17.02.2014 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Mutterkuh Schweiz
Harte Kritik an Geld für «Baltic Grassland Beef»
Am Markt läuft es gut für die Mutterkuhhalter. Zu reden geben das Förderprojekt im Baltikum und die Verbindlichkeit von GMF.

«Geschätzte Mutterkuhhalter, der eine oder andere kennt mich, ich war immer etwa derjenige, der, wenn es darauf angekommen ist, das Wort ergriffen hat.» Mit diesen Worten hob Werner Schmid, Angus-Züchter in Detligen BE, am Inforama Rütti zu einer eigentlichen Brandrede an.

«60'000 Franken! Für eine Gegnerorganisation! So viel Geld – aus euren Beiträgen – floss ohne Rücksprache mit der Vereinsversammlung in das Projekt Baltic Beef. Kann das die Zukunft sein? Worum geht es denen? Ums Importieren! Denn im Baltikum haben die mehr Grünland als wir, die können auch billiger produzieren. Ist das eine Qualitätsstrategie, wenn wir 60'000 Franken ins Ausland werfen?» Für sein Votum erhielt er von fast allen 150 anwesenden Mutterkuhhaltern lautstarken Applaus.

Erklärungen von Urs Vogt

Sein Sohn Peter Schmid doppelte nach: «Ich will hören: Was ist der Hauptnutzen, wenn wir da mitbezahlen? Man könnte ja auch die Beiträge an Mutterkuh Schweiz senken!» Ein weiteres Mitglied von Mutterkuh Schweiz sagte, ihn störe es, «dass wir dort mit unseren Beiträgen helfen, eine Konkurrenz aufzubauen, die sehr nahe ist.»

Ruhig, sachlich und ausführlich nahm Urs Vogt, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz, Stellung. «Es ist richtig, dass wir in den Jahren 2012 und 2013 mit je rund 30'000 Franken Seitenunterstützung geboten haben», betonte er. Durch solche Vereinbarungen sei es möglich, dass im Jahr 2013 zusätzlich zum vereinbarten Preis noch 14 Rappen mehr bezahlt worden seien. Dadurch seien rund 1,1 Mio Fr. zusätzlich auf die Betriebe gekommen.

«Und wegen diesem Engagement haben wir die Zusage: Auch wenn links oder rechts etwas passiert, ihr könnt uns die Tiere liefern, wir zahlen euch den Mehrpreis», betonte Vogt. 100 Tiere, die nicht zum Mehrpreis von 400 Fr. vermarktet werden könnten, gäben bereits eine Schadenssumme von 40'000 Fr. «Aufwand und Ertrag halten sich also absolut die Waage», bilanzierte Vogt. Man habe in den letzten Jahren nie von einem Techtelmechtel oder einem Preiskampf zwischen Coop und Mutterkuh Schweiz lesen können: «Diese Partnerschaften gilt es zu pflegen.»

GMF verbindlich?

Drei Mutterkuhhalter kritisierten das Ansinnen des Vorstands, die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) für das Natura Beef und das Natura Veal verbindlich zu erklären. Stefan Siegenthaler aus Düdingen FR forderte, dass dies von der Vereinsversammlung entschieden werde. Zusätzlich forderte er, dass eine detaillierte Abrechnung zur Beef.ch vorgelegt wird.

Adrian Iten, Leiter Markenprogramme bei Mutterkuh Schweiz, betonte: «Fleisch aus Gras, das ist unser Motto. Da bietet sich GMF an. Wir müssen auch langfristig denken, sonst bietet dies jemand anders an.» Noch sei aber nichts entschieden, erst eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Iten betonte: «Unsere Produkte sind gesucht.» Und Vogt sagte: «Die Marktaussichten für die nächsten Jahre sind rosig.»

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