31.08.2013 16:26
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Ausstellung
Miss und Mister beef.ch sind schwarz
Erster beef.ch-Samstag, dass heisst Swissopen der Fleischrinder. Die Rassen Angus, Grauvieh, Original Braunvieh, Hereford, Dexter, Galloway, Highland Cattle und Luing stellen sich den Richtern. Am Schluss hatten die Angus die Nase vorn.

Zwei Ringe, vier Richter, acht Fleischrinderrassen, 114 Tiere inkl. Kälber, jede Menge Spannung. Welche Tiere holen sich die begehrten Flots? An wen gehen die Pokale für die Rassensieger und die Betriebscups? Und wer wird Miss und Mister beef.ch? Fragen, die alle im Lauf des Tages beantwortet wurden. Ebenso wie die Frage, die vielen Zuschauern und auch Züchtern unter den Nägeln brannte: Wie schlagen sich die Richter? So waren die Augen wohl speziell auf Armon Fliri, Josef Gisler und Jon-Paul Thom gerichtet. Dies aus gutem Grund: Erstmals seit 2000 waren wieder Schweizer Ringmen im Einsatz. Armon Fliri hatte die Aufgabe, die Angus zu richten, Jon-Paul Thom das Grauvieh, das OB und die Hereford und Sepp Gisler die Galloway und die Highland Cattle. Der vierte im Bunde, Thorsten Kirstein, richtete die Dexter und die Luing. Der Deutsche ist an der Swissopen kein Unbekannter, er hat seine Aufgabe schon an früheren Ausstellungen mit Bravour erledigt.

Los ging die Ausstellung parallel in zwei Ringen: Jon-Paul Thom nahm sich die Hereford vor, Armon Fliri begann die Arbeit mit den Angus. Später folgten die Dexter, die Galloway, das OB, die Highlander und die Luing. Gerade die Absetzer- und die Rinder-Kategorien waren bei vielen Rassen nicht ganz einheitlich. Oft lagen Jahre zwischen dem jüngsten und dem ältesten Tier. Die älteste Dexter-Kuh, Cille Sovfryds von David Wildhaber, Flums, etwa war mit ihrem 16. Kalb trächtig. Kein Wunder, konnte sie mit ihren jüngeren Kolleginnen bezüglich Euter und Fundament nicht ganz mithalten. In allen Rassen gab es aber ganz formatstarke Tiere, die sich dann auch verdient die ersten Flots sicherten.

Neutrale Arbeit

So viel vorneweg: Die Richter gaben sich Mühe, ihre Entscheidungen fachlich zu begründen. Persönliche Bekanntschaften und Vorlieben für Züchterfreunde durften im Ring keinen Platz haben. 

Waren bei den ersten Entscheidungen noch wenige Zuschauer zugegen, füllte sich das Eventzelt bereits im Verlauf des Vormittags. Unter den Besuchern: Eine Gruppe aus Rumänien, die die Schweizer Fleischrinderucht besser kennenlernen und sich Tipps holen wollte. Sie sahen hervorragend vorbereitete und vorgeführte Tiere, so etwa bei den älteren Angus-Kühen. "Die Tiere sind im Alter und im Laktationsstadium sehr unterschiedlich", betonte Fliri, "das macht die Entscheidung schwer."

Damit hatte auch der Deutsche Thorsten Kirstein zu kämpfen. Er stellte bei den Dexter nicht etwa die Kleinsten an die Spitze. "Auch bei den Dexter sind formatstarke Tiere mit guten Fundamenten gefragt", sagte er. Das führte im Endeffekt zu einem Dreifachtriumph der Familie Zgraggen aus Erstfeld. Sie gewannen bei der Rinder- und bei beiden Kuh-Kategorien.

Auch gleich Champion

Bei der Rasse Grauvieh wurde nur eine Kategorie aufgeführt. Somit holte sich Amanda von Beat Tschumi aus Thunstetten mit dem Kategorien- auch gleich den Rassensieg und den Champion-Titel bei den Grauvieh. Dies unter genauer Beobachtung von Otto Hausegger. Der Geschäftsführer des österreichischen Grauviehzuchtverbandes machte der Swissopen diesmal als Besucher seine Aufwartung, nachdem er bei den vergangenen Austragungen selber gerichtet hatte.

