfutter.

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