7.09.2013 16:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Swissopen-Eliteschau der Fleischrinder
Herrliche Hermine wird Miss beef.ch
Hermine vom Strickhof Wülflingen, Winterthur ZH, wird Miss beef.ch. Der Mister beef.ch heisst Burri's Oslo und kommt aus dem Stall von Franz und Anita Burri, Dagmersellen. Der Simmentaler-Betriebscup geht zur Familie Tobler nach Chapelle (Broye) FR, jener bei den Limousin an Familie Burri.

Simmental, Limousin, Charolais, Blonde d'Aquitaine: Am zweiten Swissopen-Wochenende traten zwar nur vier Rassen an. Dies aber mir rund 100 Tieren, viel Masse und viel Klasse.   

Enges Simmentaler-Rennen

Die Simmentaler-Züchter traten mit sechs Kategorien weiblicher Tiere an. Gerichtet wurde diese Rasse von Hansruedi Lobsiger. Florian Wenger aus Vermes JU startete fulminant, er konnte sich in beiden Absetzer-Kategorien den ersten Platz sichern. "Ich achte auf die Länge, die Verbundenheit und natürlich auf Fleischigkeit" gab Lobsiger seine Kriterien bekannt. Ebenfalls ganz vorne dabei, und bei den Simmental-Rindern an der Spitze, war Félix Tobler aus Chapelle (Broye) FR. Bei den jüngsten Kühen ging der erste Platz an Matthias Gerber, Mont-Tramelan BE. Der Strickhof Wülflingen, Winterthur ZH, holte sich mit Hermine bei den Kühen II den Titel. Bei den Kühen III konnte sich Jakob Fritz, Le Cerneux-Veusil JU, über den Sieg seiner Hospice-Stella freuen.

Bei der Championwahl schwang schliesslich Hermine vom Strickhof Wülflingen obenaus. Hansruedi Lobsiger stellte die extrem korrekte Leon-Tochter mit tollem Kalb vor das Rind FTC-Syrah von Félix Tobler, Chapelle (Broye).

Genau umgekehrt fiel das Resultat beim Betriebscup aus, bei dem alle vier Richter gemeinsam amteten. Hier hatten Toblers die Nase vor dem Strickhof vorn. Dies wegen ihrer etwas fleischigeren Tiere und der sehr ausgeglichenen Herde. "Wir produzieren schliesslich Fleisch", begründete Félix Tobler seine Zuchtstrategie, "ich möchte diesem Merkmal künftig noch etwas mehr Gewicht beimessen."

Gäste aus ganz Europa

Die Ausmarchungen  bei den Simmentalern wurden international stark beachtet. Dies etwa von Hans Zill, Simmentalzüchter aus Bayern und Richter an der Swissopen 2010. Ebenfalls die Reise an die beef.ch auf sich genommen hatte Gerrard Brickley aus Irland. Er lobte das hohe Zuchtniveau: "Die Schweizer haben bei den Fundamenten und bei der Zucht auf Hornlosigkeit die Nase vorn." Etwas fehlen würde am ehesten noch die Fleischigkeit. Zur beef.ch meinte er: "In Irland haben wir auch grosse Landwirtschaftsausstellungen. Aber ein Fest für die Bevölkerung - das fehlt uns." 

Auch Gastdelegationen aus Estland und Lettland verfolgten die spannenden Rangierungen.

Familie Burri auf der Überholspur

Und spannend waren sie tatsächlich. Bei den Limousin lieferten sich Gottfried Bachmann aus Langrickenbach TG, Franz Burri, Dagmersellen LU, und Klaus und Margrit Odermatt aus Einsiedeln SZ Duelle auf höchstem Niveau um die Podestplätze. Richter Jon-Paul Thom bevorzugte formatstarke Kühe mit gutem Fundament. Das Kalb bei Fuss müsse entsprechend entwickelt sein, meinte er. "80 Prozent der Endnote macht die Kuh aus, 20 Prozent das Kalb." Doch seien die Kategorien so stark besetzt, dass nur Nuancen den Ausschlag geben würden.