Auch bei den Galloway, den Original Braunvieh, den Highland Cattle und den Luing gabs jeweils nur eine Kategorie zu richten. Bei den Galloway holte sich die grosse und formatstarke Hof 3Eichen Leonor von Hansueli Scheck und Barbara Hermann aus Schaffhausen den Titel, während bei den Original-Braunvieh-Kühen Debora OB von Hansandrea Marugg, Präz, das Rennen machte. Bei den Highland Cattle durfte sich Lolitta of Losstock von Mara Simonetta die Schleife für den Rassen-Champion umhängen lassen. Bei den Luing machte Thorsten Kirstein Moor's Heidi von Andreas Moor, Hasliberg, zum Champion.

Die Enscheidungen bei den Angus, Hereford und Dexter

Bei den Hereford nahmen Fässlers gleich mit drei Tieren an der Championwahl teil - und holten sich mit ihrer Kumali denn auch die Trophäe. Vize-Champion wurde Widmer's Nelly von Walter Widmer. Wenig erstaunlich, aber sehr verdient, gewannen Fässlers auch den Betriebscup vor Thomas Rinderknecht und Peter und Claudia Fankhauser, Lupsingen. 

Bei der Championwahl der weiblichen Angus stand Armon Fliri vor einer grossen Tiergruppe und auch vor einer grossen Aufgabe. Fliri liess sich Zeit, bevor er einen Bündner Doppelsieg verkündetet und Navaras Europa von Adolf und Petra Demarmels, Salouf, die Krone aufsetzte. Vize wurde Cecile LA von Andreas Lampert, Celerina. Bei den Angus-Stieren traten nur drei zur Champion-Wahl an. Dennoch stand im wahrsten Sinn des Wortes eine gewichtige Wahl an. Fliri machte der weit über eine Tonne schweren M-8075 Galawater von Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen, zum Cham, dies vor Zorro, Heinz Grob, Lüthisburg.

Grösser hätte der folgende Wechsel kaum sein können. Nach den wuchtigen Muni kamen die kleinen Dexter, um sich bei der Champion-Wahl den Augen von Thorsten Kirstein zu stellen. Er kam - nicht unerwartet - nicht um die Bielenhof-Zucht herum. Mit Bielenhof Karin vor Bielenhof Paloma feierten Wisi und Agelika Zgraggen aus Erstfeld einen Doppelsieg.

Miss und Mister: Zweimal Angus

Bei der Wahl zum Mister beef.ch gabs nicht viele Möglichkeiten. Galawater, der 1100 kg schwere, enorm gut präsientierte Stier der Zimmermanns durfte sich die gelbe Siegerschlaufe umhängen lassen. Mehr zu entscheiden hatten die vier Richter bei den weibliche Tieren, bei denen die Champions aller Rassen einmarschierten. Mit drei zu einer Stimme wählten sie Navaras Europa von Adolf und Petra Demarmels zur Miss beef.ch. Ein verdienter Sieg, wenn auch die eine oder andere Vertreterin einer anderen Rasse Europa um nicht viel nachstand.

Rangliste:

 

Miss beef.ch: Navaras Europa, Adolf und Petra Demarmels, Salouf.

Mister beef.ch: M-8075 Galawater, Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen.  

 

Grauvieh Kühe und Champion: 1. Amanda, Beat Tschumi, Thunstetten; 2. Herta, Bernhard und Patrizia Schöpfer, Schüpfheim; 3. Alina, Beat Tschumi, Thunstetten.

Original Braunvieh Kühe und Champion: 1. Debora OB, Hansandrea Marugg, Präz; 2. Alexa OB, Jakob und Ldia Brütsch, Schaffhausen; 3. Ronja OB, Hansandrea Marugg, Präz.

Galloway Kühe und Champion: 1. Hof 3Eichen Leonor, Hansueli Scheck und Barbara Hermann, Schaffhausen; 2. Raia, Andreas Burkhard, Lützelflüh-Goldbach; 3. Dianah v. Husemerhof, Michel Haller, Bichwil.

