28.07.2020 18:29
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Nidwalden
NW: Kühe greifen erneut Wanderer an
Am vergangenen Wochenende wurden auf der Bannalp im Kanton Nidwalden Wanderer von Kühen angegriffen. Zwei Personen zogen sich dabei Verletzungen zu. Bereits im letzten kam es auf der Alp zu Zwischenfällen.

Die Bannalp ob Wolfenschiessen ist ein beliebtes Ausflugsgebiet. Auf der Alp sömmern auch Kühe. Und das sorgt für Komplikationen, wie die «Solothurner Zeitung» berichtet.

Hund suchte Schutz

Ein Paar aus dem Kanton Solothurn war im vergangenen Samstag mit ihrem Hund auf einer Wanderung. Der Hund war angeleint. Doch dann näherten sich fünf Kühe mit zwei Jungtieren. «Als wir bemerkten, dass die Kühe es auf unseren Hund abgesehen haben, liessen wir ihn von der Leine. Er suchte aber Schutz bei mir, was die Kuh noch aufgebrachter machte», schrieb David Brenn in einer Mail and die Gemeinde Wolfenschiessen. Diese Mail liegt der «Solothurner Zeitung» vor.

Wege sperren oder Zäune erstellen

Die Kühe gingen in der Folge auf Simone Brenn los. Die Kühe stiessen sie zu Boden. Das Paar zog sich Prellungen und Blessuren zu. Der Vorfall ereignet in jenem Bereich, wo der Wanderweg durch die Weide führt.

David Brenn erwartet von der Gemeinde, dass der Wanderweg während der Weidezeit gesperrt wird, oder dass dieser durch Zäune gesichert wird. Er sei froh, dass seiner Frau und ihm nicht mehr zugestossen sei. «Das hätte böse enden können», so Brenn.

60'000 Franken in Sicherheit investiert

Die Gemeinde Wolfenschiessen sagt gegenüber der «Solothurner Zeitung», dass man nicht untätig gewesen sei. «Für rund 60'000 Franken haben wir Wanderwege verlegt und Weiden zusätzlich eingezäunt. Allerdings auf der Alp Räckholteren weiter oben, wo sich die Vorfälle in den vergangenen Jahren ereignet hatten», sagt Gemeindepräsident Wendelin Odermatt.

Dass der Angriff im unteren Teil stattgefunden habe, sei überraschend. Nun will die Gemeinde mit den Älplern eine Lösung suchen und überprüfen, ob eine Sperrung eines Wegs möglich ist.

August 2019: 2 Personen verletzt

Im vergangenen Jahr kam es im Juli und im August zu zwei Zwischenfällen auf der Bannalp. Im August wurden zwei Personen bei einem Angriff von Kühen mittelschwer verletzt. Sie mussten ins Spital geflogen werden. Es sei ihm ein Rätsel, wieso diese Kühe erneut aggressiv reagiert hätten, sagte Gemeindepräsident Wendelin Odermatt damals zur Nachrichtenagentur SDA. Die Wanderer, die aus einem anderen Kanton stammten, hätten sich korrekt verhalten.

Juli 2019: Hund getötet

Die Gemeinde sperrte aus Sicherheitsgründen den Wanderweg von der Bannalp zur Bannalper Schonegg zwischenzeitlich. Die Kuhherde wurde auf eine andere Weide, die sich nicht in der Nähe des Wanderwegs befand, gebracht und anschliessend abgealpt. 

Der erste Zwischenfall ereignete sich im Juli 2019. Eine vierköpfige Wandergruppe mit zwei angeleinten Hunden war zwischen Bannalp und Schonegg oberhalb von Wolfenschiessen unterwegs, als sich ihr eine Mutterkuhherde näherte. In der Folge beschlossen die Wanderer, die Hunde von der Leine zu nehmen. 

Ein Wolf in der Region?

Einer der Halter konnte jedoch die Leine nicht rechtzeitig lösen und kam samt Hund unter die Herde. Der Mann konnte sich befreien und fliehen. Er erlitt Verletzungen am ganzen Körper. Der Hund überlebte den Angriff nicht. Die Gemeinde Wolfenschiessen sperrte den Wanderweg aus Sicherheitsgründen.

Nach den Angriffen im Juli wurde diskutiert, ob die Anwesenheit eines Wolfs das Verhalten der Kühe veränderte.  «Die Meinungen gehen auseinander. Wir gehen aber davon aus, dass die Anwesenheit von grossen Beutegreifern in einer Region das Verhalten der Kühe beeinflusst», sagte Heinz Feldmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (Bul) damals. 

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