12.12.2018 07:02
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Tiere
Grünes Licht für Weideschlachtung
Ein Zürcher Landwirtepaar erhält die gesetzliche Bewilligung für die Weideschlachtung auf ihrem Hof – für 10 Jahre.

Das Zürcher Landwirtepaar Claudia Wanger und Nils Müller vom Hof "Zur Chalte Hose" haben Anfang Dezember 2018 die gesetzliche Bewilligung für die Weideschlachtung auf ihrem Hof erhalten. Seit 2013 kämpfen sie mit der Unterstützung von Freunden und Organisationen für die gesetzliche Anerkennung dieser Methode.

Dies sei ein Sieg für den Tierschutz, schreiben das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die Organisation "Vier Pfoten" in einer Mitteilung. Die Weideschlachtung sei eine Marktnische. Ein Team aus Bauer, Metzgerin, Jäger und lokalem Schlachtlokal bringe wieder sinnvolle Arbeit zurück aufs Land, heisst es weiter.

Zukunft der Schweizer Landwirtschaft

Dass die Weideschlachtung vielen Landwirten Perspektiven eröffnen kann, davon ist auch Landwirt Nils Müller überzeugt: "Innovative Methoden, qualitativ hochstehende Produkte und Arbeit, die von den Konsumentinnen und Konsumenten geschätzt wird – darin liegt die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft. Wir können nicht ausschliesslich auf ein System mit wenigen grossen Schlachthöfen setzen."

Bei der Weideschlachtung wird jeweils ein einzelnes Rind im Beisein der Herde draussen geschossen. Der Rest der Herde bleibt gemäss FiBL auch nach dem Schuss ruhig stehen. Das Rind wird vor Ort entblutet, bevor es in einem nahen Schlachtlokal ausgenommen und zerlegt wird.

Die bisherigen Erfahrungen mit 31 Abschüssen zeigten, argumentiert das FiBL, dass die Methode bezüglich Tierschutz und Lebensmittelsicherheit tadellos funktioniere. Bei der Weideschlachtung entfalle der enorme Stress durch das Separieren aus der Herde, den Transport, die fremde Umgebung und schliesslich die Fixierung für den Bolzenschuss. Weniger Stress unmittelbar vor und während dem Schlachtprozess bedeute immer auch eine verbesserte Fleischqualität.

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