èber alle Kategorien nicht zu schlagen waren Burris, die bei den Rindern, den Kühen II und III sowie bei den Stieren siegten. Ihr Muni Burri's Oslo (V: Janik) wurde auch Champion Limousin.

Wen wundert, dass auch bei der Championwahl kein Weg an der Züchterfamilie aus Dagmersellen vorbeiführte? Thom kostete den Moment, als alle Kühe und Rinder in Reih und Glied standen, voll aus: "Wenn jetzt ganz still wäre, würde man die Herzen der Züchter schlagen hören." Er lobte ihren Aufwand bei der Vorbereitung der Tiere und betonte, ein wahrer Champion müsse auch sauber laufen. Ein wahrer Champion - das war für ihr Burri's Gloria, eine Tripoli-Tochter mit hübschen Zwillingskälbern. Sie holte sich die Rassensieger-Schleife vor Oriana Belzstadel, Gottfried Bachmann, Langrickenbach. 

Beim Betriebscup konnten Burris dann schon die nächste Trophäe einheimsen, sie siegten vor Klaus und Margrit Odermatt und Gottfried Bachmann. "Wir streben auf unserem Betrieb keine zu schweren Tiere an", meinte Franz Burri, künftig wolle er in kleinem Rahmen auch Hornlos-Genetik einsetzen.

Strickhof-Doppelsieg

Bei der Kategorie der Charolais-Rinder stellte Richter Armon Fliri Kesa vom Strickhof Wülflingen an die Spitze.Bei den Kühen war Grazia, ebenfalls vom Zuchtbetrieb der landwirtschaftlichen Schule, an erster Stelle. Bei der Champion-Wahl zog ihr Fliri allerdings  Kesa (V. Garlo) vor. Doch egal: Der Champion-Titiel ging sowieso nach Wülflingen, wo Patrik und Daniela Birrer als Betriebsleiterfamilie mit viel Erfolg züchten. 

Feine Haut, feines Fleisch

Bei der Rasse Blonde d'Aquitaine amtete der Franzose Partick Sazy als Richter. Er bevorzuge Tiere mit feinem Leder, meinte er: "Hat ein Tier eine feine Haut, kann man darauf gehen, dass es auch feine Muskelfasern und damit zartes Fleisch hat." Bei den Rindern I durfte sich Jean-Pierre Fringeli aus Delémont JU über den Sieg freuen. Bei den Rindern II und den Kühen standen Tiere von Denis Beuchat aus Court BE zuvorderst. Das führte dazu, dass sich Beuchat am Schluss auch über den Champion-Titel seiner Dora (V. Skovgarden Urian) freuen durfte. Vize wurde Heva von Jean-Pierre Fringeli, die auch vom europäischen Blonde-d'Aquitaine-Zuchtverband als Miss Future, als schönstes Rind, ausgezeichnet wurde.

Miss- und Mister-Wahl

Beim Höhepunkt des Tages, der Wahl von Miss und Mister beef.ch, versammelten sich nochmals alle Rassensieger und die Vize-Sieger sowie alle vier Richter im Ring. Bei den Muni war der Entscheid schnell gefallen. Es gab nur eine einzige Stieren-Kategorie, und so konnte sich Burri's Oslo nach der weissen Schleife für den Rassen-Champion auch noch die gelbe Schleife für den Mister beef.ch umhängen lassen.

Enger war das Rennen bei der Ausmarchung um die Miss beef.ch. Schlussendlich hatte Hermine vom Strickhof die Nase vorn. Die Simmentalerkuh liess die Konkurrenz hinter sich und Birrers vom Strickhof feierten einen tollen Tag.

