19.02.2018 18:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Polen
Kuh schwimmt in die Freiheit
In Polen sorgt eine Limousin-Rind für Schlagzeilen. Die Kuhdame nahm beim Verladen auf einen LKW eines Schlachthauses Reissaus. Sie schwamm durch einen See und lebt seit Wochen auf einer unbewohnten Insel.

Das Rind aus der Ortschaft Nysa in Südpolen sollte im Januar eigentlich auf die Schlachtbank geführt werden. Doch das Verladen ging gründlich in die Hosen. Der Besitzer des Tieres, Landwirt Lukasz, warnte die Mitarbeiter des Schlachthofes vor dem scheuen und bockigen Rind.

Besitzer füttert seine Kuh auf der Insel


Die Schlachthofmitarbeiter ignorierten den Ratschlag des Besitzers - das sollten sie bereuen. Wie heute.at berichtet, büxte das Rind beim Verladen aus. Mit voller Wucht rammte es einen Metallzaun. Anschliessend rannte es davon. Als die Männer die Verfolgung aufnahmen, begab sich die Kuh kurzerhand in den Neisser Stausee. Ein Arbeiter zog sich bei der Jagd auf das Tier eine Fraktur am Arm und Prellungen bei den Rippen zu.

Rund eine Woche lebt das Limousin-Rind auf der Insel. Anschliessend versuchte der Besitzer und die Feuerwehr, es einzufangen. Durch das Boot der Feuerwehr fühlte sich das Rind bedrängt und schwamm zur nächsten Insel. Dort hält sich das verängstigte Tier nun bereits seit mehr als drei Wochen auf, berichtet stern.de. Der Besitzer sagte einer polnischen Zeitung, dass er die Kuh nicht mehr einfangen will. Stattdessen stelle er nun bereits wochenlang sicher, dass sie ausreichend Nahrung auf der kleinen Insel bekommt.

«Helden-Kuh»

Nun engagieren sich Lokalpolitiker und Promis für das Limousin-Rind. Der ehemalige Sänger und heutige Politiker Pawel Kukiz bot an, für die Rettung der «Helden-Kuh» aufzukommen. Sie solle auf eine schöne Farm gebracht werden und dort ein langes, glückliches Leben führen. «Ihr Wille und ihre Stärke ist von unschätzbaren Wert», so Kukiz. Ihre Entschlossenheit solle als Vorbild für die polnischen Bürger dienen.

«Hermien» in Holland ein Star

Erst in der vergangenen Woche wurde in den Niederlanden das Limousin-Rind «Hermien» nach wochenlanger Flucht gefangen. Das Tier lebte im Wald und konnten seinen Verfolgern fortlaufend entwischen. Nun verbringt die Kuhdame ihren Lebensabend auf einen Gnadenhof.

Wegen der Flucht wurde «Hermien» in den Niederlanden ein Star. Es wurde eifrig darüber diskutiert, der Überlebenswille wurde bewundert. Unter dem Hashtag #jesuishermien finden sich hunderte Einträge. Tierschützer sammelten Geld, um der Kuh zu ermöglichen. Insgesamt kamen 50'000 Euro zusammen. Und unter dem Slogan «Make Hermien fat again» (Macht Hermien wieder fett) werben Fans auf T-Shirts und Baseballkappen für ihre Rettung.

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