27.07.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fütterung
Munimast mit Spirulina-Algen
Die ETH verfüttert an Mastmuni in einem Versuch statt Soja Kürbiskernkuchen, Ackerbohnen oder Algen – ohne Einbussen bei Zunahmen oder Futterverwertung. IP-Suisse ist am Projekt beteiligt und sieht Chancen.

Soja wird in der Grossviehmast eingesetzt, um das Grundfutter mit Protein zu ergänzen. Doch ist Soja, auch wenn es aus europäischem Anbau kommt, nicht unumstritten. Zumal in der Grossviehmast alternative Proteinträger eingesetzt werden können.

Mikroalgen

Die ETH führt deshalb zusammen mit den Projektpartnern Migros, Micarna, IP-Suisse und mit der Hochschule Hafl einen Fütterungsversuch am AgroVet-Strickhof durch. Magdalena Kurrig von der ETH erklärt: «30 Limousin-Kreuzungsstiere erhielten eine Grundration aus 50 Prozent Gras- und 30 Prozent Maissilage plus ein Konzentrat, das entweder 28 Prozent Soja, 75 Prozent Ackerbohnen, 23 Prozent Kürbiskernkuchen oder 20 Prozent Spirulina oder gar keine Eiweissquelle enthielt.»

Bei Spirulina handelt es sich um Cyanobakterien, also Mikroalgen aus dem Meer, die lange Filamente bilden. Spirulina könnte auch in der Schweiz produziert werden. Sie braucht Sonnenlicht und CO2 und enthält 70 Prozent Rohprotein. Im Projekt wurde auch eine Betriebsbefragung, unter anderem zur Fütterungsstrategie auf Terra-Suisse-Munimastbetrieben durchgeführt, die die Basis für die Versuchsanordnung lieferte.

IP-Suisse erfreut

«Die Resultate des Versuchs sind noch provisorisch», betont Kurrig. «Aber sie sind vielversprechend. Bei Kürbiskernkuchen, Ackerbohnen und Algen blieben Zunahmen, Futteraufnahmen und Futterverwertung im Vergleich zu Soja stabil. Soja kann bei diesem Rationstyp  in der Grossviehmast also vollumfänglich durch Kürbiskernkuchen, Ackerbohnen oder Algen ersetzt werden. Aber vielleicht braucht es gar keine Eiweissergänzung.»

Zu den Kosten für die drei Komponenten kann Kurrig noch nichts sagen. «Die im Versuch eingesetzte Spirulina war relativ teuer. Wenn man sie in der Schweiz in einem grossen Stil produzieren würde, würden die Kosten sinken.»

Fritz Rothen, Geschäftsführer von IP-Suisse, ist über die bisherigen Resultate des Versuchs erfreut: «Wir suchen bei allen Tierarten Alternativen zu Soja – hier haben wir drei vielversprechende Produkte, die man sogar in der Schweiz anbauen respektive züchten kann.» Alle drei Optionen sollten weiterverfolgt werden, betont Rothen: «Erste Gespräche mit der Migros sind deshalb bereits geführt worden.»

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