 

Rangliste:

Mister beef.ch: Burri's Oslo, Franz und Anita Burri, Dagmersellen. Miss beef.ch: Hermine, Strickhof Wülflingen, Winterthur

Simmental Absetzer I: 1. Arizona, Florian Wenger, Vermes; 2. FTC-Elena, Félix Tobler, Chapelle (Broye); 3. FTC-Prisca, Félix Tobler, Chapelle (Broye). Simmental Absetzer II: 1. Alpine, Florian Wenger, Vermes; 2. Lisi, Strickhof Wülflingen, Winterthur. Simmental Rinder: 1. FTC-Syrah, Félix Tobler, Chapelle (Broye); 2. FTC-Ilona, Félix Tobler, Chapelle (Broye); 3. Kaia, Monika Wittwer, Emdtal. Simmental Kühe I: 1. La Croisee Gina, Matthias Gerber, Mont-Tramelan; 2. Janin, Strickhof Wülflingen, Winterthur; 3. Unella, Florian Wenger, Vermes. Simmental Kühe II: 1. Hermine, Strickhof Wülflingen, Winterthur; 2. Flavia, Monika Wittwer, Emdtal; 3. FTC-Manuela, Félix Tobler, Chapelle (Broye). Simmental Kühe III: 1. Hospice-Stella, Jakob und Sabine Fritz, Le Cerneux-Veusil; 2. M-Beieli, Daniel und Brigitte Boller, Esslingen; 3. FTC-Ines, Félix Tobler, Chapelle (Broye). Simmental Champion: 1. Hermine, Strickhof Wülflingen, Winterthur; 2. 2. FTC-Syrah, Félix Tobler, Chapelle (Broye). Simmental Betriebscup: 1. Félix Tobler, Chapelle (Broye); 2. Strickhof Wülflingen, Winterthur; 3. Monika Wittwer, Emdtal.

Limousin Rinder: 1. Burri's Osira, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 2. Koni Belzstadel, Gottfried Bachmann, Langrickenbach; 3. K&M Urania, Klaus und Margrit Odermatt, Einsiedeln. Limousin Kühe I: 1. Oriana Belzstadel, Gottfried Bachmann, Langrickenbach; 2. Burri's Marina, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 3. K&M Recona, Klaus und Margrit Odermatt, Einsiedeln. Limousin Kühe II: 1. Burri's Hamanda, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 2. Olivia, Gottfried Bachmann, Langrickenbach; 3. Abeille, Franz und Anita Burri, Dagmersellen. Limousin Kühe III: 1. Burri's Gloria, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 2. Nizza, Klaus und Margrit Odermatt, Einsiedeln; 3. Burri's Fontana, Franz und Anita Burri, Dagmersellen. Limousin Stiere: 1. Burri's Oslo, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 2. Burri's Oteo, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 3. Thunstetten's Teiger-ET, Andreas Burren, Thunstetten. Limousin Champion weibliche Tiere: 1. Burri's Gloria, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 2. Oriana Belzstadel, Gottfried Bachmann, Langrickenbach. Limousin Champion Stiere: 1. Burri's Oslo, Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 2. Burri's Oteo, Franz und Anita Burri, Dagmersellen. Limousin Betriebscup: 1. Franz und Anita Burri, Dagmersellen; 2. Klaus und Margrit Odermatt, Einsiedeln; 3. Gottfried Bachmann, Langrickenbach

Charolais Rinder: 1. Kesa, Strickhof Wülflingen, Winterthur; 2. Girl, Hansueli Küng, Etzwilen; 3. Jessica, Jean-Pierre und Lionel Mercanton, Forel (Lavaux). Charolais Kühe: 1. Grazia, Strickhof Wülflingen, Winterthur; 2. Danseuse, BG Fredy und Ruedi Schmied, Kirchlindach. Charolais Champion: 1. Kesa, Strickhof Wülflingen, Winterthur; 2. Grazia, Strickhof Wülflingen, Winterthur.

Blonde d'Aquitaine Rinder I: 1. Heva, Pierre-André Fringeli, Delémont; 2. Elora, Denis Beuchat, Court; 3. Ginger, Jean-Louis Fuchs, Chavannes-le-Veyron. Blonde d'Aquitaine Rinder II: 1. Fleur, Denis Beuchat, Court; 2. Gigi, Ueli Schmid, Volketswil. Blonde d'Aquitaine Kühe: 1. Dora de Chavanné, Denis Beuchat, Court; 2. Ella, Denis Beuchat, Court. Blonde d'Aquitaine Champion: 1. Dora de Chavanné, Denis Beuchat, Court; 2. Heva, Pierre-André Fringeli, Delémont.

 

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