Highland Cattle: Kühe/Rinder und Champion: 1. Lolitta of Losstock, Mara Simonetta, Dietwil; 2. Kelly, Victor Huser, Wettingen; 3. Dunja von Barong, Edi Von Burg, Lommiswil.

Luing Rinder und Champion: 1. Moor's Heidi, Andreas Moor, Hasliberg; 2. JGO-Xenia, Josef Gisler, Oetwil am See; 3. JGO-Melodie, Josef Gisler, Oetwil am See.

Dexter Rinder: 1. Bielenhof Paloma, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld; 2. Bielenhof Punta, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld; 3. Bielenhof Pacitic, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld. Dexter Kühe I: Bielenhof Parade, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld; 2. Bielenhof Nela, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld; 3. Paola vom Bözberg, Adolf Wagner, Bözberg. Dexter Kühe II: 1. Bielenhof Karin, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld; 2. Asfelia, Linda und Daniel Willi, Heiligkreuz; 3. Bielenhof Radisli, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld. Champion Dexter weibliche Tiere: 1. Bielenhof Karin, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld; 2. Bielenhof Paloma, Wisi und Angelika Zgraggen, Erstfeld.

Hereford Absetzer: 1. Barenegg Odina, Walter und Heidi Fässler, Bächli-Hemberg; 2. Barenegg Olympia, Walter und Heidi Fässler, Bächli-Hemberg; 3. Layana, Hedi Habegger, Tramelan. Hereford Rinder: 1. Widmer's Nelly, Walter Widmer, Mühlrüti; 2. Barenegg Naidoo, Walter und Heidi Fässler, Bächli-Hemberg; 3. Glorya Kappelhof, Stefan und Monika Köstli, Homburg. Hereford Kühe: 1. Barenegg Kumali, Walter und Heidi Fässler, Bächli-Hemberg; 2. Flavia, Thomas Rinderknecht, Wallisellen; 3. Erika, Thomas Rinderknecht, Wallisellen. Champion Hereford: 1. Barenegg Kumali, Walter und Heidi Fässler, Bächli-Hemberg; 2. Widmer's Nelly, Walter Widmer, Mühlrüti. Betriebscup Hereford: 1.Walter und Heidi Fässer, Bächli-Hemberg; 2. Thomas Rinderknecht, Wallisellen; 3. Peter und Claudia Fankhauser, Lupsingen.

Angus Absetzer: 1. Bieris Linda, Stefan Siegenthaler, Freiburg; 2. Kolina Z, Stefan Siegethaler, Freiburg; 3. Enola v. Sonnenhof, Ruedi Keller, Ganterschwil. Angus Rinder I: 1. Sunhill Emma, Stefan Siegenthaler, Freiburg; 2. Navaras Armina, Adolf und Petra Demarmels, Salouf; 3. Frederike Z, Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen. Angus Rinder II: 1. Shakira Z, Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen; 2. Fiorela, Alain Baumberger, Longirod; 3. Kora Z, Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen. Angus Kühe I: 1. Navaras Europa, Adolf und Petra Demarmels, Salouf; 2. Palaika v. Sonnenhof, Ruedi Keller, Ganterschwil; 3. Fordel Border Maid L468, Gian Peter Niggli, Samedan. Angus Kühe II: 1. Cecile LA, Andreas Lampert, Celerina; 2. Sunhill Maya, Stefan Siegenthaler, Freiburg; 3. Tofts Evergay E816, Stefan Siegenthaler, Freiburg. Angus Stiere I: Kerimo Z, Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen; 2. DM Zorro, Heinz Grob, Lüthisburg; 3. Green valley Warranty, Rahel und Michael Fäh, Ballens. Angus Stiere II: M-8075 Galawater, Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen; 2. No Limit F70, Andreas Lampert, Celerina; 3. Inuit, Heinz Grob, Lüthisburg. Champion Angus weibliche Tiere: 1. Navaras Europa, Adolf und Petra Demarmels, Salouf; 2. Cecile LA, Andreas Lampert, Celerina. Champion Angus Stiere: 1. M-8075 Galawater, Oswald und Daniel Zimmermann, Hemishofen; 2. DM Zorro, Heinz Grob, Lüthisburg

 

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