23.01.2018 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Mutterkuhhaltung
Mit 18 Jahren noch auf der Alp
Mutterkuh Schweiz hat die Herdbook Awards vergeben. Zwei der ausgezeichneten Kühe sind 18 Jahre alt und hatten schon 16 Kälber. Für den deutschen Experten Torsten Kirstein sind das grossartige Leistungen.

Am Mittwoch hat Mutterkuh Schweiz die Herdbook Awards vergeben: Auszeichnungen für Tiere, die eine besondere Dauerleistung erzielen und die langlebig und wirtschaftlich sind. Kühe müssen jährlich abkalben und  beim Exterieur die Anforderungen an eine Stierenmutter erfüllen, die Kälber müssen sehr gute Zuwachsleistungen erzielen. 

18 Jahre alt und 16 Kälber

Bei der Vergabe der Awards zeigte sich deutlich, wie die Schweizer Bauern es schaffen, Mutterkuhhaltung auf höchstem Niveau zu betreiben mit langlebigen, produktiven und auch exterieurstarken Tieren. So wird Burri’s Fontana von Franz und Anita Burri aus Dagmersellen LU mit einem Award geehrt. Die Limousinkuh war bei der Leserwahl «Kühe des Jahres» von «Schweizer Bauer» und von «Terre&Nature» Siegerin bei den Fleischrassen 2009 und 2011 – und noch immer steht sie in der Produktion.   

Sogar sechs Awards gehen zu Piemontesezüchter Franz Blum aus Chevenez JU. Er hat mit Durantia eine Kuh, die 18 Jahre alt ist und schon 16 Kälber brachte. Ebenso alt ist die Anguskuh Olympia von Emil Müller aus Susch GR, die ebenfalls einen Award erhielt. Sie ist trächtig mit dem 17. Kalb. «Olympia war nach der Umstellung von der Milchvieh- auf die Mutterkuhhaltung im Jahr 1999 das erste Kalb, das in meinem Stall geboren ist», erinnert sich Müller.

Gute Organisation&Qualität

«Von ihr habe ich viele Nachkommen. Unser Ziel ist, dank der Langlebigkeit weniger remontieren zu müssen.» Olympia sei letztes Jahr auf der Alp gewesen, erzählt Müller, «wenn alles normal geht, wird sie auch diesen Sommer wieder gehen». Torsten Kirstein ist Auktionator bei der deutschen Zuchtorganisation Masterrind und Fleischrinderexperte. 2017 war er Richter an der Swissopen. «Das sind grossartige Leistungen», meint er wegen der vielen mit den Herdbook Awards ausgezeichneten Kühen. 

«Für die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung sind Langlebigkeit, Aufzuchtleistung, Funktionalität und Bemuskelung elementar.» Deutschland kenne seit sieben Jahren einen Zuchtwert für Zuchtleistung, für den die Fruchtbarkeit und die Anzahl Kälber bewertet würden. «Doch auch die Schweizer Fleischrinderhalter haben ein schlüssiges Zuchtprogramm mit Berücksichtigung der Schlachtergebnisse. Immer, wenn ich in der Schweiz Schauen besucht habe oder wenn ich als Preisrichter geladen war, habe ich die gute Organisation und die Qualität der Tiere bestaunt.»

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