5.03.2017 07:48
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Kälbermast
Kälbermäster wachsen wieder
Der Schweizer Kälbermäster-Verband (SKMV) hat zwar 2016 erneut etwas Mitglieder verloren. In den letzten Monaten habe aber der Trend gekehrt, war an der Delegiertenversammlung gestern in Spiez BE zu hören.

Die Mitgliederzahlen des SKVM waren zwar im Geschäftsjahr 2016 mit 854 gegenüber 867 im Vorjahr erneut leicht rückläufig.  «Mittlerweilen konnten wir neue Mitglieder gewinnen. Und wenn wir so weiterfahren, werden wir wieder steigende Zahlen haben», gab sich Geschäftsführerhin Petra Gasser optimistisch. Weil man mit steigenden oder zumindest stabilen Mitgliederzahlen rechne, würden im Budget gleich hohe Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen budgetiert, erläuterte sie weiter.

Nicht 21'000 Fr. Lohn

Die Rechnung 2016 wurde trotz  einem Verlust von 9911.70 Franken einstimmig genehmigt. Im Nachgang zu einem Artikel über die Entschädigungen der Vorstände der Schweizer Landwirtschaftsverbände im «Schweizer Bauer» sei er angegangen worden, weil er angeblich 21000 Franken Lohn erhalte, sagte Präsident Samuel Graber. «Im Budgetposten von  21'449.15 ist aber nicht nur meine Entschädigung, sondern auch die des ganzen Vorstandes sowie das Essen an der Delegiertenversammlung enthalten», meinte er schmunzelnd.

Kälbergesundheitsdienst

Ein wichtiges Projekt der Kälbermäster ist der Aufbau des  im letzten Jahr zusammen mit Swiss Beef und anderen Akteuren gegründeten Kälbergesundheitsdiensts.  Damit solle ein tadelloses Produkt gewährleistet bleiben. «Wer im Ausland Kalbfleisch einkauft, der hat es zwar billiger. Er soll sich aber nicht darüber auslassen, dass die Qualität nicht stimmt», meinte Graber dazu. Er selber kann die Einkaufstouristen ohnehin nicht verstehen: «Es ist einfach, Schweizer Löhne zu verdienen und zu Weltmarktpreisen einzukaufen.»

Tierärztin Corinne Bähler, Vorstandsmitglied des Kälbergesundheitsdiensts, stiess ins gleiche Horn: «Wenn wir importieren, dann haben wir überhaupt keine Ahnung, welche und wie viel Antibiotika eingesetzt wurden.» Die Tiergesundheit sei ausschlaggebend für den Gewinn des einzelnen Betriebs. Es gehe aber auch darum, Befürchtungen der Bevölkerung – etwa zur Gefahr der Resistenzbildung bei Antibiotika – entgegenzuwirken. Das Aufbauprogramm des Dienstes dauere bis 2022 und koste 11,6 Millionen. Im laufenden Jahr werde das Kompetenzzentrum aufgebaut, aber auch schon Beratungen durchgeführt.

Hüsler und Gauderon

Die DV wählte auch zwei neue Mitglieder einstimmig in den Vorstand. Für Eugen Kunz aus Hofstatt LU wurde Fabian Hüsler aus Hilbisrieden LU gewählt. Beat Mühlethaler, Herzogenbuchsee BE, wird als Vertreter der IG Kalbfleisch durch Hubert Gauderon, Tierarzt aus Villars-sur-Glâne FR,  ersetzt.

Erfolg bei Mitgliedern

Der  sich abzeichnende Trend zu mehr Mitgliedern habe mehrere Gründe, war an der DV zu hören. Neben der schlechten Lage am Milchmarkt seien es auch neue, attraktive Angebote für Mitglieder. So erhalten SKMV-Mitglieder neu 20% Rabatt beim  Kollektivabo des «Schweizer Bauer».

Erfolg mit Video

Anlässlich der DV wurde zum ersten Mal das «Buure-TV»-Kalbfleischvideo gezeigt. Um die breite Öffentlichkeit über die Kälbermast zu informieren, zeigt der Film alles von der Mast bis hin zur Kalbfleischzubereitung. Insbesondere wird auch der Unterschied der Kalbfleischfarbe erklärt.

Erfolg auf Facebook

Der SKMV ist nun definitiv auch im  «Social Media»-Zeitalter angekommen. Seit dem 10. Mai 2016 ist der SKMV auf Facebook vertreten. «Bereits in der ersten Woche gab es 100 ‹Gefällt mir›-Klicks und etliche Posts», erläuterte Geschäftsführerhin Petra Gasser sichtlich stolz.

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